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    Kommentar: Franziskus in Myanmar?

    Was eigentlich ist aus der Indien-Reise des Papstes geworden, die noch in diesem Jahr stattfinden sollte? Franziskus selber hatte dies schon vor längerer Zeit als eines der Wunschziele für 2017 geäußert, kombiniert mit einem Besuch der Ortskirche in Bangladesch. Dass diese bereit sei, hatte man immer wieder gehört – aber in Indien schienen die Vorbereitungen zu stocken. Jetzt hat einer der von Franziskus kreierten „Peripherie-Kardinäle“, Erzbischof Patrick D'Rozario von Dhaka, in einem Interview mit dem amerikanischen Online-Magazin „Crux“ bestätigt, dass man den Papst noch in diesem Jahr erwarte, und zwar in der Zeit zwischen dem 23. November und dem 8. Dezember. Und das zweite Ziel der Asien-Visite sei nicht mehr Indien, sondern Myanmar. D'Rozario zitierte dabei einen anderen „Peripherie-Kardinal“ von Franziskus, Erzbischof Charles Bo von Yangon in Myanmar: „Wir haben den Heiligen Vater nach Myanmar eingeladen und hoffen, dass er bald kommt.“ Noch hat der Vatikan die Reise nicht offiziell bestätigt, aber wenn es stimmt, was Bo sagt, wäre – nach dem Besuch in Kolumbien in der ersten Septemberhälfte und dem in Ägypten im April – das Jahresprogramm des Papstes um einen überaus exotischen Termin reicher.

    Guido Horst
    Guido Horst. Foto: DT

    Was eigentlich ist aus der Indien-Reise des Papstes geworden, die noch in diesem Jahr stattfinden sollte? Franziskus selber hatte dies schon vor längerer Zeit als eines der Wunschziele für 2017 geäußert, kombiniert mit einem Besuch der Ortskirche in Bangladesch. Dass diese bereit sei, hatte man immer wieder gehört – aber in Indien schienen die Vorbereitungen zu stocken. Jetzt hat einer der von Franziskus kreierten „Peripherie-Kardinäle“, Erzbischof Patrick D'Rozario von Dhaka, in einem Interview mit dem amerikanischen Online-Magazin „Crux“ bestätigt, dass man den Papst noch in diesem Jahr erwarte, und zwar in der Zeit zwischen dem 23. November und dem 8. Dezember. Und das zweite Ziel der Asien-Visite sei nicht mehr Indien, sondern Myanmar. D'Rozario zitierte dabei einen anderen „Peripherie-Kardinal“ von Franziskus, Erzbischof Charles Bo von Yangon in Myanmar: „Wir haben den Heiligen Vater nach Myanmar eingeladen und hoffen, dass er bald kommt.“ Noch hat der Vatikan die Reise nicht offiziell bestätigt, aber wenn es stimmt, was Bo sagt, wäre – nach dem Besuch in Kolumbien in der ersten Septemberhälfte und dem in Ägypten im April – das Jahresprogramm des Papstes um einen überaus exotischen Termin reicher.

    In Bangladesch bekennen sich neunzig Prozent der 163 Millionen Einwohner zum Islam, die Katholiken machen 0,3 Prozent der Einwohner aus – eine wirklich kleine Herde in einem muslimischen Meer. In Myanmar sind gerade einmal ein Prozent der gut fünfzig Millionen Einwohner katholisch, die große Mehrheit ist buddhistisch. Mit der Regierungschefin Aung San Suu Kyi hat eine Demokratisierung in dem Land begonnen, aber Menschenrechtsverletzungen gibt es immer noch. Bedroht sind vor allem nicht die Christen, sondern die Rohingya, eine muslimische Ethnie im Westen des Landes. Wie dem auch sei, Bangladesch und Myanmar wären zwei – nicht ganz ungefährliche – Reisen ganz im Stil Bergoglios, der es sich nicht nehmen lässt, sein Programm des „Hinaus an die Grenzen“ durchzuziehen – allem römischen Rumoren zum Trotz.