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    Im Blickpunkt: Sektierertum macht blind

    In einem Interview mit dem italienischen Internet-Dienst „Petrus“ hat Richard Williamson, einer der vier vor zwanzig Jahren von Erzbischof Lefebvre unerlaubt geweihten und dann exkommunizierten Bischöfe der Pius-Bruderschaft die Bedingungen genannt, unter denen sie zur katholischen Kirche zurückkehren würden. Das Messbuch von Paul VI. müsse „eliminiert“ werden, die Kirche müsse zu ihrer glorreichen Vergangenheit zurückkehren und das alte Missale von Papst Pius V. wieder einführen. Die Liturgie, so Williamson, sei Ausdruck des Dogmas, „und die nachkonziliare Liturgie ist wie ein vergifteter Kuchen“. Die anderen Aspekte des Zweiten Vatikanums, die die Lefebvrianer nicht überzeugten, seien „der Ökumenismus, die Kollegialität, der Modernismus, der interreligiöse Dialog“. Die Pius-Bruderschaft hat das von Kardinal Dario Castrillón Hoyos unterbreitete Angebot einer Rückkehr zur Einheit mit dem Papst abgelehnt. Die Begründung: Zuvor müsse Rom die Exkommunikationen von 1988 zurück- und einen „lehrmäßigen Dialog“ mit der Bruderschaft aufnehmen, der wohl vor allem die Punkte umfasst, die Williamson in dem Interview aufgezählt hat. Williamson gilt als Vertreter des harten Flügels innerhalb der Bruderschaft, der dort offensichtlich Oberwasser hat.

    In einem Interview mit dem italienischen Internet-Dienst „Petrus“ hat Richard Williamson, einer der vier vor zwanzig Jahren von Erzbischof Lefebvre unerlaubt geweihten und dann exkommunizierten Bischöfe der Pius-Bruderschaft die Bedingungen genannt, unter denen sie zur katholischen Kirche zurückkehren würden. Das Messbuch von Paul VI. müsse „eliminiert“ werden, die Kirche müsse zu ihrer glorreichen Vergangenheit zurückkehren und das alte Missale von Papst Pius V. wieder einführen. Die Liturgie, so Williamson, sei Ausdruck des Dogmas, „und die nachkonziliare Liturgie ist wie ein vergifteter Kuchen“. Die anderen Aspekte des Zweiten Vatikanums, die die Lefebvrianer nicht überzeugten, seien „der Ökumenismus, die Kollegialität, der Modernismus, der interreligiöse Dialog“. Die Pius-Bruderschaft hat das von Kardinal Dario Castrillón Hoyos unterbreitete Angebot einer Rückkehr zur Einheit mit dem Papst abgelehnt. Die Begründung: Zuvor müsse Rom die Exkommunikationen von 1988 zurück- und einen „lehrmäßigen Dialog“ mit der Bruderschaft aufnehmen, der wohl vor allem die Punkte umfasst, die Williamson in dem Interview aufgezählt hat. Williamson gilt als Vertreter des harten Flügels innerhalb der Bruderschaft, der dort offensichtlich Oberwasser hat.

    Nun dürfte es vielen Traditionalisten nicht mehr klar zu machen sein, warum man noch mit dem Papst, dem Autor der Erklärung „Dominus Iesus“ und scharfen Analytiker der „Diktatur des Relativismus“ Gespräche über Ökumenismus, Modernismus und interreligiösen Dialog führen muss. Auch Williamson weiß, dass das Unsinn ist, und zieht sich in dem Interview auf die Position zurück, man habe kein Problem mit dem Papst, sondern das Problem sei „die modernistische Kurie, eine Tochter des Konzils, die sich im Vatikan eingenistet hat“.

    Wen meint er denn damit? Die Kardinäle Bertone, Levada oder Castrillón Hoyos? Oder Sekretäre von Kongregationen wie die Erzbischöfe Amato und Ranjith? Jeder gesunde Traditionalist, der Papst Benedikt nur danken kann, dass dieser der Kirche die „alte“ Messe zurückgegeben hat, wird sich fragen, ob die derzeitige Führung der Pius-Bruderschaft überhaupt noch in der Lage ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Sektierertum macht blind. Noch ein Satz von Williamson: „In der Kirche findet ein Krieg statt. Und ich unterstreiche das Wort Krieg. Ein Krieg zwischen gesundem Traditionalismus und nachkonziliarem Modernismus.“ Mag sein. Doch die Pius-Brüder haben sich schon längst aus diesem Krieg ins Reich des Absurden verabschiedet. Guido Horst