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    Im selben Boot

    Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hat recht, wenn er bei Verboten religiöser Symbole zur Zurückhaltung rät. In einem Interview sagte er am Wochenende, dass ein striktes Kopftuchverbot für muslimische Frauen im öffentlichen Raum dazu führen könne, dass auch christliche Symbole unter Beschuss gerieten. Und tatsächlich zeigt die Erfahrung in Ländern wie Frankreich, dass dem Kopftuch schnell Kippa und Kreuz folgen können. Dort müssen Schüler gleichermaßen Kopftücher und Kreuzanhänger vor der Schultüre abgeben. Der Laizismus ist damit konsequent. Nicht auszuschließen ist indes, dass aufgrund der Gleichberechtigung auch deutsche Laizisten sehr schnell ein Verbot christlicher Symbole fordern könnten, wenn muslimische den Anfang machen müssen.

    Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hat recht, wenn er bei Verboten religiöser Symbole zur Zurückhaltung rät. In einem Interview sagte er am Wochenende, dass ein striktes Kopftuchverbot für muslimische Frauen im öffentlichen Raum dazu führen könne, dass auch christliche Symbole unter Beschuss gerieten. Und tatsächlich zeigt die Erfahrung in Ländern wie Frankreich, dass dem Kopftuch schnell Kippa und Kreuz folgen können. Dort müssen Schüler gleichermaßen Kopftücher und Kreuzanhänger vor der Schultüre abgeben. Der Laizismus ist damit konsequent. Nicht auszuschließen ist indes, dass aufgrund der Gleichberechtigung auch deutsche Laizisten sehr schnell ein Verbot christlicher Symbole fordern könnten, wenn muslimische den Anfang machen müssen.

    So konsequent der Laizismus tendenziell ist, so denkfaul ist er auch. Konkrete Einzelfalllösungen müssen indes her, die die Religionsfreiheit des Einzelnen mit der weltanschaulichen Neutralität des Staates vereinbaren. Wenn der Minister sagt, dass er einer Mitarbeiterin in seinem Ministerium das Kopftuch nur dann verbieten würde, wenn es Ausdruck radikaler Gesinnung und nicht religiösen Glaubens ist, weist dies in die richtige Richtung.

    Bei allem Unbehagen an Integrationsunwilligkeit und Furcht vor einem militanten Islam: Das deutsche Grundgesetz reiht die Religionsfreiheit unter die vornehmsten Rechte des Menschen ein. Es muss deshalb außergewöhnlich gewichtige Gründe geben, diese einzuschränken. Die Furcht vor einer gefühlten Islamisierung gehört genauso wenig dazu wie die Sehnsucht nach einem religiös homogenen Abendland. Christen müssen begreifen lernen, dass mit kluger Toleranz nicht nur ihren muslimischen Mitbürgern gedient ist, sondern auch ihnen selbst. om