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    Im Blickpunkt: Verhärtete Fronten

    Die Fronten im Streit um „Amoris laetitia“ haben sich verhärtet. Papst Franziskus bezeichnet im Interview mit der belgischen Zeitschrift „Tertio“ den zurückliegenden synodalen Prozess mit den beiden römischen Bischofssynoden als die „reichste Erfahrung“ der Synodalität der katholischen Kirche – was man auch so verstehen kann, dass man Fragen zu dem Schreiben „Amoris laetitia“, das als Frucht aus diesem Prozess hervorgegangen ist, nicht weiter vertiefen oder beantworten muss. Mehr als zwei Drittel der Synodenväter hätten den Ergebnissen der Synoden zu Ehe und Familie zugestimmt, das sei eine „Garantie“, die ausreiche. Man kann daran erinnern, dass der Abschlussbericht der zweiten Synode zwar in der umstrittenen Frage der Sakramentenpastoral im Fall von Personen in „irregulären Beziehungen“ eine Tür geöffnet hat, aber erst der Papst selber mit dem achten Kapitel von „Amoris laetitia“ durch diese Tür hindurchgegangen ist. Aber darüber will Franziskus nicht mehr mit sich reden lassen.

    Die Fronten im Streit um „Amoris laetitia“ haben sich verhärtet. Papst Franziskus bezeichnet im Interview mit der belgischen Zeitschrift „Tertio“ den zurückliegenden synodalen Prozess mit den beiden römischen Bischofssynoden als die „reichste Erfahrung“ der Synodalität der katholischen Kirche – was man auch so verstehen kann, dass man Fragen zu dem Schreiben „Amoris laetitia“, das als Frucht aus diesem Prozess hervorgegangen ist, nicht weiter vertiefen oder beantworten muss. Mehr als zwei Drittel der Synodenväter hätten den Ergebnissen der Synoden zu Ehe und Familie zugestimmt, das sei eine „Garantie“, die ausreiche. Man kann daran erinnern, dass der Abschlussbericht der zweiten Synode zwar in der umstrittenen Frage der Sakramentenpastoral im Fall von Personen in „irregulären Beziehungen“ eine Tür geöffnet hat, aber erst der Papst selber mit dem achten Kapitel von „Amoris laetitia“ durch diese Tür hindurchgegangen ist. Aber darüber will Franziskus nicht mehr mit sich reden lassen.

    Die andere Front sind die vielen Stimmen, die Zweifel an der Richtigkeit der Schlussfolgerungen des achten Kapitels äußern. Das reicht von dem Brief der vier Kardinäle bis zu den zahllosen Blogeinträgen, Aufsätzen und Zeitungskommentaren, die die Verunsicherung über die von „Amoris laetitia“ ermöglichten Einzelfalllösungen zum Ausdruck bringen. Ein deutliches Zeichen der Verhärtung der Auseinandersetzung ist die Tatsache, dass keine der beiden Seiten sich bemüht, die Argumente der anderen Front sauber zu formulieren und darauf einzugehen. Franziskus spricht nicht von der wesentlichen Unmöglichkeit, ein anderes Sakrament zu empfangen, wenn ein erstes sakramentales Eheband noch besteht, aber durch eine neue Beziehung laufend und fortgesetzt verletzt wird. Und die Kritiker des Papstes sprechen nicht von der Barmherzigkeit Gottes, die niemanden ausschließt und hier auf Erden niemanden als definitiv gescheitert aburteilt. Bei aller Tumultartigkeit der Auseinandersetzung – zwischen den beiden Seiten herrscht Sprachlosigkeit. Stattdessen schütten auch Scharfmacher Öl ins Feuer, was zusätzlich dafür sorgt, dass sich die Fronten weiter verhärten.

    Wie dieser Streit ausgehen wird, weiß niemand zu sagen. So wie die Dinge liegen, scheint es ausgeschlossen zu sein, dass in den kommenden Wochen oder Monaten eine „Lösung“ erfolgt. Die Glaubenskongregation könnte an einer solchen Lösung arbeiten, aber sie erhält vom Papst keinen Auftrag dazu. Nicht jeden Richtungsstreit hat die Kirche auf einen Schlag entschieden. Manche haben sich einfach ausgewachsen. Keine schönen Aussichten.