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    Im Blickpunkt: Regensburger Salzstadel

    Katholikentage heben sich von Eucharistischen Kongressen und Synoden ab. Als Salz der Erde sollen sich Laien dort erleben und über die Gestaltung der Gesellschaft austauschen. Wer das Weltgeschehen würzen will, braucht Gleichgesinnte. 25 Jahre nach dem Mauerfall nutzt das Bistum Regensburg seine geografische Lage zum Brückenschlag über die deutsch-tschechische Grenze: Das Programm bietet eine beachtliche Bandbreite weltkirchlicher Angebote und hebt sich wohltuend von früheren Katholikentagen ab. Die Auswahl der Referenten lässt auf eine gewisse Öffnung hoffen: Vor allem die Lebensschutzpodien sind ausgewogen besetzt. Qualifizierte Referenten, um die das ZdK einen Bogen machte, kommen in Regensburg zu Wort. Regensburg bringt Farbe in die Welt der Funktionäre. Das Programm hebt sich vom Mannheimer Vorgänger so vorteilhaft ab wie der pastellfarbene Salzstadel der Donaustadt von einer steingrauen Mauer. Lokalkolorit gibt es allerorten.

    Logo des 99. Regensburger Katholikentages. Foto: Katholikentag

    Katholikentage heben sich von Eucharistischen Kongressen und Synoden ab. Als Salz der Erde sollen sich Laien dort erleben und über die Gestaltung der Gesellschaft austauschen. Wer das Weltgeschehen würzen will, braucht Gleichgesinnte. 25 Jahre nach dem Mauerfall nutzt das Bistum Regensburg seine geografische Lage zum Brückenschlag über die deutsch-tschechische Grenze: Das Programm bietet eine beachtliche Bandbreite weltkirchlicher Angebote und hebt sich wohltuend von früheren Katholikentagen ab. Die Auswahl der Referenten lässt auf eine gewisse Öffnung hoffen: Vor allem die Lebensschutzpodien sind ausgewogen besetzt. Qualifizierte Referenten, um die das ZdK einen Bogen machte, kommen in Regensburg zu Wort. Regensburg bringt Farbe in die Welt der Funktionäre. Das Programm hebt sich vom Mannheimer Vorgänger so vorteilhaft ab wie der pastellfarbene Salzstadel der Donaustadt von einer steingrauen Mauer. Lokalkolorit gibt es allerorten.

    Vergleicht man das Programm mit dem früherer Katholikentage, so gehen die stärksten inhaltlichen Aufwertungen vom gastgebenden Bistum selbst aus: hochkarätig besetzte Veranstaltungen über die Theologie Benedikts XVI., Musik und Volksfrömmigkeit – drei Regensburger Trumpfkarten – werden in diesen Tagen großgeschrieben. Eine gemeinsame Wallfahrt von Gläubigen aus Ost und West gab es im Rahmen eines Katholikentags noch nie. Und das ist nicht die einzige Premiere. Auch das geistliche Angebot, vor allem das Stundengebet, fällt durch seine Vielfalt positiv auf. Wer Trüffeln sucht, kann sie im Programm finden. Das ist bei Katholikentagen keine Selbstverständlichkeit. Natürlich kann auch das Bistum Regensburg nicht die eigentliche Crux des Katholikentags beheben: Woher glaubwürdige politisch engagierte katholische Laien mit Vorbildfunktion nehmen? Gerade die konfliktreiche Regensburger CSU veranschaulicht, dass die Krise der C-Parteien selbst in einer Region mit so gutem Kirchenbesuch wie in der Oberpfalz nicht unter den Teppich zu kehren ist.

    Prominente Vertreter der Kurie fehlen. Das Selbstreferenzielle, Monologhafte des Funktionärsbetriebs ist dem Katholikentag nicht einfach auszutreiben. Vor allem den verfolgten Christen wäre mehr Aufmerksamkeit zu wünschen. Die klare Distanzierung Bischof Voderholzers von „allzu vielen innerkirchlichen Sitzungen“ zum Auftakt brachte immerhin eine leuchtende Klangfarbe ins Konzert kirchlicher Stimmen. Regensburg kann ein Schritt in die richtige Richtung werden.