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    Kommentar: Gefährliche Weihnachten

    Weihnachten könnte wieder gefährlich werden. Während Christen hierzulande am Sonntag das Fest der Erscheinung des Herrn begehen, feiert die Orthodoxie am 6. Dezember ihr Weihnachtsfest. Die koptischen Christen tun dies ihrem Kalender entsprechend traditionell einen Tag später, am 29. Tag des koptischen Monats Khiakh. Doch ihre Festtagsfreude ist eingetrübt. Die Anschläge des vergangenen Jahres haben sich tief in die Seelen gegraben. Inzwischen ist viel geschehen in Ägypten. Doch die Lage bleibt weiter explosiv. Auch in anderen islamischen Ländern blicken Kirchenvertreter mit Sorge auf die bevorstehenden Feiertage. In die Hoffnung, der Friedensbringer, dessen Menschwerdung die Christenheit feiert, möge die Herzen erleuchten, damit Hass und Terror keine Chance haben, mischt sich die Angst vor neuen Anschlägen durch radikale Islamisten.

    Weihnachten könnte wieder gefährlich werden. Während Christen hierzulande am Sonntag das Fest der Erscheinung des Herrn begehen, feiert die Orthodoxie am 6. Dezember ihr Weihnachtsfest. Die koptischen Christen tun dies ihrem Kalender entsprechend traditionell einen Tag später, am 29. Tag des koptischen Monats Khiakh. Doch ihre Festtagsfreude ist eingetrübt. Die Anschläge des vergangenen Jahres haben sich tief in die Seelen gegraben. Inzwischen ist viel geschehen in Ägypten. Doch die Lage bleibt weiter explosiv. Auch in anderen islamischen Ländern blicken Kirchenvertreter mit Sorge auf die bevorstehenden Feiertage. In die Hoffnung, der Friedensbringer, dessen Menschwerdung die Christenheit feiert, möge die Herzen erleuchten, damit Hass und Terror keine Chance haben, mischt sich die Angst vor neuen Anschlägen durch radikale Islamisten.

    Umso schlimmer, wenn in einer derart angespannten Situation bewusst Öl ins Feuer gegossen wird. Ein französisches Satire-Blatt hat das in dieser Woche einmal mehr getan und neue Mohammed-Karikaturen veröffentlicht. Die Masche ist weder neu noch originell. Mit Karikaturen Muslime zu provozieren, ist keine Kunst, sondern eine durchsichtige und klar kalkulierte PR-Strategie. Wenig Aufwand, maximale internationale Aufmerksamkeit. Die Tragik dabei: Die Zeche zahlen die anderen – im schlimmsten Fall mit ihrem Blut. Besonders gefährdet sind die Christen in islamischen Ländern. Bislang hat es keine Ausschreitungen gegeben. Vielleicht helfen die verschiedenen Aufrufe innerhalb der islamischen Welt, Ruhe zu bewahren. Man kann es nur hoffen. Während sich westliche Satiriker in der Pose des Freiheitskämpfers gefallen, wenn sie religiöse Gefühle von Gläubigen verletzen, sind die Christen in islamischen Ländern die ersten Opfer. Ein Irrer genügt, um ein Blutbad anzurichten. Doch auch jene, die mit Provokationen als Brandbeschleuniger wirken, können sich ihrer Verantwortung nicht entziehen. Wer sich der Verantwortung für sein Tun verweigert, pervertiert die Freiheit, für die zu kämpfen er vorgibt.