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    Kommentar: Die Privatsphäre der Angestellten

    Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung: Der Menschenrechtsausschuss der UN-Vollversammlung in New York hat jetzt einstimmig einer überarbeiteten Resolution zugestimmt, die vom Schutz der Privatsphäre im digitalen Zeitalter handelt. Der Resolutionstext, der von Deutschland und Brasilien erarbeitet wurde, nimmt ausdrücklich auch Unternehmen der Privatwirtschaft in die moralische Pflicht, denn wenn Firmen Daten über die Telefon- und Internetnutzung der Bürger erheben, die „Einblicke in das Verhalten, die sozialen Beziehungen, private Vorlieben und die Identität“ von Menschen liefern, ist (ebenso wie bei staatlichen Einrichtungen) schnell Gefahr im Verzug. Schon jetzt wird man als Online-Nutzer und -Konsument oft mit erschreckend passgenauen kommerziellen Angeboten konfrontiert, die den eigenen bisherigen Vorlieben entsprechen. Solange es dabei um ein Buch oder Schuhe geht, mag dies sogar hilfreich sein. Was jedoch, wenn die Angebote zukünftig stärker auf die geistige und körperliche Gesundheit eingehen? Oder die Daten in kriminelle Geschäftshände fallen?

    Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung: Der Menschenrechtsausschuss der UN-Vollversammlung in New York hat jetzt einstimmig einer überarbeiteten Resolution zugestimmt, die vom Schutz der Privatsphäre im digitalen Zeitalter handelt. Der Resolutionstext, der von Deutschland und Brasilien erarbeitet wurde, nimmt ausdrücklich auch Unternehmen der Privatwirtschaft in die moralische Pflicht, denn wenn Firmen Daten über die Telefon- und Internetnutzung der Bürger erheben, die „Einblicke in das Verhalten, die sozialen Beziehungen, private Vorlieben und die Identität“ von Menschen liefern, ist (ebenso wie bei staatlichen Einrichtungen) schnell Gefahr im Verzug. Schon jetzt wird man als Online-Nutzer und -Konsument oft mit erschreckend passgenauen kommerziellen Angeboten konfrontiert, die den eigenen bisherigen Vorlieben entsprechen. Solange es dabei um ein Buch oder Schuhe geht, mag dies sogar hilfreich sein. Was jedoch, wenn die Angebote zukünftig stärker auf die geistige und körperliche Gesundheit eingehen? Oder die Daten in kriminelle Geschäftshände fallen?

    Dazu kommt beim Thema Datenschutz, Privatsphäre und Wirtschaft aber noch ein weiterer Aspekt, der oft übersehen wird: Die Entwicklung bei der digitalen Mitarbeiter-Überwachung. Ein Strichcode hier, ein Scanner da – in manchen Branchen, gerade im Logistik-Bereich, ist es mittlerweile üblich, dass Datenmaschinen verbunden mit Kameras und Chips über sämtliche (Nicht-)Aktivitäten der Arbeitnehmer informiert sind. Natürlich nur, um die Arbeitsabläufe zu „optimieren“, wie es dann butterweich heißt. Tatsächlich muss man aber entschieden nachfragen, ob eine solche Form der Mitarbeiterüberwachung nicht bereits gegen die Würde und die Freiheit des Menschen verstößt. Wer ständig mit dem Wissen arbeiten muss, dass seine Leistungskraft und alles, was er während der Arbeit tut, von Maschinen und dann von Menschen „gescreent“ wird, kann daran nachvollziehbar erkranken. Auch die Privatsphäre von Angestellten bei der Arbeit verdient den Schutz der Vereinten Nationen.