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    Kommentar: Griechisches Hasardspiel

    Auf ihren Charme setzt die französische IWF-Chefin Christine Lagarde bei den Verhandlungen über Griechenland nicht mehr. „Das Dringlichste ist, dass wir wieder zu einem Dialog mit Erwachsenen im Raum kommen“, sagte sie am Donnerstagabend. Da war gerade wieder ein Treffen der Euro-Gruppe gescheitert und ein weiterer EU-Sondergipfel für Montag anberaumt worden. Lagarde legt den Finger in die Wunde: Nicht der ererbte Schuldenberg Griechenlands, nicht Athens Reformstau, auch nicht die Spielregeln der „Institutionen“ erzwingen den „Grexit“ und damit den Staatsbankrott Griechenlands. Die Geldgeber haben ja bewiesen, dass sie Geduld und Verständnis haben, hilfs- und zahlungsbereit sind, Aufschübe und Ausflüchte tolerieren. Doch die Chaostruppe, die in Athen derzeit regiert, weigert sich, Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen und Spielregeln zu akzeptieren. Statt wenigstens Reformwillen zu signalisieren, predigt Finanzminister Varoufakis seinen zunehmend genervten Kollegen in Europa die Grundsätze marxistischer Wirtschaftstheorie. Er will nicht akzeptieren, dass die Gesetze der Schwerkraft auch für den gelten, der sie aus ideologischen Gründen ablehnt.

    Stephan Baier. Foto: DT

    Auf ihren Charme setzt die französische IWF-Chefin Christine Lagarde bei den Verhandlungen über Griechenland nicht mehr. „Das Dringlichste ist, dass wir wieder zu einem Dialog mit Erwachsenen im Raum kommen“, sagte sie am Donnerstagabend. Da war gerade wieder ein Treffen der Euro-Gruppe gescheitert und ein weiterer EU-Sondergipfel für Montag anberaumt worden. Lagarde legt den Finger in die Wunde: Nicht der ererbte Schuldenberg Griechenlands, nicht Athens Reformstau, auch nicht die Spielregeln der „Institutionen“ erzwingen den „Grexit“ und damit den Staatsbankrott Griechenlands. Die Geldgeber haben ja bewiesen, dass sie Geduld und Verständnis haben, hilfs- und zahlungsbereit sind, Aufschübe und Ausflüchte tolerieren. Doch die Chaostruppe, die in Athen derzeit regiert, weigert sich, Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen und Spielregeln zu akzeptieren. Statt wenigstens Reformwillen zu signalisieren, predigt Finanzminister Varoufakis seinen zunehmend genervten Kollegen in Europa die Grundsätze marxistischer Wirtschaftstheorie. Er will nicht akzeptieren, dass die Gesetze der Schwerkraft auch für den gelten, der sie aus ideologischen Gründen ablehnt.

    Ob im Kreise der EU-Regierungschefs am Montag tatsächlich ein „Dialog mit Erwachsenen“ zustande kommt, darf man bezweifeln: Auch wenn Tsipras neben dem schillernden Luxuslinken Varoufakis den Biedermann gibt, tickt er doch nicht minder ideologisch. Statt die Reformliste in Athen vor dem Gipfel-Showdown vom Montag neu aufzusetzen, eilte Griechenlands Regierungschef am Freitag erst einmal nach Moskau, um mit Wladimir Putin Wirtschaftsgespräche zu führen. Die Idee, der Rest Europas müsse Athen einfach retten, schon damit sich das bankrotte EU-Mitglied nicht in die Arme Russlands wirft, dürfte bei dieser Reiseplanung Pate gestanden sein. Wenn sie demnächst an den Bankomaten kein Geld und an den Tankstellen keinen Treibstoff mehr bekommen, werden die Bürger Griechenlands erkennen, dass sie ihr Schicksal in die Hand verantwortungsloser Hasardeure gelegt haben.