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    Im Blickpunkt: Vitalitätstest für Hochschulen

    In der bayerischen Hochschullandschaft werden Weichen gestellt: Aus finanziellen Gründen will die Hochschule der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern 2013 den Diplomstudiengang in Katholischer Theologie einstellen. Das „Benediktbeurer Modell“, ein Doppelstudium in Theologie und Sozialer Arbeit, war ein Unikum in der deutschen Theologie und zugleich ein akademisches Kind der siebziger Jahre. Im Zeitalter des Bolognaprozesses hat es sich als nicht lebensfähig erwiesen. Die bayerischen Bischöfe wollten sich nicht auf ein Magister-Studium in Benediktbeuern festlegen lassen, was ihnen nicht zu verübeln ist. In Eichstätt fordert die Katholische Universität dringend mehr Finanzmittel und auch über den Fakultäten von Passau und Augsburg ist das das Damoklesschwert des Bayerischen Rechnungshofes noch nicht verschwunden.

    In der bayerischen Hochschullandschaft werden Weichen gestellt: Aus finanziellen Gründen will die Hochschule der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern 2013 den Diplomstudiengang in Katholischer Theologie einstellen. Das „Benediktbeurer Modell“, ein Doppelstudium in Theologie und Sozialer Arbeit, war ein Unikum in der deutschen Theologie und zugleich ein akademisches Kind der siebziger Jahre. Im Zeitalter des Bolognaprozesses hat es sich als nicht lebensfähig erwiesen. Die bayerischen Bischöfe wollten sich nicht auf ein Magister-Studium in Benediktbeuern festlegen lassen, was ihnen nicht zu verübeln ist. In Eichstätt fordert die Katholische Universität dringend mehr Finanzmittel und auch über den Fakultäten von Passau und Augsburg ist das das Damoklesschwert des Bayerischen Rechnungshofes noch nicht verschwunden.

    Nicht zuletzt sind es die Studenten selbst, die mit den Füßen abgestimmt haben. Das Motto vom „Kompetenzzentrum für Jugendpastoral“, mit dem Benediktbeuern zu punkten versuchte, hat in Zeiten des demografischen Wandels an Glanz eingebüßt. Mit achtzig angehenden Diplomtheologen ist Benediktbeuern zwar nicht die kleinste der katholisch-theologischen Fakultäten in Bayern. Doch wirkt das Ganze im Gesamteindruck sehr übersichtlich – zumal, wenn man berücksichtigt, dass seit 2007 in jedem Herbst Doppeljahrgänge aus Nord- und Ostdeutschland an die überfüllten Hochschulen geströmt sind. Ehe Bayern und Niedersachsen nun in diesem Jahr aufgrund der verkürzten Schulzeit doppelte Abiturjahrgänge an die Universitäten entlassen, wissen Studierwillige, woran sie in Benediktbeuern sind – und das ist gut so.

    Auch in Eichstätt werden nach der Wahl des Präsidenten der Katholischen Universität in dieser Woche die unvermeidlichen Fragen nach Finanzierung und dem Profil der KU Eichstätt wieder auf den Tisch kommen. Die katholisch-theologische Fakultät gilt als schwach. Es überraschte nicht wirklich, dass das Theologenmemorandum auch von Eichstätter Professoren unterzeichnet wurde. Zeit, über den deutschen Tellerrand hinauszublicken? KU-Interimspräsident Andreas-Lob-Hüdepohl, Mitglied im Zentralkomitees der deutschen Katholiken, hatte im Herbst 2010 amerikanische Top-Universitäten als Vorbild ins Gespräch gebracht. Sein Gegenkandidat, der Dominikaner Richard Schenk, könnte aufgrund seiner Lehrtätigkeit in den Vereinigten Staaten viel dazu beitragen, dass Eichstätt diesem Ziel näherkommt.