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    Kommentar: Muff in der Berliner Luft

    An einer Päpstlichen Universität in Rom zu promovieren ist nichts Ehrenrühriges. Das gilt auch für die Universität Santa Croce, an der der designierte Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki seinen Doktortitel erwarb, denn sie gehört seit Jahren zu den renommiertesten Hochschulen in Rom. Santa Croce bürgt für Qualität in Wissenschaft und Lehre. Dass die Uni keine geschlossene Gesellschaft ist, sondern im Geist wissenschaftlicher Weite Studenten aller Religionen offensteht, bedarf eigentlich keiner Erwähnung. Denn das Opus Dei unterscheidet sich darin nicht von anderen katholischen Hochschulen in der Ewigen Stadt. Auch bei den Augustinern, Benediktinern, Salesianern und Jesuiten stehen die Tore zur wissenschaftlichen Bildung allen Studenten offen.

    Regina Einig. Foto: DT

    An einer Päpstlichen Universität in Rom zu promovieren ist nichts Ehrenrühriges. Das gilt auch für die Universität Santa Croce, an der der designierte Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki seinen Doktortitel erwarb, denn sie gehört seit Jahren zu den renommiertesten Hochschulen in Rom. Santa Croce bürgt für Qualität in Wissenschaft und Lehre. Dass die Uni keine geschlossene Gesellschaft ist, sondern im Geist wissenschaftlicher Weite Studenten aller Religionen offensteht, bedarf eigentlich keiner Erwähnung. Denn das Opus Dei unterscheidet sich darin nicht von anderen katholischen Hochschulen in der Ewigen Stadt. Auch bei den Augustinern, Benediktinern, Salesianern und Jesuiten stehen die Tore zur wissenschaftlichen Bildung allen Studenten offen.

    Das nicht zu wissen hätte man vielleicht einem ostdeutsch sozialisierten konfessionslosen Parteimitglied der Linken nachgesehen, aber kaum der katholischen Berliner CDU-Abgeordneten Monika Grütters. Ihre erste öffentlich geäußerte Sorge nach der Ernennung galt der angeblichen Nähe des designierten Berliner Erzbischofs zum Opus Dei. Gesetzt den Fall, Woelki wäre tatsächlich ein Mann des Werks, so hätte das Wirken der Opus-Dei-Bischöfe im Weltepiskopat Befürchtungen Frau Grütters wohl zerstreuen können. In der offenen Gesellschaft christliche Pflöcke einzuschlagen gelingt ihnen nicht weniger als anderen.

    Frau Grütters hat ihre persönlichen Vorbehalte gegenüber dem neuen Berliner Erzbischof herausgeplappert, noch ehe der sich in Berlin vorgestellt hat. Wem dient das muffige Geschwätz? Will sie den Platz der katholischen Berliner Schnauze für sich beanspruchen, den die rustikale Hanna-Renata Laurien jahrelang ausfüllte? Stillosigkeit und mangelnde politische Kultur sind in der Ära Merkel zu einem Kernproblem der Union im Umgang mit der katholischen Kirche geworden. Eine Partei, deren Politikerinnen so unbedarft auftreten wie Frau Grütters, braucht sich nicht zu wundern, wenn ihr die Wählerinnen davonlaufen.