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    Kommentar: Runter vom Sofa

    Ob es den Beteiligten bewusst war: Der Unicef-Bericht über die Schicksale von Kindern, die in Kriegs- und Krisengebieten leben, wurde an dem Tag veröffentlicht, an dem die Kirche der unschuldigen Kinder gedenkt. Von Sebastian Sasse

    Unicef: Kinder werden immer stärker zur Zielscheibe
    ARCHIV - Ein Mädchen flieht durch eine zerstörte Gasse, während irakische Spezialeinheiten ihren Vorstoß gegen die Stell... Foto: Felipe Dana (AP)

    Ob es den Beteiligten bewusst war: Der Unicef-Bericht über die Schicksale von Kindern, die in Kriegs- und Krisengebieten leben, wurde an dem Tag veröffentlicht, an dem die Kirche der unschuldigen Kinder gedenkt. Der Kindermord des Herodes steht auch heute noch symbolisch für das Höchstmaß an Grausamkeit. Wer Gewalt gegen Kinder ausübt, der gilt immer noch als besonders aggressiv.

    Aber es darf nicht bei dieser Erschütterung bleiben. Es hilft nichts, angesichts von grausamen Fernsehbildern die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen, wenn sie danach wieder in den Schoß fallen. Dem Entsetzen müssen Taten folgen.

    Ein gutes Beispiel, wie so ein konkretes Engagement für Kinderrechte aussehen kann, bekommt die Politik, aber auch die Erwachsenen-Welt in diesen Tagen einmal durch die Sternsinger gezeigt. Sie engagieren sich konkret und setzen sich für die Recht ihrer Altersgenossen in anderen Teilen der Welt ein. So funktioniert Solidarität.

    Es wäre schön, wenn etwas von diesem Tatendrang die ganze Gesellschaft erfassen würde. Dabei muss auch beachtet werden: Nur wer selbst etwas tut, hat später auch das Recht mitzureden. Wer nur klagt, aber ansonsten keine Konsequenzen zieht, der sollte lieber schweigen. Also: Machen wir es wie die Sternensinger, folgen wir dem Stern und sorgen mit dafür, dass auch die Kinder, die in den schwierigen Regionen der Welt leben, eine Chance für ein besseres Leben bekommen.

    Die Zeit zwischen den Jahren wird gerne genutzt, sich hehre Vorsätze zu nehmen. Nun besteht die Möglichkeit, sie umsetzen. Die Rechte der Kinder sollten uns diese Anstrengung wert sein.

    Kinder sind die Zukunft der Welt – das sagt sich so leicht. Wenn aber Kinder eine Zukunft haben sollen und damit auch unsere Welt eine neue Perspektive bekommen soll, dann darf dieses Thema nicht nur in Sonntagsreden behandelt werden. Es muss auch im politischen Alltag ganz oben stehen. Vielleicht sprechen ja die Sternensinger Angela Merkel bei ihrem Besuch im Kanzleramt direkt darauf an. Es wäre gut.

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