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    Leitartikel: Europas Werte exportieren

    Zugegeben, es gibt immer wieder Resolutionen des Europäischen Parlaments, die uns Christen am gesunden Menschenverstand zweifeln lassen. Mitunter sind die Mehrheiten im Straßburger Vielvölkerparlament ein Alarmsignal dafür, wie säkularisiert unser einst christliches Abendland längst ist und welche Ideologien sich anstelle christlich inspirierter Werte in den Köpfen von Politikern festgesetzt haben. Doch wie sich das Europäische Parlament seit Jahresbeginn für die verfolgten und diskriminierten Christen ins Zeug legt, würde mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung verdienen. Nicht in einer Wortmeldung am Rande, sondern in seiner Erklärung zu den „Hauptaspekten und grundlegenden Optionen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)“ betonte es nun, „dass die weltweite Religions- und Glaubensfreiheit – insbesondere für Christen, verfolgte oder bedrohte Minderheiten und religiöse Dissidenten – und der Dialog zwischen den Religionen eine Kernfrage für die GASP darstellt“. Das Europaparlament hält fest, „dass es sich bei der Religions- und Glaubensfreiheit um ein grundlegendes Menschenrecht handelt“. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton wird nachdrücklich aufgefordert, „unverzüglich eine EU-Strategie für die Durchsetzung des Menschenrechts auf Religions- und Glaubensfreiheit zu konzipieren“.

    Zugegeben, es gibt immer wieder Resolutionen des Europäischen Parlaments, die uns Christen am gesunden Menschenverstand zweifeln lassen. Mitunter sind die Mehrheiten im Straßburger Vielvölkerparlament ein Alarmsignal dafür, wie säkularisiert unser einst christliches Abendland längst ist und welche Ideologien sich anstelle christlich inspirierter Werte in den Köpfen von Politikern festgesetzt haben. Doch wie sich das Europäische Parlament seit Jahresbeginn für die verfolgten und diskriminierten Christen ins Zeug legt, würde mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung verdienen. Nicht in einer Wortmeldung am Rande, sondern in seiner Erklärung zu den „Hauptaspekten und grundlegenden Optionen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)“ betonte es nun, „dass die weltweite Religions- und Glaubensfreiheit – insbesondere für Christen, verfolgte oder bedrohte Minderheiten und religiöse Dissidenten – und der Dialog zwischen den Religionen eine Kernfrage für die GASP darstellt“. Das Europaparlament hält fest, „dass es sich bei der Religions- und Glaubensfreiheit um ein grundlegendes Menschenrecht handelt“. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton wird nachdrücklich aufgefordert, „unverzüglich eine EU-Strategie für die Durchsetzung des Menschenrechts auf Religions- und Glaubensfreiheit zu konzipieren“.

    Bereits nach dem blutigen Anschlag auf eine koptische Kirche in Alexandria in der Neujahrsnacht hat das Europäische Parlament schneller und klarer als andere reagiert. Nun, nach dem Anschlag auf eine koptische Kirche in Kairo, gaben die Europaabgeordneten ihren Forderungen neuen Nachdruck. Sie machen endlich konkret, was Politiker bisher in Sonntagsreden nebulos und risikofrei so formulieren: Die Europäische Union sei auch eine Wertegemeinschaft. Daraus gilt es nun Konsequenzen zu ziehen: Wenn die EU nicht nur eine Interessens-, sondern auch eine Wertegemeinschaft ist, wenn die Menschenrechte (wie Ashton sagte) der rote Faden der europäischen Außenpolitik sind, wenn die Religionsfreiheit ein grundlegendes Menschenrecht ist (wie das Europaparlament erkannte), dann ist die Basis für eine neue EU-Außenpolitik gelegt, die sich von den Außenpolitiken Amerikas, Russlands und Chinas fundamental unterscheidet.

    Das betrifft ganz besonders den im Umbruch befindlichen Orient: Zwei Jahrhunderte lang hat Europa seinen ideologischen Müll exportiert und damit auch im Nahen Osten viel Ungerechtigkeit und Chaos gestiftet. Nationalismus, Sozialismus, etatistischer Säkularismus und hedonistischer Konsumismus haben weder Europa noch dem Nahen Osten gutgetan. Zuletzt segelte Europa im Windschatten der US-Interessenspolitik, was dazu führte, dass viele Araber die USA hassen, aber die Europäer verachten. Statt fatalistisch die Entwicklungen in der arabischen Welt abzuwarten oder einfach Amerika machen zu lassen, muss das vereinte Europa jetzt kraftvoll und nachdrücklich als Wertegemeinschaft auftreten. Der Orient und Nordafrika brauchen jetzt die Hilfe der so viel stabileren und reicheren Europäischen Union, um nicht in Chaos oder Konterrevolutionen zu versinken. Der Preis für diese Hilfe ist nicht neuer Kolonialismus, sondern die Wahrung der Menschenrechte – einschließlich der Religions- und Glaubensfreiheit.