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    Im Blickpunkt: Nachfolge in der Lebensform Jesu

    In einer Zeit, da die Familie vielfach bedrängt und in Frage gestellt wird, gerieten die Bischofssynoden zur Familie ganz in den Fokus des Themas Kommunion-Zulassung für wiederverheiratete Geschiedene. Und dies, seien wir ehrlich, nicht nur wegen der in Kirchenkreisen viel gescholtenen Medien, sondern auch dank vatikanischer Regie und interpretationsoffener Formulierungen in „Amoris laetitia“. Widerfährt Ähnliches jetzt der 2019 bevorstehenden Synode für das Amazonasgebiet mit Blick auf den Zölibat? Thematisch eingestimmt werden wir darauf von dem aus Vorarlberg stammenden brasilianischen Bischof Erwin Kräutler. der dafür plädiert, „dass man Zölibat und Eucharistiefeier entkoppelt“. Der emeritierte Bischof von Xingu hat ein entsprechendes Papier mit vorbereitet, das bereits auf dem Schreibtisch des Papstes liegen soll. Hauptargument im „viri probati“-Plädoyer ist der eklatante Priestermangel im Amazonasgebiet. Wird die Amazonien-Synode der Einstieg zum Ausstieg aus dem Zölibat? Sicher ist nur: Wenn „viri probati“ in einer Weltgegend aus pragmatischen Erwägungen eingeführt werden, gibt es kein Halten mehr: Warum sollten in Sibirien, Nord-Nigeria oder Deutschland andere Zulassungsbedingungen gelten als in Brasilien?

    Priester
    Zahlreiche Priester warten am 22.02.2001 auf dem Petersplatz in Rom auf den Beginn einer Messe mit Papst Johannes Paul I... Foto: Boris_Roessler (dpa)

    In einer Zeit, da die Familie vielfach bedrängt und in Frage gestellt wird, gerieten die Bischofssynoden zur Familie ganz in den Fokus des Themas Kommunion-Zulassung für wiederverheiratete Geschiedene. Und dies, seien wir ehrlich, nicht nur wegen der in Kirchenkreisen viel gescholtenen Medien, sondern auch dank vatikanischer Regie und interpretationsoffener Formulierungen in „Amoris laetitia“. Widerfährt Ähnliches jetzt der 2019 bevorstehenden Synode für das Amazonasgebiet mit Blick auf den Zölibat? Thematisch eingestimmt werden wir darauf von dem aus Vorarlberg stammenden brasilianischen Bischof Erwin Kräutler. der dafür plädiert, „dass man Zölibat und Eucharistiefeier entkoppelt“. Der emeritierte Bischof von Xingu hat ein entsprechendes Papier mit vorbereitet, das bereits auf dem Schreibtisch des Papstes liegen soll. Hauptargument im „viri probati“-Plädoyer ist der eklatante Priestermangel im Amazonasgebiet. Wird die Amazonien-Synode der Einstieg zum Ausstieg aus dem Zölibat? Sicher ist nur: Wenn „viri probati“ in einer Weltgegend aus pragmatischen Erwägungen eingeführt werden, gibt es kein Halten mehr: Warum sollten in Sibirien, Nord-Nigeria oder Deutschland andere Zulassungsbedingungen gelten als in Brasilien?

    Als Argument gegen den Zölibat wird angeführt, dass es in den mit Rom unierten Kirchen verheiratete Priester gibt. Richtig, aber gerade in den unierten Ostkirchen, die neben dem zölibatären einen verheirateten Klerus kennen, gibt es eine hohe Wertschätzung für die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen. Dass diese Wertschätzung nicht nur in unseren Breiten, sondern vielerorts fehlt, ist eine Mitursache des Priestermangels. Wo die Entscheidung für die zölibatäre Christusnachfolge nicht mehr zu einem staunenden Blick nach oben führt, zu Gott, der beruft und begnadet, da verliert der Zölibat seine Zeichenhaftigkeit. Dann ist der Zölibatäre bestenfalls freiwilliger Single, schlimmstenfalls eine skurrile Witzfigur.

    Und dann lösen die „viri probati“ gar kein Problem, sondern zersetzen das Priesterbild. Es geht also zunächst darum, Verständnis und Hochachtung für die priesterliche Berufung zu revitalisieren. Es ist die Lebensform Jesu, die jene Männer gewählt haben, die in seinem Namen die Wandlungsworte am Altar sprechen und uns im Beichtstuhl von den Sünden lossprechen. Dass ihr Lebensopfer – und das sollte der frei gewählte Zölibat auch sein – mit der Imitatio Christi zu tun hat, wird häufig unterschlagen. Leider auch von vielen, die die Lebensform Jesu für sich persönlich gewählt haben.

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