• aktualisiert:

    Kommentar: Dunkel und hell: Ost wie West

    Als Bundespräsident Joachim Gauck davon sprach, dass es ein dunkles und ein helles Deutschland gibt, hat er nicht Ost und West gemeint. Gauck hat Phänomene beschrieben, die für die gesamte Gesellschaft – Ost wie West – gelten. Die große Hilfsbereitschaft und das Engagement für Flüchtlinge auf der einen Seite. Auf der anderen Seite: Angst, Ablehnung bis hin zu Fremdenhass und Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. Helles Deutschland, Dunkeldeutschland. Beides existiert – nebeneinander, untereinander. So sehr man darauf achten muss, jede rechtsextreme Fremdenfeindlichkeit im Keim zu ersticken und ihr mit der ganzen Härte des Rechtsstaates zu begegnen, so nötig ist es, das Licht der Hilfsbereitschaft, das vom hellen Deutschland ausgeht, nicht unter den Scheffel zu stellen. Sonst bestimmen die Brandstifter, ihre rechtsradikalen Hintermänner und Finanziers und ihre erbärmlichen Mitläufer das Bild Deutschlands in der Öffentlichkeit. Ein, zwei Irre genügen, um ein Flüchtlingsheim in Brand zu stecken und damit weltweit Schlagzeilen zu produzieren. Hunderte hilfsbereite Hände braucht es, um Flüchtlinge zu betreuen und zu versorgen. Schlagzeilen bringt das kaum.

    Als Bundespräsident Joachim Gauck davon sprach, dass es ein dunkles und ein helles Deutschland gibt, hat er nicht Ost und West gemeint. Gauck hat Phänomene beschrieben, die für die gesamte Gesellschaft – Ost wie West – gelten. Die große Hilfsbereitschaft und das Engagement für Flüchtlinge auf der einen Seite. Auf der anderen Seite: Angst, Ablehnung bis hin zu Fremdenhass und Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. Helles Deutschland, Dunkeldeutschland. Beides existiert – nebeneinander, untereinander. So sehr man darauf achten muss, jede rechtsextreme Fremdenfeindlichkeit im Keim zu ersticken und ihr mit der ganzen Härte des Rechtsstaates zu begegnen, so nötig ist es, das Licht der Hilfsbereitschaft, das vom hellen Deutschland ausgeht, nicht unter den Scheffel zu stellen. Sonst bestimmen die Brandstifter, ihre rechtsradikalen Hintermänner und Finanziers und ihre erbärmlichen Mitläufer das Bild Deutschlands in der Öffentlichkeit. Ein, zwei Irre genügen, um ein Flüchtlingsheim in Brand zu stecken und damit weltweit Schlagzeilen zu produzieren. Hunderte hilfsbereite Hände braucht es, um Flüchtlinge zu betreuen und zu versorgen. Schlagzeilen bringt das kaum.

    Nun hat sich im Zuge der fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Heidenau ein Diskussion entsponnen, die ebenfalls schiefe Bilder produzieren kann: Ist der Osten fremdenfeindlicher als der Westen? Der Sprecher der Länderinnenminister, Roger Lewentz (SPD), sieht im Osten „eine größere Bereitschaft zu einer fremdenfeindlichen Radikalisierung“ als im Westen. Dagegen wehren sich die Ost-Ministerpräsidenten. Sie warnen davor, ihre Länder an den Pranger zu stellen. Das wäre in der Tat falsch und unverantwortlich, nicht zuletzt denen gegenüber, die sich im Osten für Flüchtlinge engagieren. Ebenso unverantwortlich wäre es freilich, die Frage nicht zulassen zu wollen, wo die tieferen Gründe für fremdenfeindliche Radikalisierungstendenzen im Osten liegen. Es geht weder um den Pranger, noch um Pauschalurteile, wohl aber darum, sich sachlich damit zu befassen, wie es um die Aufarbeitung der NS-Zeit im SED-Staat stand und welche ideologische Saat des Unrechtsstaat DDR hinterlassen hat. Wer sich der historischen Aufarbeitung verweigert, arbeitet – gewollt oder ungewollt – Brandstiftern in die Hände.