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    Lage in Pakistan immer dramatischer

    Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und andere Hilfsorganisationen sind besorgt über die Lage im Swat-Tal, auch wenn pakistanische Regierungssoldaten bei heftigen Kämpfen mit den radikal-islamistischen Taliban wichtige Städte zurückerobert haben. Der militärische Teilerfolg im Swat-Tal ist teuer erkauft: Nach Angaben der Vereinten Nationen sind inzwischen fast drei Millionen Menschen auf der Flucht vor den erbitterten Gefechten. Ein Ende der Flüchtlingswelle sei nicht abzusehen. Das Rote Kreuz teilte mit, die Zivilbevölkerung sei seit Wochen von der Außenwelt abgeschnitten und es gebe weder fließendes Wasser noch Strom. Daniel O'Malley vom Roten Kreuz bezeichnete die Lage als alarmierend. Die meisten medizinischen Einrichtungen im Swat-Tal seien nicht mehr funktionsfähig.

    Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und andere Hilfsorganisationen sind besorgt über die Lage im Swat-Tal, auch wenn pakistanische Regierungssoldaten bei heftigen Kämpfen mit den radikal-islamistischen Taliban wichtige Städte zurückerobert haben. Der militärische Teilerfolg im Swat-Tal ist teuer erkauft: Nach Angaben der Vereinten Nationen sind inzwischen fast drei Millionen Menschen auf der Flucht vor den erbitterten Gefechten. Ein Ende der Flüchtlingswelle sei nicht abzusehen. Das Rote Kreuz teilte mit, die Zivilbevölkerung sei seit Wochen von der Außenwelt abgeschnitten und es gebe weder fließendes Wasser noch Strom. Daniel O'Malley vom Roten Kreuz bezeichnete die Lage als alarmierend. Die meisten medizinischen Einrichtungen im Swat-Tal seien nicht mehr funktionsfähig.

    Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR warnte in Genf vor einer der schwersten Flüchtlingskrisen seit Jahren. Und das Kinderhilfswerk Unicef beklagte, dass sich die humanitäre Lage vor allem der Kinder von Tag zu Tag verschlimmere, zumal es zur Zeit in diesem Gebiet sehr heiß sei. Die Welthungerhilfe warnt davor, dass die Kämpfe zu einer humanitären Katastrophe führen könnten, wenn den Menschen nicht bald geholfen werde. Viele Menschen seien durch die dramatische Situation gezwungen, ihre Häuser und somit ihre Heimat auf unbestimmte Zeit zu verlassen. Teilweise müssen sie Dutzende Kilometer durch unwegsames Gelände zu Fuß zurücklegen, um sich in Sicherheit zu bringen. Kleine Kinder und alte Menschen leiden am meisten unter den lebensbedrohenden Strapazen. Außerhalb des Krisengebiets finden viele Flüchtlinge zwar eine Bleibe bei Verwandten, doch durch den plötzlichen Andrang der Angehörigen aus dem Swat-Tal vergrößerten sich die Haushalte schlagartig von durchschnittlich sieben auf mindestens 50 Personen. Dies sei, so die Welthungerhilfe, eine untragbare Situation für alle Beteiligten.

    Am meisten mangelt es an sauberem Trinkwasser. In Madan und Swabi, zwei Distrikte im Norden Pakistans, verbessert die Welthungerhilfe die Trinkwasserversorgung von 5 000 Flüchtlingen. Sie baut 35 Brunnen und installiert die dazugehörigen Handpumpen, sodass die Vertriebenen rasch sauberes Trinkwasser erhalten. Außerdem baut die Hilfsorganisation Latrinen und Waschräume, um die hygienischen Bedingungen zu verbessern. „Die schwierige Lage im Swat-Tal dürfte noch eine ganze Weile andauern; die beengte Situation, mangelnde Hygiene und die große Hitze machen den geflüchteten Menschen zunehmend zu schaffen“, berichtet Marco Obermüller, Programmleiter der Welthungerhilfe in Pakistan.

    Auch die Hilfsorganisation World Vision Deutschland hat inzwischen die höchste Stufe für Nothilfeeinsätze ausgerufen. Neben Trinkwasser und dringend notwendiger medizinischer Versorgung würden Lebensmittel und Kleidung knapp. Eine Besonderheit dieses Flüchtlingsdramas sei der kulturelle Hintergrund, berichtet World Vision. Die geflüchteten Familien stammten aus einer Kultur, die eine Trennung der Geschlechter vorsieht. Die Privatsphäre sei daher enorm wichtig.

    „In einem Flüchtlingslager zu leben, sei für diese Menschen so, als wenn ein Fremder in ihrer Unterwäsche wühlt“, beschreibt World-Vision-Mitarbeiter Syed Haider Ali die Lage. Daher suchten auch nur etwa zwanzig Prozent der Flüchtlinge in den 26 vorhandenen Zeltlagern Schutz. Der weitaus größere Teil habe sich zu Gastfamilien, Freunden, in Schulen und öffentliche Gebäude geflüchtet. Innerhalb einer Woche sei die Einwohnerzahl von Gemeinden um ein Drittel gestiegen.

    Von Robert Luchs