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    Kommentar: Bündnis – aber für wen?

    Die Bundeskanzlerin stellt fest: Deutschland muss kinderfreundlicher werden. Neu an dieser Feststellung ist das Datum. Während ihr christdemokratischer Vorgänger Kohl diesen Spruch meist in die Regierungserklärung packte und die Parteikollegen ihn dann gelegentlich sonntags über die Lippen brachten, findet Angela Merkel jetzt vier Wochen vor der Bundestagswahl und nach acht Jahren Regierung zu dieser Erkenntnis. Und sie will der alten Erkenntnis nun sogar Taten folgen lassen: Ein Bündnis für Kinder soll es richten.

    Die Bundeskanzlerin stellt fest: Deutschland muss kinderfreundlicher werden. Neu an dieser Feststellung ist das Datum. Während ihr christdemokratischer Vorgänger Kohl diesen Spruch meist in die Regierungserklärung packte und die Parteikollegen ihn dann gelegentlich sonntags über die Lippen brachten, findet Angela Merkel jetzt vier Wochen vor der Bundestagswahl und nach acht Jahren Regierung zu dieser Erkenntnis. Und sie will der alten Erkenntnis nun sogar Taten folgen lassen: Ein Bündnis für Kinder soll es richten.

    Man weiß nicht so recht, wie man das verstehen soll. Ist das guter Wille nach einer späten Erkenntnis oder eine Drohung? Käme der Vorschlag von Rot-Grün, wäre die Sache klar. Dann ließe sich das Bündnis für Kinder im Sinne von Mark Twains Definition der Erziehung interpretieren, nämlich als „organisierte Form der Verteidigung der Erwachsenen gegen die Kinder“ oder gegen die Familie schlechthin. SPD und Grüne haben immer versucht, die Familie auseinanderzudividieren und in ihre Einzelteile zu zerlegen, damit Vater Staat im Verbund mit der Wirtschaftsfunktionärselite, allen voran Leute wie der frühere Arbeitgeberpräsident Hundt, die Einzelteile besser manipulieren und in Funktion der Produktion setzen kann. Leider hat sich die CDU diesem Trend in der Regierungszeit von Frau Merkel angeschlossen. Die mit Verbissenheit geführten Debatten im „Krippenkrieg“ und die Streichungen familienwirksamer Leistungen in der Großen Koalition sind dafür ein trauriger Beleg. Jetzt wundert man sich, dass die potenziellen Eltern nicht freiwillig arm werden wollen. Es ist der CSU zu verdanken, dass mit dem Betreuungsgeld im letzten Jahr eine Trendwende eingeleitet wurde zurück zu mehr Gerechtigkeit für die Familie. Nur in diesem Sinn ergibt ein Bündnis für Kinder Sinn. Denn immer noch ist es in diesem Land so, dass die ganz überwiegende Zahl der Eltern ihre Kinder liebt, für sie auch das Risiko der Armut eingeht und die Verachtung sowie Ungerechtigkeiten vieler Politiker und Medienleute erträgt.