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    Kommentar: Islamistisches Krebsgeschwür

    Mit dem Treueschwur, den die nigerianischen Terroristen von Boko Haram jetzt dem „Islamischen Staat“ geleistet haben, wird deutlich, wie hoch der Marktwert ist, den der IS in der islamistischen Internationalen derzeit genießt. Binnen kürzester Zeit ist dem Kalifen Ibrahim alias Abu Bakr Al Baghdadi gelungen, sich an die Spitze des globalen Dschihad zu stellen. Al-Kaida-Chef Zawahiri sieht demgegenüber alt aus. Das hat vor allem mit der perfekt inszenierten, an apokalyptischen Mustern orientierten Brutalität der Organisation zu tun, aber auch mit ihren bis dahin präzedenzlosen Erfolgen: Der „Islamische Staat“ macht seinem Namen in Syrien und dem Irak alle Ehre. Die Kontrolle über weite Teile beider Länder ist trotz amerikanischer Luftschläge bislang nicht wirklich gefährdet. Das wirkt attraktiv auf gewaltbereite Muslime aus westlichen Ländern, aber auch auf verwandte Organisation in aller Welt. Vor der zuletzt arg unter Druck stehenden Gruppe Boko Haram haben sich ja bereits unter anderem ägyptische und libysche Gruppen Al Baghdadi unterstellt.

    Oliver Maksan. Foto: DT

    Mit dem Treueschwur, den die nigerianischen Terroristen von Boko Haram jetzt dem „Islamischen Staat“ geleistet haben, wird deutlich, wie hoch der Marktwert ist, den der IS in der islamistischen Internationalen derzeit genießt. Binnen kürzester Zeit ist dem Kalifen Ibrahim alias Abu Bakr Al Baghdadi gelungen, sich an die Spitze des globalen Dschihad zu stellen. Al-Kaida-Chef Zawahiri sieht demgegenüber alt aus. Das hat vor allem mit der perfekt inszenierten, an apokalyptischen Mustern orientierten Brutalität der Organisation zu tun, aber auch mit ihren bis dahin präzedenzlosen Erfolgen: Der „Islamische Staat“ macht seinem Namen in Syrien und dem Irak alle Ehre. Die Kontrolle über weite Teile beider Länder ist trotz amerikanischer Luftschläge bislang nicht wirklich gefährdet. Das wirkt attraktiv auf gewaltbereite Muslime aus westlichen Ländern, aber auch auf verwandte Organisation in aller Welt. Vor der zuletzt arg unter Druck stehenden Gruppe Boko Haram haben sich ja bereits unter anderem ägyptische und libysche Gruppen Al Baghdadi unterstellt.

    Man darf derartige Treueschwüre indes nicht überbewerten: Aus zwei Organisationen wird damit nicht automatisch und bruchlos eine. Und so schnell im islamistischen Bereich Bündnisse geschlossen werden, so schnell werden sie oft auch wieder aufgekündigt. Ideologie oder bloße Machtüberlegungen sind die Bruchstellen. Die Gruppen sind notorisch zerstritten. Der IS selbst war einst Teil von Al Kaida, bis es aufgrund von Methoden und Zielen zum Bruch zwischen beiden kam. Hinzu kommt, dass die Wirklichkeit in Nigeria eine andere ist als in Syrien oder dem Irak. Und natürlich sind die Organisationen sehr verschieden. All das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Westen es hier mit einer globalen Gefahr zu tun hat, die entschlossen ist, ihn auf Dauer und nach Kräften herauszufordern. Wie ein Krebsgeschwür breitet sich der dschihadistische Islam aus. Je zahlreicher die Orte werden, an denen er Fuß fasst und gleichzeitig weltweit vernetzt ist, desto gefährlicher wird er – für die islamische Welt wie auch den Westen.