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    Italiens Bischöfe rügen die Politik

    Rom (DT/KNA/dpa) Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, hat sich besorgt über den Zustand der italienischen Politik geäußert. Diese leide unter einem „Qualitätsverlust“, sagte Bagnasco am Montagabend in seiner Eröffnungsrede vor der Vollversammlung der Bischöfe in Assisi. Es existiere die Gefahr eines schwindenden Vertrauens der Bevölkerung in die politische Klasse. Es bleibe nicht mehr viel Zeit, um das Land wieder „flott zu machen“, so der Erzbischof von Genua. Zugleich rief Bagnasco die katholischen Laien zu verstärktem politischen Engagement auf. Die Gläubigen müssten ohne Scheu politische Fragen erörtern und für ihre moralischen Überzeugungen eintreten, forderte er. Katholiken sollten ihre Wertvorstellungen nicht nur bekunden, sondern auch in der politischen Praxis verwirklichen. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hielt ein Plädoyer für die Einheit Italiens. Die Gefahr einer Spaltung des Landes gehe nicht so sehr von der „ein oder anderen“ Initiative einer Partei aus, sondern von Tendenzen, einen Teil des Landes in Europa zu verankern und den anderen Teil zu vernachlässigen. Bagnasco rief zudem dazu auf, einen Runden Tisch zu gründen, um einen Notfallplan zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit auszuarbeiten. Unterdessen spitzt sich der Machtkampf in Rom weiter zu. „Ich werde keine Regierungskrise im Dunkeln eröffnen, nicht zurücktreten und auch nicht nachgeben“, sagte Premier Berlusconi nach Angaben des „Corriere della Sera“ (Mittwochausgabe). Mehrfach hatte Berlusconi betont, bis zum Ende der Legislaturperiode 2013 regieren zu wollen. Dennoch verglichen Zeitungen die politische Situation Italiens am Mittwoch bereits mit dem „Untergang der Titanic“. Am Dienstag hatte Berlusconi eine Abstimmung über seine umstrittene Ausländerpolitik verloren, weil die neue Fraktion von Gianfranco Fini, seines ehemaligen Bündnispartners, erstmals mit der Opposition stimmte.

    Rom (DT/KNA/dpa) Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, hat sich besorgt über den Zustand der italienischen Politik geäußert. Diese leide unter einem „Qualitätsverlust“, sagte Bagnasco am Montagabend in seiner Eröffnungsrede vor der Vollversammlung der Bischöfe in Assisi. Es existiere die Gefahr eines schwindenden Vertrauens der Bevölkerung in die politische Klasse. Es bleibe nicht mehr viel Zeit, um das Land wieder „flott zu machen“, so der Erzbischof von Genua. Zugleich rief Bagnasco die katholischen Laien zu verstärktem politischen Engagement auf. Die Gläubigen müssten ohne Scheu politische Fragen erörtern und für ihre moralischen Überzeugungen eintreten, forderte er. Katholiken sollten ihre Wertvorstellungen nicht nur bekunden, sondern auch in der politischen Praxis verwirklichen. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hielt ein Plädoyer für die Einheit Italiens. Die Gefahr einer Spaltung des Landes gehe nicht so sehr von der „ein oder anderen“ Initiative einer Partei aus, sondern von Tendenzen, einen Teil des Landes in Europa zu verankern und den anderen Teil zu vernachlässigen. Bagnasco rief zudem dazu auf, einen Runden Tisch zu gründen, um einen Notfallplan zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit auszuarbeiten. Unterdessen spitzt sich der Machtkampf in Rom weiter zu. „Ich werde keine Regierungskrise im Dunkeln eröffnen, nicht zurücktreten und auch nicht nachgeben“, sagte Premier Berlusconi nach Angaben des „Corriere della Sera“ (Mittwochausgabe). Mehrfach hatte Berlusconi betont, bis zum Ende der Legislaturperiode 2013 regieren zu wollen. Dennoch verglichen Zeitungen die politische Situation Italiens am Mittwoch bereits mit dem „Untergang der Titanic“. Am Dienstag hatte Berlusconi eine Abstimmung über seine umstrittene Ausländerpolitik verloren, weil die neue Fraktion von Gianfranco Fini, seines ehemaligen Bündnispartners, erstmals mit der Opposition stimmte.