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    Kommentar: Gott ist kein Mörder

    Ein Jahr nach den Anschlägen auf „Charlie Hebdo“ hat das Satiremagazin eine Sonderausgabe herausgebracht, in der sich die Macher des Blattes in der ihnen eigenen Weise mit den Anschlägen befassen. Sie haben Gott als Täter auf die Titelseite geholt. „Ein Jahr danach – der Mörder ist immer noch auf freiem Fuß“, heißt es über der Zeichnung eines bärtigen alten Mannes mit dem göttlichen Dreieck über dem Kopf. Das weiße Gewand ist blutbefleckt, auf dem Rücken trägt die flüchtende Figur eine Schnellfeuerwaffe. Dazu hat „Charlie Hebdo“ einen Kommentar veröffentlicht, der alle Religionen unflätig beschimpft.

    Markus Reder. Foto: DT

    Ein Jahr nach den Anschlägen auf „Charlie Hebdo“ hat das Satiremagazin eine Sonderausgabe herausgebracht, in der sich die Macher des Blattes in der ihnen eigenen Weise mit den Anschlägen befassen. Sie haben Gott als Täter auf die Titelseite geholt. „Ein Jahr danach – der Mörder ist immer noch auf freiem Fuß“, heißt es über der Zeichnung eines bärtigen alten Mannes mit dem göttlichen Dreieck über dem Kopf. Das weiße Gewand ist blutbefleckt, auf dem Rücken trägt die flüchtende Figur eine Schnellfeuerwaffe. Dazu hat „Charlie Hebdo“ einen Kommentar veröffentlicht, der alle Religionen unflätig beschimpft.

    Das alles ist weder originell noch komisch, ja noch nicht einmal ansatzweise intelligent, sondern erbärmlich dumm, grob beleidigend und fürchterlich leicht zu durchschauen. Schon deshalb verdient der Vorgang nicht mehr Aufmerksamkeit als nötig. Die Masche, mit derart berechenbaren Provokationen Aufmerksamkeit zu erzeugen und Auflage zu machen, sollte man „Charlie Hebdo“ nicht durchgehen lassen. Mal abgesehen vom Hass auf alles Religiöse zeugt diese Sonderausgabe von einem fatalen Unwillen, zu unterscheiden zwischen radikalen Islamisten, die Menschen ermorden und friedvollen Christen, die mit den Angehörigen um die Opfer trauern und den Terror des radikalen Islam scharf verurteilen. Damit ist einmal mehr offensichtlich: Neben den Pathologien der Religion gibt es auch die der Vernunft. Gott ist kein Mörder, er ist Liebe. Aggressive Atheisten und kämpferische Laizisten wollen das nicht wahrhaben Was tun? Auch sie lieben und für sie beten, vielleicht spüren sie dann irgendwann, worin der Unterschied zwischen gottlosem Hass auf alles Religiöse, krankhaftem religiösen Fanatismus und wahrer Humanität besteht, die im Glauben an Gott wurzelt.

    Nach den Anschlägen vor einem Jahr hat diese Zeitung jede Form von religiös motiviertem Terror als Perversion der Religion verurteilt. Aber wir haben inmitten der internationalen Welle der Solidarisierung auch getitelt „Wir sind nicht Charlie“. Dabei bleiben wir. Warum, sollte spätestens jetzt jedem einleuchten.