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    Kommentar: Druck auf Gröhe steigt

    Die in London ansässige Europäische Arzneimittelagentur (EMA) erwägt die EU-weite Freigabe eines Präparats der „Pille danach“. Bei der Pille mit dem Markennamen „Ella-One“ handelt sich um ein Konkurrenzprodukt zu den levonorgestrelhaltigen Präparaten, um deren Entlassung aus der Rezeptpflicht derzeit in Deutschland gerungen wird. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete gestern, nach Ansicht der EMA könne die Behörde allein über den Wegfall der Verschreibungspflicht des Präparates mit dem Wirkstoff Ulipristal entscheiden, da sie selbst dieses europaweit zugelassen habe. Anders verhalte es sich bei den früher zugelassenen levonorgestrelhaltigen Präparaten, die im Falle von Deutschland von der deutschen Arzneiaufsicht zugelassen worden seien, weshalb über deren Befreiung von der Rezeptpflicht nur das Bundesgesundheitsministerium entscheiden könne.

    Die in London ansässige Europäische Arzneimittelagentur (EMA) erwägt die EU-weite Freigabe eines Präparats der „Pille danach“. Bei der Pille mit dem Markennamen „Ella-One“ handelt sich um ein Konkurrenzprodukt zu den levonorgestrelhaltigen Präparaten, um deren Entlassung aus der Rezeptpflicht derzeit in Deutschland gerungen wird. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete gestern, nach Ansicht der EMA könne die Behörde allein über den Wegfall der Verschreibungspflicht des Präparates mit dem Wirkstoff Ulipristal entscheiden, da sie selbst dieses europaweit zugelassen habe. Anders verhalte es sich bei den früher zugelassenen levonorgestrelhaltigen Präparaten, die im Falle von Deutschland von der deutschen Arzneiaufsicht zugelassen worden seien, weshalb über deren Befreiung von der Rezeptpflicht nur das Bundesgesundheitsministerium entscheiden könne.

    Die Ankündigung der EMA, der ein entsprechender Antrag vorliegt, wird den Druck auf Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) erhöhen, der Empfehlung eines Ausschusses des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte Folge zu leisten, der sich im Januar für die Befreiung der levonorgestrelhaltigen Präparte von der Rezeptpflicht ausgesprochen hatte. Der Grund: Als wichtiges Argument gegen eine Rezeptfreigabe galt bislang, dass die Bundesregierung mit einem solchen Schritt zu einer Wettbewerbsverzerrung beitragen würde. Denn während die ulipristalhaltigen Präparate bislang nur von Ärzten bei entsprechender Indikation verschrieben werden dürfen, könnten levonorgestrelhaltige Konkurrenzprodukte ohne ein Rezept praktisch von jedermann in der Apotheke erstanden werden. Sollte die EMA den Antrag positiv bescheiden, würde das Argument der Wettbewerbsverzerrung wohl verwandt, um eine Freigabe der levonorgestrelhaltigen Präparte zu erreichen. Interessanterweise haben nicht einmal Bündnis 90/Die Grünen und die Linkspartei bislang die Rezeptfreigabe des ulipristalhaltigen Präparates gefordert. Der Grund: Der neuartige Wirkstoff galt bis lang als zu wenig erforscht.