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    Kommentar: Lebensstil: Da ist was faul

    6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in deutschen Haushalten jährlich weggeworfen, Großverbraucher und Kantinen verursachen Verluste von 1,9 beziehungsweise 1,85 Millionen Tonnen, der Handel 550 000 Tonnen: Über elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen jährlich im Müll. Das hat eine Studie ergeben, die Verbraucherministerin Aigner am Dienstag vorgestellt hat. Viel zu viel vergammelt in unseren Kühlschränken und Speisekammern. Aber das ist nur eine Hälfte, die andere vergammelt auf dem Weg zu uns in Supermärkten und Lagerhallen, im Müll von Kantinen und Restaurants. Und vieles wird erst gar nicht geerntet, weil es angeblich zu dick, zu klein, zu krumm oder zu fleckig ist. Handelsnormen verurteilen Kartoffeln, Gurken, Möhren und Tomaten dazu, gleich auf den Feldern zu verrotten – und nicht nur in Deutschland. Wieviel Treibstoff, wieviel Dünger und Chemie werden dafür verschwendet? Wieviel Wasser verbraucht, wieviel Klimagase produziert, wieviel Boden vergeudet? Die Welt – allen voran die Industrieländer – wirft ohne zu zögern die Hälfte der Welternte in den Müll. Und gleichzeitig haben mehr als eine Milliarde Menschen nicht genug zu essen. Da ist etwas faul.

    6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in deutschen Haushalten jährlich weggeworfen, Großverbraucher und Kantinen verursachen Verluste von 1,9 beziehungsweise 1,85 Millionen Tonnen, der Handel 550 000 Tonnen: Über elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen jährlich im Müll. Das hat eine Studie ergeben, die Verbraucherministerin Aigner am Dienstag vorgestellt hat. Viel zu viel vergammelt in unseren Kühlschränken und Speisekammern. Aber das ist nur eine Hälfte, die andere vergammelt auf dem Weg zu uns in Supermärkten und Lagerhallen, im Müll von Kantinen und Restaurants. Und vieles wird erst gar nicht geerntet, weil es angeblich zu dick, zu klein, zu krumm oder zu fleckig ist. Handelsnormen verurteilen Kartoffeln, Gurken, Möhren und Tomaten dazu, gleich auf den Feldern zu verrotten – und nicht nur in Deutschland. Wieviel Treibstoff, wieviel Dünger und Chemie werden dafür verschwendet? Wieviel Wasser verbraucht, wieviel Klimagase produziert, wieviel Boden vergeudet? Die Welt – allen voran die Industrieländer – wirft ohne zu zögern die Hälfte der Welternte in den Müll. Und gleichzeitig haben mehr als eine Milliarde Menschen nicht genug zu essen. Da ist etwas faul.

    Aber ist dieser verantwortungslose Umgang mit der Natur, sind diese Berge verrotteter Lebensmittel bei den Satten und eine Milliarde Hungernder bei den Armen nicht unvermeidlich, wenn Ressourcen für unerschöpflich gehalten und im Zweifel darauf vertraut wird, die (Gen-)Technik werde leere Auslagen schon wieder füllen? Christen wissen: Die Schöpfung ist kein Steinbruch, der sich beliebig ausbeuten lässt, sondern ein Garten, den uns Gott zu verantwortungsvoller Pflege übergeben hat. Das kann sich in einem Konsum auswirken, der zeigt, dass weniger mehr sein kann, in einem Selbstbewusstsein, das nicht am Haben festmacht, in einem Verständnis von Lebensqualität, das auf die tausend Dinge verzichtet, die Otto Normalverbraucher besitzen will und die ihn Zeit, Zufriedenheit und den Blick auf den Mitmenschen kosten. Denn es ist gerade die Erfahrung der Liebe Gottes, die befähigt, die Güter dieser Schöpfung zu schützen, zu pflegen und gerecht zu teilen.