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    Kommentar: Neuer Kurs, alte Bedenken

    Hatte US-Präsident Obama es vor einigen Wochen nicht noch als Phantasie bezeichnet, zu glauben, eine robustere Ausrüstung der moderaten syrischen Rebellen hätte seinerzeit das Ruder zu ihren Gunsten herumreißen können? Die aus Apothekern und Anwälten bestehende „Freie Syrische Armee“ hätte zu keinem Zeitpunkt gegen Assads Armee obsiegen können, meinte der amerikanische Oberbefehlshaber süffisant im Interview. An sie gelieferte Waffen könnten zudem in die falschen Hände fallen. Obamas Meinung scheint sich in- zwischen geändert zu haben, denn seine neue Anti- IS-Strategie sieht jetzt die Lieferung von Waffen nach Syrien und die verstärkte Ausbildung sogenannter mode- rater Rebellen vor. Beide Häuser des amerikanischen Kongresses haben ihm in dieser Woche ihre Zustimmung gegeben, mag manchen Falken in Washington die Unterstützung der Rebellen auch nicht weit genug gehen. Sie werfen Obama vor, aus seiner von 2011 an geäußerten Forderung nach einem Regimewechsel in Syrien nicht die nötige militärische Schlussfolgerung gezogen zu haben. Als Folge drohten die gemäßigten Kräfte jetzt zwischen dem Hammer Assad und dem Amboss IS zer- schlagen zu werden.

    Oliver Maksan. Foto: DT

    Hatte US-Präsident Obama es vor einigen Wochen nicht noch als Phantasie bezeichnet, zu glauben, eine robustere Ausrüstung der moderaten syrischen Rebellen hätte seinerzeit das Ruder zu ihren Gunsten herumreißen können? Die aus Apothekern und Anwälten bestehende „Freie Syrische Armee“ hätte zu keinem Zeitpunkt gegen Assads Armee obsiegen können, meinte der amerikanische Oberbefehlshaber süffisant im Interview. An sie gelieferte Waffen könnten zudem in die falschen Hände fallen. Obamas Meinung scheint sich in- zwischen geändert zu haben, denn seine neue Anti- IS-Strategie sieht jetzt die Lieferung von Waffen nach Syrien und die verstärkte Ausbildung sogenannter mode- rater Rebellen vor. Beide Häuser des amerikanischen Kongresses haben ihm in dieser Woche ihre Zustimmung gegeben, mag manchen Falken in Washington die Unterstützung der Rebellen auch nicht weit genug gehen. Sie werfen Obama vor, aus seiner von 2011 an geäußerten Forderung nach einem Regimewechsel in Syrien nicht die nötige militärische Schlussfolgerung gezogen zu haben. Als Folge drohten die gemäßigten Kräfte jetzt zwischen dem Hammer Assad und dem Amboss IS zer- schlagen zu werden.

    Doch handelt es sich nur um einen teilweisen Kurswechsel Obamas. Das Vor- rücken des IS im Irak hat Obama zwar gezeigt, dass sich das syrische Problem nicht mehr isolieren lässt und der IS im Irak allein nicht besiegt werden kann. Weil die meisten Amerikaner aber keine neuen Bodentruppen in Nahost sehen wollen und amerikanische Luftschläge allein nicht aus- reichen, IS zu schlagen, will und muss er die Lasten auf regionale Schultern verteilen, seien sie auch so schmal wie die der moderaten syrischen Rebellen. Die Waffen- lieferungen sind aber zunächst nur auf leichtes Gerät beschränkt und beginnen soll die Ausbildung in Saudi-Arabien erst in drei Monaten. Obama bleibt also zögerlich und versucht seine alten Bedenken mit den neuen Herausforderungen zu vereinbaren. Ob das IS und Assad wirklich um den Schlaf bringt? Aber vielleicht genügt es ja, wie der anti-interventionistische US-Senator Rand Paul jetzt meinte, das Chaos in Syrien zu vergrößern.