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    Leitartikel: Familienhilfe mit Qualität

    Der Familie wird heute wirtschaftlich, emotional und ideologisch einiges zugemutet: Die Berufstätigen in der Familie sollen ihren Job so gut machen, dass Wirtschaft und Konjunktur boomen können. Die Eltern in der Familie sollen für gut ausgebildete, an die Erfordernisse der Globalisierung angepasste, wettbewerbsfähige Kinder sorgen, die zusätzlich zu ausgezeichneter persönlicher Charakterstärke und sozialer Empathie erzogen sind, damit die Gesellschaft nicht auseinanderfliegt. Die Familie soll parallel ihren Großvätern, Großmüttern, Onkeln und Tanten und anderen Angehörigen, die alt oder krank und pflegebedürftig geworden sind, entweder möglichst lange eine Zuhause bieten, in dem diese emotional und medizinisch gut umsorgt würdig leben können, oder für sie ein Pflegeheim suchen, dass allen diesen Anforderungen ebenfalls entspricht – und die dauernde Qualitätskontrolle der Einrichtungen übernehmen, in deren Hände man die eigenen Angehörigen gegeben hat. Bei alledem sollen Kinder, Eltern und Großeltern, die junge, die mittlere und die ältere Generation, so in einer menschlichen Nähe leben, dass sich alle gegenseitig angenommen und aufgehoben fühlen – und dass sie im besten Fallen auch noch allen gesellschaftlichen und politischen Leitbildern und Geschlechterrollendefinitionen gerecht werden, die heute von vielen gesellschaftlichen Gruppen und Parteien in unterschiedlichster Art formuliert werden.

    Leitartikel: Den Menschen rehabilitieren

    Der Familie wird heute wirtschaftlich, emotional und ideologisch einiges zugemutet: Die Berufstätigen in der Familie sollen ihren Job so gut machen, dass Wirtschaft und Konjunktur boomen können. Die Eltern in der Familie sollen für gut ausgebildete, an die Erfordernisse der Globalisierung angepasste, wettbewerbsfähige Kinder sorgen, die zusätzlich zu ausgezeichneter persönlicher Charakterstärke und sozialer Empathie erzogen sind, damit die Gesellschaft nicht auseinanderfliegt. Die Familie soll parallel ihren Großvätern, Großmüttern, Onkeln und Tanten und anderen Angehörigen, die alt oder krank und pflegebedürftig geworden sind, entweder möglichst lange eine Zuhause bieten, in dem diese emotional und medizinisch gut umsorgt würdig leben können, oder für sie ein Pflegeheim suchen, dass allen diesen Anforderungen ebenfalls entspricht – und die dauernde Qualitätskontrolle der Einrichtungen übernehmen, in deren Hände man die eigenen Angehörigen gegeben hat. Bei alledem sollen Kinder, Eltern und Großeltern, die junge, die mittlere und die ältere Generation, so in einer menschlichen Nähe leben, dass sich alle gegenseitig angenommen und aufgehoben fühlen – und dass sie im besten Fallen auch noch allen gesellschaftlichen und politischen Leitbildern und Geschlechterrollendefinitionen gerecht werden, die heute von vielen gesellschaftlichen Gruppen und Parteien in unterschiedlichster Art formuliert werden.

    Nein, bei den Ansprüchen, die heute an Familie gestellt werden – da kann sie gar nicht anders, meint man, als wirtschaftlich, emotional und ideologisch zusammenzubrechen und es wundert, dass es immer noch so viele wunderbare Familien gibt, in denen Erziehung, Pflege und das Miteinander der Generationen (einigermaßen) gleichzeitig funktioniert.

    Dass das so bleibt, dafür muss der Staat künftig den Familien zielgerichteter unter die Arme greifen. Und da ist das Entscheidende, ob das nun Krippen, Pflegeheime, die Unterstützung der Pflege oder Erziehung in der Familie betrifft – es geht vor allem um die Qualität der Unterstützung, nicht um die Quantität. Ob Erzieher oder Pflegekraft, sie müssen besser ausgebildet und besser bezahlt werden. In den Einrichtungen der Früherziehung und Pflege muss durch eine solche Besserstellung erreicht werden, dass die Fluktuation des Personals wesentlich geringer wird, damit Kinder in Erziehungseinrichtungen und Menschen in Pflegeeinrichtungen sich nicht ständig auf neue Bezugspersonen einstellen müssen. Auch die Familien selbst, die ihre Kinder in den drei ersten Jahren zuhause erziehen und ihre Angehörigen in Alter und Krankheit zuhause pflegen wollen, können besser qualifizierte personale Unterstützung durch ambulante Pflegedienste – oder warum nicht: ambulante Erziehungshilfen – brauchen.

    Letzten Endes heißt das: Der Staat muss in Zusammenarbeit mit Kirche und Wohlfahrt ein Unterstützungsnetz rund um die Familie weiter ausbauen, das es ja schon gibt, in dem aber besser bezahlt und besser ausgebildet wird und damit bessere Arbeitsbedingungen herrschen, zum Beispiel geringere Betreuungsschlüssel für Erzieher und Pflegekräfte. Erst wenn die Qualität und Konstanz aller Maßnahmen, die Familien in ihrer täglichen Arbeit entlasten, deutlich zunehmen und der Staat entsprechende Prioritäten setzt, kann die Wahlfreiheit für Familien tatsächlich Wirklichkeit werden – die Wahlfreiheit nämlich, was sie in eigener Regie in der Erziehung und der Pflege ihrer Mitglieder übernehmen will, und was nicht. Das Ende der Ideologie in der Familienpolitik sollte bald eintreten.