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    Kommentar: Ägypten: Jetzt muss Sisi liefern

    Jetzt muss Sisi liefern. Er muss ein prekäres Land stabilisieren. Der in dieser Woche mit über 93 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählte neue Präsident Ägyptens hat das schwerste Stück Arbeit noch vor sich. Der Start war alles andere als makellos. Nur etwa 46 Prozent der Wahlberechtigten haben den Weg zur Urne auf sich genommen. Der Lack der Putschregierung sei ab, meinen manche Beobachter schon. Doch steht Sisi damit wirklich ohne Kleider da? In der Tat ist es nicht der Start, den sich der Feldmarschall gewünscht hat. Dass kurzerhand die Wahlen um einen Tag verlängert wurden, um mehr Menschen die Gelegenheit zur Wahl zu geben, ist nicht gerade Ausdruck demokratischer Reife. Doch aufgrund der Wahlbeteiligung zu sagen, Sisi hätte keinen Rückhalt, ist falsch. Die Ägypter sind der permanenten Abstimmungen einfach müde. Zudem war Sisis Wahl absehbar, weshalb viele sich nicht genötigt sahen, wählen zu gehen. Und zum Vergleich: Als Mursi 2012 ins Amt gewählt wurde, als die Ägypter angesichts des Muslimbruders und Ahmed Schafiks, Mubaraks letzten Premiers, vor einer echten Richtungswahl standen, beteiligte sich auch nur etwas mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten. Wie auch immer: Sisi muss jetzt liefern. Das erwartet die Mehrheit der Ägypter, die zu kämpfen haben, den bloßen Alltag zu bewältigen. Das erwarten auch Sisis Patrone am Golf. Mit ihnen hat der fromme Muslim einen Pakt geschlossen: Ausschaltung der Muslimbruderschaft im Gegenzug für Milliarden Petrodollar. Sisi wird deshalb im Kampf gegen die Muslimbrüder nicht nachlassen – Washington hin, Brüssel her. Denn mit dem Geld vom Golf steht und fällt seine Herrschaft.

    Jetzt muss Sisi liefern. Er muss ein prekäres Land stabilisieren. Der in dieser Woche mit über 93 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählte neue Präsident Ägyptens hat das schwerste Stück Arbeit noch vor sich. Der Start war alles andere als makellos. Nur etwa 46 Prozent der Wahlberechtigten haben den Weg zur Urne auf sich genommen. Der Lack der Putschregierung sei ab, meinen manche Beobachter schon. Doch steht Sisi damit wirklich ohne Kleider da? In der Tat ist es nicht der Start, den sich der Feldmarschall gewünscht hat. Dass kurzerhand die Wahlen um einen Tag verlängert wurden, um mehr Menschen die Gelegenheit zur Wahl zu geben, ist nicht gerade Ausdruck demokratischer Reife. Doch aufgrund der Wahlbeteiligung zu sagen, Sisi hätte keinen Rückhalt, ist falsch. Die Ägypter sind der permanenten Abstimmungen einfach müde. Zudem war Sisis Wahl absehbar, weshalb viele sich nicht genötigt sahen, wählen zu gehen. Und zum Vergleich: Als Mursi 2012 ins Amt gewählt wurde, als die Ägypter angesichts des Muslimbruders und Ahmed Schafiks, Mubaraks letzten Premiers, vor einer echten Richtungswahl standen, beteiligte sich auch nur etwas mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten. Wie auch immer: Sisi muss jetzt liefern. Das erwartet die Mehrheit der Ägypter, die zu kämpfen haben, den bloßen Alltag zu bewältigen. Das erwarten auch Sisis Patrone am Golf. Mit ihnen hat der fromme Muslim einen Pakt geschlossen: Ausschaltung der Muslimbruderschaft im Gegenzug für Milliarden Petrodollar. Sisi wird deshalb im Kampf gegen die Muslimbrüder nicht nachlassen – Washington hin, Brüssel her. Denn mit dem Geld vom Golf steht und fällt seine Herrschaft.

    Die Christen des Landes begrüßen die Wahl Sisis begeistert. Zwar hatten die Kirchenführer sich offiziell einigermaßen bedeckt gehalten. Doch ist es ein offenes Geheimnis, dass Sisi die Herzen der Christen gehören. Setzt er die neue, nach Mursis Sturz überarbeite Verfassung um, dann ist Ägypten einen entscheidenden Schritt weiter auf dem Weg zu mehr Gleichheit zwischen seinen christlichen und muslimischen Staatsbürgern.