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    Kommentar: Die Schlacht um England

    England ist, wenn man auf die Straße tritt, nach links schaut und dann von rechts über den Haufen gefahren wird. Linksverkehr ist ungewohnt – und die britische Presse ist es auch: ungewohnt aggressiv. Wieder hatte Papst Benedikt das Journalistengespräch während des Hinflugs in sein Besuchsland genutzt, um einige wichtige Botschaften vorauszuschicken. Etwa mit seinen unmissverständlichen Sätzen zum Missbrauchskandal, den er als „Schock“ empfunden habe. Oder als er, der deutsche Papst, direkt zu Beginn seiner Visite vor der Queen würdigte, dass Großbritannien und seine Verantwortlichen der Nazityrannei widerstanden hätten. Diese Worte sollten dazu beitragen, eine medial erzeugte Stimmung auf der Insel zu besänftigen, die man in den Tagen vor dem Besuch nur noch als giftig bezeichnen konnte. Doch was soll man machen? Die britische Presse suchte weiter das berühmte Haar in der Suppe und wurde fündig in einem zwei Tage alten Interview Kardinal Kaspers, dessen Bemerkung über das Völkergemisch auf dem Flugplatz Heathrow man auch so missverstehen konnte, als sei England auf das Niveau eines Dritte-Welt-Landes herabgesunken.

    England ist, wenn man auf die Straße tritt, nach links schaut und dann von rechts über den Haufen gefahren wird. Linksverkehr ist ungewohnt – und die britische Presse ist es auch: ungewohnt aggressiv. Wieder hatte Papst Benedikt das Journalistengespräch während des Hinflugs in sein Besuchsland genutzt, um einige wichtige Botschaften vorauszuschicken. Etwa mit seinen unmissverständlichen Sätzen zum Missbrauchskandal, den er als „Schock“ empfunden habe. Oder als er, der deutsche Papst, direkt zu Beginn seiner Visite vor der Queen würdigte, dass Großbritannien und seine Verantwortlichen der Nazityrannei widerstanden hätten. Diese Worte sollten dazu beitragen, eine medial erzeugte Stimmung auf der Insel zu besänftigen, die man in den Tagen vor dem Besuch nur noch als giftig bezeichnen konnte. Doch was soll man machen? Die britische Presse suchte weiter das berühmte Haar in der Suppe und wurde fündig in einem zwei Tage alten Interview Kardinal Kaspers, dessen Bemerkung über das Völkergemisch auf dem Flugplatz Heathrow man auch so missverstehen konnte, als sei England auf das Niveau eines Dritte-Welt-Landes herabgesunken.

    Papst Benedikt hat sich davon nicht beirren lassen und in seiner ersten Ansprache vor der Queen den aggressiven Atheismus in England als menschenverachtend verurteilt – wohl wissend, dass ein guter Teil der Angriffe der vergangenen Tage genau aus dieser Ecke gekommen waren. Das Fazit ist eigentlich klar: Für absehbare Zeit ist es ausgeschlossen, dass die Kirche mit einer unterwürfigen Rhetorik nochmals das Wohlwollen der säkularen Presse zurückgewinnt. Respekt verschafft sie sich allein, wenn sie ihre Auffassungen und Lehre offen und umfassend vertritt. Denn die sind aus einem Guss und in sich logisch. Die ersten Reaktionen der britischen Presse auf Benedikts ersten Englandtag belegen das. Zwar sprach der linke „Guardian“ von einer „Feuerattacke“ des Papstes auf den Atheismus. Aber man schätze auch das offene Visier, mit dem Benedikt XVI. die – katholischen – Dinge beim Namen nennt.

    von Guido Horst