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    Kein Ende des Sterbens in Gaza

    Tel Aviv (DT/om/dpa) Von den seit Beginn der israelischen Militäroffensive getöteten 172 Palästinensern sind ein knappes Drittel Frauen und Kinder. Dies geht aus einer Liste der Opfer hervor. Sie wurde am Montag von Aschraf al-Kidra veröffentlicht, dem Leiter der Rettungskräfte in Gaza. Unter den Toten sind demnach 22 Frauen und sieben minderjährige Mädchen. 24 Opfer seien Jungen unter 18 Jahren. Das jüngste Opfer sei ein 18 Monate altes Baby. Vier weitere Tote waren jünger als sechs Jahre alt. Wie viele der 119 getöteten Männer Zivilisten sind, lässt sich derzeit nicht zweifelsfrei klären. Zwei der Männer waren der Liste zufolge bei ihrem Tod 75 und 80 Jahre alt. Die Todeszahlen übersteigen mittlerweile die der letzten israelischen Offensive. Bei einem achttägigen Konflikt im November 2012 starben 167 Menschen.

    Rauch steigt auf über Gaza-Stadt nach einem Luftangriff der israelischen Streitkräfte. Foto: dpa

    Tel Aviv (DT/om/dpa) Von den seit Beginn der israelischen Militäroffensive getöteten 172 Palästinensern sind ein knappes Drittel Frauen und Kinder. Dies geht aus einer Liste der Opfer hervor. Sie wurde am Montag von Aschraf al-Kidra veröffentlicht, dem Leiter der Rettungskräfte in Gaza. Unter den Toten sind demnach 22 Frauen und sieben minderjährige Mädchen. 24 Opfer seien Jungen unter 18 Jahren. Das jüngste Opfer sei ein 18 Monate altes Baby. Vier weitere Tote waren jünger als sechs Jahre alt. Wie viele der 119 getöteten Männer Zivilisten sind, lässt sich derzeit nicht zweifelsfrei klären. Zwei der Männer waren der Liste zufolge bei ihrem Tod 75 und 80 Jahre alt. Die Todeszahlen übersteigen mittlerweile die der letzten israelischen Offensive. Bei einem achttägigen Konflikt im November 2012 starben 167 Menschen.

    Die israelischen Luftangriffe sind eine Reaktion auf den ständigen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. Konservative israelische Politiker sprachen sich nun gegen eine rasche Waffenruhe mit der im Gazastreifen herrschenden Hamas aus. Seew Elkin von der regierenden Likud-Partei sagte: „Wir müssen weiter Schläge gegen die Hamas austeilen und wenn notwendig auch mit Bodentruppen vorgehen.“ Ein Streben Israels nach einer Waffenruhe würde von der anderen Seite als Schwäche ausgelegt, warnte er. Außenminister Avigdor Lieberman betonte im Gespräch mit der Nachrichtenseite „ynet“, alle Optionen seien offen. „Wir haben das Gefühl, dass die internationale Gemeinschaft um jeden Preis Ruhe erzielen will.“ Sollte der Schlagabtausch jetzt enden, werde es jedoch in Kürze wieder eine neue Runde der Gewalt geben.

    Unterdessen hat in Israel eine Debatte über mögliche Kriegsverbrechen seitens der israelischen Streitkräfte begonnen. Die israelische Menschenrechtsorganisation „B'Tselem“ wirft ihnen in einer Mitteilung vom Sonntag vor, völkerrechtswidrige Angriffe gegen zivile Wohnhäuser zu fliegen, die nicht direkt mit den gegen Israel gerichteten Handlungen zu tun hätten. Solange ein Haus nämlich nicht einwandfrei als Waffenlager, Kommandozentrale oder ähnliches identifiziert sei, sei das Gebäude nach dem humanitären Kriegsrecht kein militärisch legitimes Ziel und die Zerstörung verboten. Strafmaßnahmen gegen militante Bewohner allein rechtfertigten ein solches Vorgehen nicht, solange kein direkter Zusammenhang zwischen feindlichen Handlungen und dem Gebäude festgestellt sei. B'tselem zählt nach eigenen Angaben seit Beginn der jüngsten israelischen Militäroffensive 52 Todesopfer, die bei diesen mutmaßlich illegalen Angriffen ums Leben gekommen seien. Darunter hätten sich 18 Minderjährige und zwölf Frauen befunden. „Es ist kein Zufall“, so die Organisation weiter, „dass die Zahl der bei diesen Bombardements getöteten oder verletzten unbeteiligten Zivilisten steigt. Illegale Angriffe auf Häuser, die eine Hauszerstörung als Strafmaßnahme aus der Luft darstellen, haben einen schrecklich hohen Preis an Menschenleben.“

    „Gaza, ein großes Begräbnis“ titelt die ägyptische Zeitung „Al-Masry al-Youm“ angesichts israelischer Angriffe auf den Gazastreifen. Tunesische Medien berichten von einem „Massaker“ an Palästinensern und geben damit das wieder, was auch die Menschen auf der Straße denken.

    Der Abschuss einer Drohne der palästinensischen Hamas-Miliz über der südisraelischen Stadt Aschdod lenkte die Aufmerksamkeit auf den unbemannten Luftkrieg in Nahost. Während Experten über Herkunft und Beschaffenheit des zerstörten Hamas-Fluggeräts noch rätseln, hat Israel ein weithin bekanntes und auch international vermarktbares Drohnenprogramm.

    Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist am Montag zu einer Vermittlungsmission in den Nahen Osten abgeflogen. Am heutigen Dienstag reist Steinmeier von Jordanien nach Israel und ins Westjordanland weiter. Dort sind unter anderem Treffen mit dem israelischen Außenminister Avigdor Lieberman und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geplant. Internationale Friedensappelle verhallten bislang ungehört.