• aktualisiert:

    Kommentar: Ein Erfolg für Putin

    Mit dem Beginn des islamischen Opferfestes zum Sonnenuntergang am gestrigen Montag sollen in Syrien die Waffen für eine Woche schweigen. Das haben Russland und die USA jetzt vereinbart. Das ist rundum zu begrüßen. Überbewerten sollte man die Sache aber nicht. Denn den Menschen etwa in Aleppo und Idlib verschafft sie – so sie hält – voraussichtlich wenig mehr als eine Verschnaufpause. Schon im Februar war eine ähnliche Vereinbarung getroffen worden. Auch sie reduzierte zunächst spürbar die Kämpfe und erlaubte Hilfslieferungen in bedürftige Gebiete, von denen es bekanntlich genügend gibt. Doch schnell wurde die Vereinbarung brüchig und kollabierte schließlich ganz, um von einer Eskalation der Kampfhandlungen vor allem in Aleppo gefolgt zu werden. Die erste Stufe auf dem langen Weg hin zu einer politischen Beilegung des Konflikts war sie nicht. Das wird auch diesmal wahrscheinlich nicht der Fall sein. Denn weder ist ein Siegfriede einer Seite in Sicht, noch sind die Kriegsparteien erschöpft genug, um die notwendigen Zugeständnisse zu machen. Ähnlich wie der in vieler Hinsicht vergleichbare Konflikt im Libanon einige Jahrzehnte zuvor wird auch in Syrien wohl erst ein Ausbluten der kriegführenden Seiten ein Ende des Blutvergießens einleiten.

    Oliver Maksan. Foto: DT

    Mit dem Beginn des islamischen Opferfestes zum Sonnenuntergang am gestrigen Montag sollen in Syrien die Waffen für eine Woche schweigen. Das haben Russland und die USA jetzt vereinbart. Das ist rundum zu begrüßen. Überbewerten sollte man die Sache aber nicht. Denn den Menschen etwa in Aleppo und Idlib verschafft sie – so sie hält – voraussichtlich wenig mehr als eine Verschnaufpause. Schon im Februar war eine ähnliche Vereinbarung getroffen worden. Auch sie reduzierte zunächst spürbar die Kämpfe und erlaubte Hilfslieferungen in bedürftige Gebiete, von denen es bekanntlich genügend gibt. Doch schnell wurde die Vereinbarung brüchig und kollabierte schließlich ganz, um von einer Eskalation der Kampfhandlungen vor allem in Aleppo gefolgt zu werden. Die erste Stufe auf dem langen Weg hin zu einer politischen Beilegung des Konflikts war sie nicht. Das wird auch diesmal wahrscheinlich nicht der Fall sein. Denn weder ist ein Siegfriede einer Seite in Sicht, noch sind die Kriegsparteien erschöpft genug, um die notwendigen Zugeständnisse zu machen. Ähnlich wie der in vieler Hinsicht vergleichbare Konflikt im Libanon einige Jahrzehnte zuvor wird auch in Syrien wohl erst ein Ausbluten der kriegführenden Seiten ein Ende des Blutvergießens einleiten.

    Eine bloße Wiederholung vorheriger gescheiterter Versuche ist das neue Abkommen zwischen Moskau und den USA dabei nicht. Die Absicht, sich bei Militäreinsätzen gegen Dschihadisten operationell abzustimmen, ist so neu und ein wichtiger Fortschritt. Auch soll – das ist für die Rebellenseite entscheidend – mehr Klarheit herrschen, wer wo ein legitimes Ziel von Angriffen ist und wer nicht. Für Putin ist das Abkommen schon jetzt ein Erfolg, weil er einmal mehr auf Augenhöhe mit den USA verhandelt. Friedensnobelpreisträger Obama wiederum denkt auf den letzten Metern seiner Präsidentschaft vor allem an sein außenpolitisches Vermächtnis. Ein Sieg Hillary Clintons im November könnte derweil eine robustere US-Politik in Syrien zur Folge haben – und die jetzt erzielte US-russische Annäherung wieder kassieren.

    von Oliver Maksan