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    Kommentar: Die Entscheidung fällt in Berlin

    Ein schönes Geschenk zur Winterklausur der CSU-Spitzen in Wildbad Kreuth: 44 Prozent erreicht die bayerische Ausnahmepartei in einer aktuellen Umfrage des Bayerischen Rundfunks. Mit Genugtuung wird man notiert haben, dass die Opposition aus SPD, Grünen und Freien Wählern, die bei der kommenden Landtagswahl 2013 eine historische Wende herbeiführen könnte, auf 43 Prozent kommen. Als „bärenstark“ bezeichnete CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt seine Partei – und liegt damit völlig falsch. Denn von einer alleinregierenden CSU wie in alten Tagen braucht man gar nicht erst träumen. Zu knapp fällt der Vorsprung aus und das Wahljahr 2013 ist weit. Überhaupt verkennt man, dass das Schicksal der CSU nicht in der Heimat entschieden wird, sondern in Berlin. Denn dort muss die Kanzlerin große Herausforderungen bewältigen: Die Rettung des Euro etwa, oder die Energiewende. Die Wirtschaftsweisen schließen nicht aus, dass die gemeinsame Währung 2012 scheitert. Sollte es dazu kommen, wird auch der starke Wirtschaftsstandort Bayern leiden, die Arbeitslosigkeit steigen. Unzufriedene Bürger waren noch nie ein Segen für Regierende.

    Ein schönes Geschenk zur Winterklausur der CSU-Spitzen in Wildbad Kreuth: 44 Prozent erreicht die bayerische Ausnahmepartei in einer aktuellen Umfrage des Bayerischen Rundfunks. Mit Genugtuung wird man notiert haben, dass die Opposition aus SPD, Grünen und Freien Wählern, die bei der kommenden Landtagswahl 2013 eine historische Wende herbeiführen könnte, auf 43 Prozent kommen. Als „bärenstark“ bezeichnete CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt seine Partei – und liegt damit völlig falsch. Denn von einer alleinregierenden CSU wie in alten Tagen braucht man gar nicht erst träumen. Zu knapp fällt der Vorsprung aus und das Wahljahr 2013 ist weit. Überhaupt verkennt man, dass das Schicksal der CSU nicht in der Heimat entschieden wird, sondern in Berlin. Denn dort muss die Kanzlerin große Herausforderungen bewältigen: Die Rettung des Euro etwa, oder die Energiewende. Die Wirtschaftsweisen schließen nicht aus, dass die gemeinsame Währung 2012 scheitert. Sollte es dazu kommen, wird auch der starke Wirtschaftsstandort Bayern leiden, die Arbeitslosigkeit steigen. Unzufriedene Bürger waren noch nie ein Segen für Regierende.

    Ob die Partei um Horst Seehofer mit eigenen Akzenten punkten kann, ist kaum abzuschätzen. Die angestoßene Debatte um die Rente mit 67 ist schön und gut und sorgt für Aufmerksamkeit. Seehofer redet hier aber nur dem kleinen Mann nach dem Mund und verschweigt, dass eine Rückkehr zur alten Regelung schon wegen des demographischen Wandels schlichtweg nicht finanzierbar ist. Und das Werben für eine Rückkehr um den gescheiterten und ausgewanderten Karl-Theodor zu Guttenberg gleicht eher einer riskanten Wette, die nach hinten losgehen könnte. Niemand kann einschätzen, wie sich eine Rückkehr auswirken würde. Keine Zeit also zum Ausruhen für die CSU. Wenn sie an der Macht bleiben will, muss sie ihren Abstand auf die Oppositionsparteien vergrößern. Koste es, was es wolle. Die eigene Glaubwürdigkeit sollte man dabei aber schon wahren.