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    Kämpfe um Aleppo gehen weiter

    Moskau/Hamburg (DT/dpa) In der nordsyrischen Stadt Aleppo fliehen immer mehr Menschen aus den schwer umkämpften schrumpfenden Rebellengebieten. Mittlerweile hätten 100 000 Zivilisten die noch von oppositionellen Milizen kontrollierten Viertel in Ost-Aleppo verlassen, erklärte die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ am Freitag. Trotz einer von Russland verkündeten Waffenruhe gingen die Kämpfe in Aleppo weiter. Truppen der Regierung hätten die Rebellengebiete mit Artillerie und aus der Luft angegriffen, meldete die Beobachtungsstelle.

    Unter Lebensgefahr fliehen Menschen aus den umkämpften Ruinen der einst blühenden syrischen Metropole Aleppo. Foto: AMC/dpa

    Moskau/Hamburg (DT/dpa) In der nordsyrischen Stadt Aleppo fliehen immer mehr Menschen aus den schwer umkämpften schrumpfenden Rebellengebieten. Mittlerweile hätten 100 000 Zivilisten die noch von oppositionellen Milizen kontrollierten Viertel in Ost-Aleppo verlassen, erklärte die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ am Freitag. Trotz einer von Russland verkündeten Waffenruhe gingen die Kämpfe in Aleppo weiter. Truppen der Regierung hätten die Rebellengebiete mit Artillerie und aus der Luft angegriffen, meldete die Beobachtungsstelle.

    Aktivisten aus der Region berichteten am Morgen, es sei heftiger Gefechtslärm zu hören. Nach Angaben der Menschenrechtler beschossen Rebellen Viertel unter Kontrolle der Regierung und verbündeter Milizen. Aleppo gehört zu den umkämpftesten Gebieten in dem fast sechs Jahre dauernden Krieg um Syrien. Die Armee von Präsident Assad und verbündete Milizen hatten zuletzt rund 80 Prozent der bisherigen Rebellengebiete in Ost-Aleppo erobert. Syriens Regierung hatte in dieser Woche erklärt, sie werde einer Waffenruhe erst zustimmen, wenn die Rebellen aus Aleppo abziehen.

    Die Regimegegner fordern, zunächst müssten Verletzte und Zivilisten unter Aufsicht der Vereinten Nationen die Stadt verlassen können. Da die Viertel unter Kontrolle von Oppositionskräften seit Wochen blockiert sind, wird dort die humanitäre Lage immer dramatischer. Hilfsorganisationen berichten von akutem Mangel an Trinkwasser, Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung. Nach russischen Angaben verließen innerhalb von 24 Stunden rund 8 500 Menschen die Konfliktzone. Zudem hätten einige Kämpfer die Waffen niedergelegt, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Ein Sprecher der Rebellengruppe Nur al-Din al-Sinki, Jassir Jussif, erklärte hingegen, in den vergangenen 24 Stunden habe niemand die umkämpften Gebiete im Osten Aleppos verlassen. Russland ist ein Verbündeter Syriens und unterstützt die Regierungstruppen.

    Menschenrechtsbeobachter erklärten, 70 000 Menschen seien in Gebiete Aleppos geflohen, die von Regimekräften beherrscht werden. Weitere 30 000 Menschen fanden demnach Zuflucht in Stadtvierteln unter der Kontrolle kurdischer Einheiten. In den verbliebenen Rebellengebieten hielten sich nach Schätzungen noch rund 120 000 Menschen auf. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte am Donnerstag gesagt, die syrische Armee habe ihre Angriffe in Aleppo unterbrochen, um etwa 8 000 Zivilisten aus der Stadt zu bringen. Er kündigte zudem ein Treffen russischer und amerikanischer Experten für diesen Samstag in Genf an. Sie sollten ein Abkommen mit einer Lösung für Ost-Aleppo erarbeiten.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht im Syrien-Konflikt noch Chancen für eine Absprache mit den USA über Aleppo. „Wenn sich die US-Experten nicht wieder etwas ausdenken und auf den Tisch legen – wie zuletzt vor ein paar Tagen –, dann gibt es eine sehr gute Möglichkeit, sich zu einigen“, sagte Lawrow am Freitag in Hamburg. Russische und amerikanische Experten sollen an diesem Samstag in Genf über einen möglichen Abzug von Kämpfern aus dem Osten der Stadt beraten. Parallel dazu findet in Paris ein Ministertreffen der sogenannten Syrien-Freundesgruppe statt, bei dem auch US-Außenminister John Kerry und der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier dabei sind.

    Zugleich betonte Lawrow, dass eine am Donnerstag einseitig ausgerufene Feuerpause in Aleppo nur vorübergehend sein solle, um den Menschen zu ermöglichen, die Stadt zu verlassen. Von einem „kompletten Waffenstillstand“ habe er selbst nie gesprochen. Anschließend werde solange weitergekämpft, „bis die Banditen die Stadt verlassen“ hätten. Die Armee von Präsident Baschar al-Assad hatte mit russischer Hilfe eine Offensive gegen den von Rebellen gehaltenen Osten Aleppos eingeleitet und seitdem mehrere Viertel eingenommen.