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    Leitartikel: Älter, ärmer, aber auch kälter

    Da helfen die besten Statistiken nichts, wenn die ideologisch getönte Brille den Blick auf alte Einsichten und neue Ideen einfach nicht erlaubt. Das „Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung“ (BiB) hat eben wieder einmal gezeigt, dass Deutschland seit 40 Jahren zu den Ländern mit der niedrigsten Geburtenrate und dem höchsten Anteil lebenslang kinderloser Frauen gehört. Abgesehen von Zwangseuphorikern, die angesichts des demografischen Niedergangs auf eine sinkende Arbeitslosigkeit spekulieren, ist einer Mehrheit die Dramatik der Entwicklung bewusst: Deutschland altert nicht nur hochgeschwindig. Ein Land mit immer mehr Hochbetagten und Pflegebedürftigen wird bei immer weniger Erwerbstätigen, Jugendlichen und Kindern sowohl materiell als auch gesellschaftlich und vor allem menschlich ärmer und kälter.

    Da helfen die besten Statistiken nichts, wenn die ideologisch getönte Brille den Blick auf alte Einsichten und neue Ideen einfach nicht erlaubt. Das „Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung“ (BiB) hat eben wieder einmal gezeigt, dass Deutschland seit 40 Jahren zu den Ländern mit der niedrigsten Geburtenrate und dem höchsten Anteil lebenslang kinderloser Frauen gehört. Abgesehen von Zwangseuphorikern, die angesichts des demografischen Niedergangs auf eine sinkende Arbeitslosigkeit spekulieren, ist einer Mehrheit die Dramatik der Entwicklung bewusst: Deutschland altert nicht nur hochgeschwindig. Ein Land mit immer mehr Hochbetagten und Pflegebedürftigen wird bei immer weniger Erwerbstätigen, Jugendlichen und Kindern sowohl materiell als auch gesellschaftlich und vor allem menschlich ärmer und kälter.

    Zwar hat die Politik die mittlerweile heiseren Warnrufe der Demografen endlich gehört, doch lautet die politisch korrekte Antwort bis heute: Noch mehr Geld für noch mehr Kinder-Fremdbetreuung – als würden Frauen freudig Kinder gebären, wenn nur der Staat garantiert, sie bis zum Eintritt der Volljährigkeit nötigenfalls rund um die Uhr zu übernehmen. Nichts gegen Tagesmütter und Kindergärten, doch bedarf es besserer Ideen, um Familie und Beruf für jene vereinbar zu machen, die beides ernst nehmen wollen: Solange große Karriereschritte nur bis 40 möglich sind, werden Frauen in die Entscheidungsfalle getrieben. Erst wenn 50-Jährige auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr als unvermittelbar gelten, sondern Erfahrung ihren eigenen Marktwert hat, werden Frauen sich in der biologisch vorgegebenen Zeit ganz ihren Kindern widmen können. Erst wenn Kinder- und Familienzeiten als Höherqualifikation betrachtet werden, werden Frauen, die sich gezielt für eine Kinder- und Familienphase entscheiden, nicht mehr diskriminiert werden. Die Lebenserwartung steigt stetig, aber Arbeitgeber und Gewerkschaften kleben an Lebensarbeitszeitmodellen des 19. Jahrhunderts und verhindern so die mutige Entscheidung moderner Frauen für Kinder und Karriere – und zwar in dieser zeitlichen Reihenfolge!

    Natürlich braucht es dafür mehr als Geld. Nämlich einen Bewusstseinswandel: Wir brauchen Arbeits- und Karrieremodelle, die Erfahrung, Kreativität, Lebensweisheit und soziale Kompetenz wertschätzen, statt nur jugendliche Geschwindigkeit und Tatkraft auszubeuten. Wir brauchen eine Familienpolitik, die nicht Almosen geben, sondern Leistungsgerechtigkeit herstellen will – mit Blick auf die sozialen und erzieherischen Leistungen, die in Familien erbracht werden. Keinesfalls aber brauchen wir eine Politik, die das bereits beschädigte Selbstverständnis von Vätern und Müttern weiter untergräbt und demoliert, indem sie auf Kosten der Steuerzahler den lebensfremden ideologischen Gender-Unsinn propagiert. Wer das Väterliche des Mannes und das Mütterliche der Frau systematisch destruiert und verleumdet, muss sich nicht wundern, wenn immer weniger Männer den Mut zum Vatersein aufbringen und immer weniger Frauen sich mit der Mutterrolle identifizieren. Nun lamentiert das BiB, die Hälfte der Kinderlosen zwischen 18 und 50 Jahren denke, ein Kind würde ihre Lebensfreude nicht verbessern. Stattdessen ist zu fragen, warum die andere Hälfte ihren offenbar vorhandenen Kinderwunsch bisher nicht realisierte.