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    Im Namen der Wahrheit

    Weihnachten in der Petersbasilika – ganz im Zeichen der Wahrheit und des Friedens, verbunden mit einem Aufruf zum starken Glauben, dazu, Gott Platz zu machen im Leben und Denken. Bereits mit seinem letzten vorweihnachtlichen „Zwitschern“ über den Mikro-Blogging-Dienst „Twitter“ hatte Papst Benedikt XVI. am 21. Dezember seine weit über zwei Millionen „Follower“ – und nicht nur diese – auf die Kernthemen eingestimmt, unter die er das diesjährige Weihnachtsfest stellen wird: „Wir haben die Wahrheit nicht, aber sie hat uns. Christus, der die Wahrheit ist, nimmt uns bei der Hand“; und: „Wenn du Gott leugnest, leugnest du die Würde des Menschen. Wer Gott verteidigt, verteidigt den Menschen.“ In seiner Predigt zur Christmette erläuterte der Papst diese Wahrheit: „In Jesus, der in Bethlehem aus der Jungfrau Maria geboren wurde, sind wirklich Liebe und Wahrheit einander begegnet, haben sich Gerechtigkeit und Friede geküsst. Die Wahrheit ist aus der Erde hervorgesprosst, und die Gerechtigkeit hat vom Himmel herniedergeblickt.“ Den heiligen Augustinus zitierend erklärte Benedikt XVI.: „Mit diesem Fest, das jedes Jahr wiederkehrt, feiern wir also den Tag, an dem sich die Prophetie erfüllte: Die Wahrheit, die zu fassen der Himmel nicht ausreicht, ist aus der Erde hervorgesprosst, um in eine Krippe gelegt zu werden. Zu wessen Nutzen hat ein so großer Gott sich so erniedrigt? Sicher nicht zu seinem eigenen, sondern zu unserem großen Nutzen, wenn wir glauben.“

    „In Jesus, der in Bethlehem aus der Jungfrau Maria geboren wurde, sind wirklich Liebe und Wahrheit einander begegnet, ha... Foto: dpa

    Weihnachten in der Petersbasilika – ganz im Zeichen der Wahrheit und des Friedens, verbunden mit einem Aufruf zum starken Glauben, dazu, Gott Platz zu machen im Leben und Denken. Bereits mit seinem letzten vorweihnachtlichen „Zwitschern“ über den Mikro-Blogging-Dienst „Twitter“ hatte Papst Benedikt XVI. am 21. Dezember seine weit über zwei Millionen „Follower“ – und nicht nur diese – auf die Kernthemen eingestimmt, unter die er das diesjährige Weihnachtsfest stellen wird: „Wir haben die Wahrheit nicht, aber sie hat uns. Christus, der die Wahrheit ist, nimmt uns bei der Hand“; und: „Wenn du Gott leugnest, leugnest du die Würde des Menschen. Wer Gott verteidigt, verteidigt den Menschen.“ In seiner Predigt zur Christmette erläuterte der Papst diese Wahrheit: „In Jesus, der in Bethlehem aus der Jungfrau Maria geboren wurde, sind wirklich Liebe und Wahrheit einander begegnet, haben sich Gerechtigkeit und Friede geküsst. Die Wahrheit ist aus der Erde hervorgesprosst, und die Gerechtigkeit hat vom Himmel herniedergeblickt.“ Den heiligen Augustinus zitierend erklärte Benedikt XVI.: „Mit diesem Fest, das jedes Jahr wiederkehrt, feiern wir also den Tag, an dem sich die Prophetie erfüllte: Die Wahrheit, die zu fassen der Himmel nicht ausreicht, ist aus der Erde hervorgesprosst, um in eine Krippe gelegt zu werden. Zu wessen Nutzen hat ein so großer Gott sich so erniedrigt? Sicher nicht zu seinem eigenen, sondern zu unserem großen Nutzen, wenn wir glauben.“

    Wahrheit, Friede, Menschenwürde, die in das Herz des Menschen eingeschriebene Fähigkeit, das Wahre erfassen zu können, das sich schenkt, sowie deren Wirkung für das Wohl der Menschheit im neuen Zeitalter: Zusammen mit der Botschaft für den Weltfriedenstag 2013 bildeten diese Themen die Grundstruktur der Predigt zur Feier der Geburt des Herrn und der Botschaft zum weihnachtlichen Segen „Urbi et Orbi“ am 25. Dezember.

    Auch 2012 begann die Christmette bereits um 22 Uhr. Ihr voran ging die Feier der Lesehore sowie die „Kalenda“, die Verkündigung der Geburt des Herrn durch einen Diakon, an deren Ende dieser das Jesuskind in der Krippe enthüllte. An der Einzugsprozession hatten zehn Kinder, die die Kontinente vertreten sollen, mit Blumensträußen in der Hand teilgenommen. Später wurden die Blumensträuße um das Jesuskind angeordnet. Bereits Stunden vor dem Beginn des Gottesdienstes hatten sich am Eingang der Petersbasilika lange Schlangen gebildet. Erst ab 20 Uhr wurden die Gläubigen nach Sicherheitskontrollen eingelassen. War es in den Jahren zuvor immer wieder zu Drohungen und Warnungen gekommen, so wurden diesmal keine Hinweise bekannt gegeben. Auch die Krippe vor dem Obelisken auf dem Petersplatz wurde am Heiligen Abend in einer feierlichen Zeremonie enthüllt. Nach den Polemiken hinsichtlich der hohen und unkontrollierten Kosten in der Vergangenheit ist die Krippe dieses Jahr ein Geschenk der süditalienischen Region Basilicata. Die rund 150 Quadratmeter umfassende Anlage mit ihren über 100 schlichten, aber edlen Figuren aus Terracotta ist der bekannten Felsenlandschaft von Matera, einem Weltkulturerbe, nachempfunden. Die Stadt Matera hält in den „Sassi“ genannten Höhlensiedlungen und Felsenkirchen auch sensationelle Fresken bereit. Kopien dieser Fresken schmücken die drei Umfassungswände der Krippe, neben der ein 24 Meter hoher Christbaum steht. Der Baum wurde dem Papst von der Gemeinde Pescopennataro in der süditalienischen Region Molise gestiftet und war bereits am 14. Dezember feierlich illuminiert worden. Zum Schluss der Enthüllungsfeier der Krippe entzündete dann Benedikt XVI. der Tradition gemäß am Fenster seines Arbeitszimmers – dem Fenster des Angelusgebets – eine Kerze. Das hierzu verwendete Feuer stammte vom „Friedenslicht von Bethlehem“, einer Fackel, die in der Geburtsstadt Jesu angezündet und am Heiligen Abend in den Apostolischen Palast gebracht worden war.

    Zehntausende von Menschen aus aller Welt füllten am Weihnachtstag bei mildem Wetter den Petersplatz zum feierlichen Segen „Urbi et Orbi“ – „der Stadt und dem Erdkreis“, den der Papst nach seiner Botschaft und den Weihnachtsgrüßen spendete. Benedikt XVI. betete für den Frieden in Syrien, Palästina, Israel, den Ländern Nordafrikas, in Mali, Nigeria, Kenia und im Kongo sowie in Asien. Besondere Aufmerksamkeit erregte sein Aufruf an „die neuen Führungspersönlichkeiten der Volksrepublik China, für die hohe Aufgabe, die sie erwartet. Es ist mein Wunsch, dass der Beitrag der Religionen – in der Achtung einer jeden gegenüber – so zur Geltung gebracht werde, dass diese beim Aufbau einer solidarischen Gesellschaft mitwirken können, zum Wohl jenes edlen Volkes und der ganzen Welt“. Nach diesen Worten kann davon ausgegangen werden, dass die seit langem gespannten und eingefrorenen Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Peking in eine neue Phase treten werden.

    Der wahre Friede jedoch, so Benedikt XVI. eindringlich, entspringe nicht einer Macht des Menschen, der sich in beängstigender Weise Gott verschließen könne. Die „gesunde Erde“, die frei von jedem Egoismus und jedem Sich-Verschließen sei, ist für den Papst jene, die Gott bereitet hat, um in sie zu kommen. Diese Wahrheit Christi, des Friedensfürsten, „trägt Liebe, Gerechtigkeit und Frieden“. Trotz allen möglichen Missbrauchs der Religion hatte Benedikt XVI. bereits in seiner Predigt zur Christmette bekräftigt: „Wo Gott nicht in Ehren steht, wo er vergessen oder gar geleugnet wird, da ist auch kein Friede.“