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    Kommentar: Wider historische Wahrheiten

    Manche meinen, es lohne nicht, zwei Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des Ostblocks zu fragen, wem die Geschichte letztlich Recht gegeben habe, welche Ideen sich als zukunftsfähig, welche sich als irrig erwiesen. Doch wer sich weigert, aus der Geschichte Lehren zu ziehen, ist verurteilt, alte Fehler immer wieder neu zu machen. Die Fähigkeit, über das selbst Erlebte und Erlittene hinaus in Generationen zu denken, ja aus der Menschheitsgeschichte zu lernen, ist neben dem Vermögen zur Gottes-Erkenntnis der augenfälligste Unterschied zwischen Mensch und Tier. Der als außenpolitischer Denker chronisch unterschätzte Franz Josef Strauß gehörte zu jenen seltenen politischen Talenten, die über ein dichtes Geschichtswissen verfügten und dieses in der Tagespolitik anzuwenden versuchten.

    Manche meinen, es lohne nicht, zwei Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des Ostblocks zu fragen, wem die Geschichte letztlich Recht gegeben habe, welche Ideen sich als zukunftsfähig, welche sich als irrig erwiesen. Doch wer sich weigert, aus der Geschichte Lehren zu ziehen, ist verurteilt, alte Fehler immer wieder neu zu machen. Die Fähigkeit, über das selbst Erlebte und Erlittene hinaus in Generationen zu denken, ja aus der Menschheitsgeschichte zu lernen, ist neben dem Vermögen zur Gottes-Erkenntnis der augenfälligste Unterschied zwischen Mensch und Tier. Der als außenpolitischer Denker chronisch unterschätzte Franz Josef Strauß gehörte zu jenen seltenen politischen Talenten, die über ein dichtes Geschichtswissen verfügten und dieses in der Tagespolitik anzuwenden versuchten.

    Ganz im Gegensatz zu seinen Epigonen, die nun beschlossen, einen nach Strauß benannten Preis dem letzten Generalsekretär der KPdSU und gescheiterten Sowjet-Präsidenten Michail Gorbatschow zu verleihen. Schlimm genug, dass zwei Jahrzehnte nach dem Untergang des kommunistischen Imperiums die irrationale „Gorbi-Manie“ noch immer nicht der sachlichen zeitgeschichtlichen Analyse gewichen ist. Dass aber ausgerechnet jener unverbesserliche Leninist, der die Freiheitsbewegungen in seinem Lande unterschätzte und unterdrückte, der den Kommunismus nicht abschaffen, sondern durch Reformen retten wollte, der mit seinem Slalom-Kurs schließlich zwischen allen Stühlen landete, nun den „Franz Josef Strauß Preis“ der Hanns-Seidel-Stiftung erhält, ist absurd. Nicht aus Einsicht oder Wille, sondern aus purer Schwäche und einer Serie von Fehleinschätzungen hat Gorbatschow zum Wandel in Europa beigetragen. Das ideologische System, das er verehrte, hat millionenfaches Leid über die Menschheit gebracht, bis es an inneren Widersprüchen zerbrach. Strauß dagegen war jahrzehntelang der Buhmann der deutschen Linksintellektuellen, weil er klar aussprach, worum es im Kalten Krieg tatsächlich ging: um „Freiheit oder Sozialismus“!