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    Leitartikel: Gier kennt keine Grenzen

    Kein Wort erscheint dem Sachverhalt, den es hier zu beschreiben gilt, angemessener: „Schurken“, muss man wohl viele Mitglieder der Kaste der „Banker“ nennen, die den Großbanken windige Dienstleistungen als Händler gegen üppiges Salär versprochen haben. Nachgewiesen sind Manipulationen von Referenzzinssätzen, an denen sich Geld- und Finanzmärkte – vor allem die Derivate – bei ihrer Preisbildung orientieren. Manipuliert wurden offenbar auch die Devisenmärkte, auf denen Tag für Tag Aberbillionen gehandelt werden. Vermutet werden ferner Manipulationen des Goldpreises sowie der Rohstoffmärkte für Rohöl, Kupfer, Aluminium und Silber. Selbst der Strommarkt scheint manipuliert worden zu sein. Überall dort, wo einst Adam Smith, der Vater des Liberalismus, die „unsichtbare Hand“ des Marktes am Werke sah, der aus Angebot und Nachfrage den „marktgerechten“ Preis schuf, sind jetzt „Händler“ zugange, die den Markt nicht mehr nach „seinen“ Preisen befragen und danach urteilen. Der Markt wird regelrecht ausgeschaltet. In einem beängstigenden Maß sind Manipulationen, Schwindel und Betrug am Werk, zum Vorteil des „Händlers“ und der beteiligten Großbanken. Mitten in diesem Chaos bewegt sich auch die Deutsche Bank. Sie behauptet, nur einzelne Händler hätten die „Vorschriften“ nicht beachtet. Ein systemisches Versagen gebe es nicht.

    Kein Wort erscheint dem Sachverhalt, den es hier zu beschreiben gilt, angemessener: „Schurken“, muss man wohl viele Mitglieder der Kaste der „Banker“ nennen, die den Großbanken windige Dienstleistungen als Händler gegen üppiges Salär versprochen haben. Nachgewiesen sind Manipulationen von Referenzzinssätzen, an denen sich Geld- und Finanzmärkte – vor allem die Derivate – bei ihrer Preisbildung orientieren. Manipuliert wurden offenbar auch die Devisenmärkte, auf denen Tag für Tag Aberbillionen gehandelt werden. Vermutet werden ferner Manipulationen des Goldpreises sowie der Rohstoffmärkte für Rohöl, Kupfer, Aluminium und Silber. Selbst der Strommarkt scheint manipuliert worden zu sein. Überall dort, wo einst Adam Smith, der Vater des Liberalismus, die „unsichtbare Hand“ des Marktes am Werke sah, der aus Angebot und Nachfrage den „marktgerechten“ Preis schuf, sind jetzt „Händler“ zugange, die den Markt nicht mehr nach „seinen“ Preisen befragen und danach urteilen. Der Markt wird regelrecht ausgeschaltet. In einem beängstigenden Maß sind Manipulationen, Schwindel und Betrug am Werk, zum Vorteil des „Händlers“ und der beteiligten Großbanken. Mitten in diesem Chaos bewegt sich auch die Deutsche Bank. Sie behauptet, nur einzelne Händler hätten die „Vorschriften“ nicht beachtet. Ein systemisches Versagen gebe es nicht.

    Übersehen wird dabei, dass sich heute vor allem Menschen zum Beruf des Bankers hingezogen fühlen, für die der „Wert“ des Geldes einen besonderen Anreiz hat, ebenso wie die Aura der Macht und des Einflusses, die den „Banker“ mit seinem oft auffallenden Hang zu Eitelkeit und Protzerei umgibt. Früher sprach man vom „Bankier“. Er war der Inbegriff des „ehrbaren Kaufmanns“ und genoss als Bürger, der nicht nur als Steuerzahler geschätzt wurde, oft Respekt und hohes Ansehen. Er brauchte keine Regeln der „compliance“, der durch Richtlinien auferlegten Gesetzestreue, weil ihm ein über Jahrhunderte gewachsenes Ethos eigen war. Dieses Bild des „Bankiers“ ist wohl auf Dauer zerstört. Die jetzt an Licht kommenden Manipulationen haben viel mit den Lastern Gier und Habsucht zu tun. Doch den Schaden, der aus den manipulierten Preisen der Märkte resultiert, trägt – wieder einmal – der einzelne Bürger, der Steuerzahler. Es ist wie bei der Finanzkrise des Jahres 2008: Die Gewinne aus manipulierten Preisen kommen auch jetzt denen zugute, die solche Geschäfte machen; die Nachteile der Überteuerung der Marktpreise fallen seit langem dem Bürger auf die Füße. Wenn ein Bankinstitut dann wegen der mit solchen Marktwetten verbundenen Risiken und Verlusten scheitert, muss wohl wieder der Staat einspringen. Der von vielen Instituten befürchtete Banken-Stress-Test steht im kommenden Jahr an. Man darf gespannt sein, wie hoch die Zahl der Scheiternden sein wird.

    „Moral hazard“ („sittliche Gefährdung“) nennt man den Zustand, bei dem Gewinnchancen und Verlustrisiken durch Haftung Dritter derart ungleich verteilt sind. Das ist zutiefst ungerecht. Schon jetzt ist eine Einsicht zwingend: Nicht hohe Bußgeld- und Strafzahlungen oder strafrechtliche Verurteilungen helfen gegen die Manipulationen, sondern nur die dauerhafte Einbindung des Staates als Aufsicht wie als Akteur bei allen auf den Geld- und Finanzmärkten zu bildenden Preisen.