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    Im Blickpunkt: Ökumene des Blutes

    Dass die Christen des Nahen Ostens einen Kreuzweg begehen, von dem noch nicht absehbar ist, wieviele Stationen er haben wird, ist bekannt. Zwischen Kreuz und Hoffnung schwankt die christliche Gemeinschaft, die unter den inneren Umbrüchen ihrer Länder, machtpolitisch bedingter Instabilität in der Region insgesamt und dem Terror der Dschihadisten leidet. Die christliche Gemeinschaft in Syrien etwa begeht bereits das fünfte Osterfest, ohne dass Frieden im Lande herrschte. Im Irak müssen zehntausende Christen das Fest der Auferstehung des Herrn erstmals fern ihrer Häuser feiern. Der Kreuzesaspekt des österlichen Triduums bekommt da eine existenziell erfahrbare Dimension. Doch trotz der Gefahr und des Drucks von außen leistet sich die Christenheit des Nahen und Mittleren Ostens noch zu viel internen Hader. Man muss gar nicht von der ökumenischen Reserviertheit, ja Feindseligkeit bestimmter orthodoxer Kirchen in der Region sprechen. Selbst katholische Ostkirchen tun sich mancherorts schwer damit, zusammenzuarbeiten. Sie pochen häufig auf eigene Strukturen und Zuständigkeiten, wenn es etwa darum geht, Flüchtlingen zu helfen. So menschlich verständlich das Bemühen ist, seine Identität und Unabhängigkeit zu wahren: der Liebesdienst an den Notleidenden muss an erster Stelle stehen. Zweifellos besteht der Reiz der christlichen Gemeinschaft des Nahen Ostens in seiner konfessionellen und liturgischen Vielgestalt. Doch gerade in Zeiten der Bedrängnis sollte das Verbindende im Mittelpunkt stehen, unter in Petrus und seinem Nachfolger geeinten Katholiken ohnehin.

    Dass die Christen des Nahen Ostens einen Kreuzweg begehen, von dem noch nicht absehbar ist, wieviele Stationen er haben wird, ist bekannt. Zwischen Kreuz und Hoffnung schwankt die christliche Gemeinschaft, die unter den inneren Umbrüchen ihrer Länder, machtpolitisch bedingter Instabilität in der Region insgesamt und dem Terror der Dschihadisten leidet. Die christliche Gemeinschaft in Syrien etwa begeht bereits das fünfte Osterfest, ohne dass Frieden im Lande herrschte. Im Irak müssen zehntausende Christen das Fest der Auferstehung des Herrn erstmals fern ihrer Häuser feiern. Der Kreuzesaspekt des österlichen Triduums bekommt da eine existenziell erfahrbare Dimension. Doch trotz der Gefahr und des Drucks von außen leistet sich die Christenheit des Nahen und Mittleren Ostens noch zu viel internen Hader. Man muss gar nicht von der ökumenischen Reserviertheit, ja Feindseligkeit bestimmter orthodoxer Kirchen in der Region sprechen. Selbst katholische Ostkirchen tun sich mancherorts schwer damit, zusammenzuarbeiten. Sie pochen häufig auf eigene Strukturen und Zuständigkeiten, wenn es etwa darum geht, Flüchtlingen zu helfen. So menschlich verständlich das Bemühen ist, seine Identität und Unabhängigkeit zu wahren: der Liebesdienst an den Notleidenden muss an erster Stelle stehen. Zweifellos besteht der Reiz der christlichen Gemeinschaft des Nahen Ostens in seiner konfessionellen und liturgischen Vielgestalt. Doch gerade in Zeiten der Bedrängnis sollte das Verbindende im Mittelpunkt stehen, unter in Petrus und seinem Nachfolger geeinten Katholiken ohnehin.

    Die Dschihadisten schließlich unterscheiden nicht nach konfessionellen Unterschieden. Sie verfolgen Christen, weil sie Christen sind, und nicht, weil es sich um Chaldäer, Assyrer oder Kopten handelte. Die Ökumene des Blutes, von der häufig die Rede ist: Sie zeigt den Christen der Region, dass das, was sie eint, tiefer reicht, als das, was sie trennt. Die Begeisterung, mit der Ägyptens katholische Kopten etwa die 21 in Libyen ermordeten koptisch-orthodoxen Neumärtyrer verehren, zeigt, dass das verstanden wird. Es wäre schön, wenn gerade aus der Wiege der Christenheit mehr Signale einer an der Wahrheit orientierten Ökumene kämen. Konkrete Schritte wie etwa echte Bemühungen, die Angleichung des Ostertermins voranzutreiben, könnten hierbei erste Schritte sein. Ökumene in Nahost muss gerade in diesen Zeiten mehr sein als der Austausch von Höflichkeiten unter Bischöfen bei arabischem Kaffee.