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    Im Blickpunkt: Vielfalt darf sein

    Der Mainzer Kardinal Lehmann befasst sich in der aktuellen Ausgabe seiner Bistumszeitung mit der Frage: „Tut die Kirche zu wenig für den Lebensschutz?“ Man spürt zwischen den Zeilen Lehmanns Unmut über die Lebensschützer. Sind die Helfer privater Initiativen für das Leben tatsächlich besonders anfällig für einen Tunnelblick, so dass sie den Einsatz der hauptamtlichen Mitarbeiter in den Diözesen und die Beratung der Caritas und des Sozialdienstes katholischer Frauen nicht gebührend zur Kenntnis nehmen? Wohl kaum. Fakt ist, dass Ehrenamtler, die sich in ihrer Freizeit für den Schutz des Ungeborenen Lebens einsetzen wollen, oft leichter bei der Kirche andocken können. Wo sonst könnten sie fündig werden? Die „Woche für das Leben“ stellt Themen wie das Ehrenamt in den Vordergrund. Als Ideen- und Kontaktbörse für Lebensschützer hat sie nahezu ausgedient. Einen Pro-life-Bischof als potenziellen Ansprechpartner gibt es in Deutschland nicht. Hier sind andere Ortskirchen eindeutig besser aufgestellt: In Frankreich, Spanien und den Vereinigten Staaten zeichnet sich die Lebensschutzbewegung durch stärkere Vernetzung von diözesanen und privaten Initiativen aus. Davon profitiert der Lebensschutz insgesamt.

    Der Mainzer Kardinal Lehmann befasst sich in der aktuellen Ausgabe seiner Bistumszeitung mit der Frage: „Tut die Kirche zu wenig für den Lebensschutz?“ Man spürt zwischen den Zeilen Lehmanns Unmut über die Lebensschützer. Sind die Helfer privater Initiativen für das Leben tatsächlich besonders anfällig für einen Tunnelblick, so dass sie den Einsatz der hauptamtlichen Mitarbeiter in den Diözesen und die Beratung der Caritas und des Sozialdienstes katholischer Frauen nicht gebührend zur Kenntnis nehmen? Wohl kaum. Fakt ist, dass Ehrenamtler, die sich in ihrer Freizeit für den Schutz des Ungeborenen Lebens einsetzen wollen, oft leichter bei der Kirche andocken können. Wo sonst könnten sie fündig werden? Die „Woche für das Leben“ stellt Themen wie das Ehrenamt in den Vordergrund. Als Ideen- und Kontaktbörse für Lebensschützer hat sie nahezu ausgedient. Einen Pro-life-Bischof als potenziellen Ansprechpartner gibt es in Deutschland nicht. Hier sind andere Ortskirchen eindeutig besser aufgestellt: In Frankreich, Spanien und den Vereinigten Staaten zeichnet sich die Lebensschutzbewegung durch stärkere Vernetzung von diözesanen und privaten Initiativen aus. Davon profitiert der Lebensschutz insgesamt.

    Niemand wird in Zweifel ziehen, dass Bischöfe Multiplikatoren sind. Es ist sinnvoll, wenn sie sich an friedlichen Pro-life-Demonstrationen und Gebetswachen beteiligen. In Deutschland ist das Risiko, an schrille Vögel zu geraten, vergleichsweise gering: Aggressionen gegen Abtreibungsärzte gehören hier nicht zur Politik der Pro-life-Bewegung – und das ist gut so. Dennoch moniert Kardinal Lehmann einige Initiativen deutscher Lebensrechtler als „abstoßend“: das Verteilen von Plastikembryonen beispielsweise und das Verteilen von Babyflaschen im Gottesdienst. Hier zieht der Kardinal die Grenzen der Toleranz wohl zu eng. Gerade das Plastikmodell eines Embryos hat sich in der Jugendkatechese bewährt – sonst befände es sich nicht seit vielen Jahren im Repertoire der Lebensrechtler. Wer Babyflaschen bei Kollekten im Gottesdienst deplatziert findet, kann auch anderswo spenden. Eine Zumutung ist das nicht.

    Der Kardinal zitiert zum Schluss seines Artikels die klare Aussage des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Abtreibung als verabscheuungswürdigem Verbrechen. Wäre diese klare Aussage in der ordentlichen Seelsorge und im gesellschaftspolitischen Diskurs von Kirchenvertretern häufiger zu hören, käme vermutlich niemand auf den Gedanken, sich von den Bischöfen mehr Flagge zu wünschen.