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    Im Blickpunkt: Moderne Christusikone

    Es ist eine moderne Christusikone, die auf der ganzen Welt verehrt wird: Das Bild des barmherzigen Jesus, das nach einer Vision der heiligen Schwester Faustina Kowalska entstanden ist, symbolisiert die Universalität der katholischen Kirche. Dass es in akademischen Kreisen als Kitsch abgetan wurde, spielte für den gesunden Glaubenssinn des Gottesvolkes keine Rolle, im Gegenteil: Gerade in der nachkonziliaren Zeit festigte dieses Andachtsbild das Selbstverständnis des Katholisch-Umfassenden. Mehr noch: Während die Krise der Liturgie verstörte Gläubige bei den Orthodoxen Zuflucht suchen ließ, bildete das Gesicht des barmherzigen Jesus einen Gegenpol. Es milderte in teilweise unterkühlt geratenen Sakralbauten das Frösteln der Gläubigen. Mochte deren ästhetisches Empfinden auch nicht durch kunsthistorische Bildung unterfüttert sein, das trübte den eigentlichen Wert des Bildes keineswegs. Kirche wächst bekanntlich auch von unten. Und gerade die allen pastoralen Trends scheinbar entgegenlaufende Verbreitung des Bildes der barmherzigen Jesus geriet zum Lehrstück, wie katholische Gläubige mit den Füßen abstimmen. Als Johannes Paul II. das Fest der göttlichen Barmherzigkeit in den liturgischen Kalender aufnahm, war das Bild und auf allen Kontinenten längst ein Identitätsmerkmal der katholischen Kirche im besten Sinne. Es erinnerte daran, dass Bilderstürmerei immer nur ein zeitlich begrenztes Phänomen sein kann: Weder Kunst noch Liturgiewissenschaft kommen auf Dauer daran vorbei, dass Gott seinen Geschöpfen sein Gesicht zuwendet, keine abstrakte Zeichen.

    Es ist eine moderne Christusikone, die auf der ganzen Welt verehrt wird: Das Bild des barmherzigen Jesus, das nach einer Vision der heiligen Schwester Faustina Kowalska entstanden ist, symbolisiert die Universalität der katholischen Kirche. Dass es in akademischen Kreisen als Kitsch abgetan wurde, spielte für den gesunden Glaubenssinn des Gottesvolkes keine Rolle, im Gegenteil: Gerade in der nachkonziliaren Zeit festigte dieses Andachtsbild das Selbstverständnis des Katholisch-Umfassenden. Mehr noch: Während die Krise der Liturgie verstörte Gläubige bei den Orthodoxen Zuflucht suchen ließ, bildete das Gesicht des barmherzigen Jesus einen Gegenpol. Es milderte in teilweise unterkühlt geratenen Sakralbauten das Frösteln der Gläubigen. Mochte deren ästhetisches Empfinden auch nicht durch kunsthistorische Bildung unterfüttert sein, das trübte den eigentlichen Wert des Bildes keineswegs. Kirche wächst bekanntlich auch von unten. Und gerade die allen pastoralen Trends scheinbar entgegenlaufende Verbreitung des Bildes der barmherzigen Jesus geriet zum Lehrstück, wie katholische Gläubige mit den Füßen abstimmen. Als Johannes Paul II. das Fest der göttlichen Barmherzigkeit in den liturgischen Kalender aufnahm, war das Bild und auf allen Kontinenten längst ein Identitätsmerkmal der katholischen Kirche im besten Sinne. Es erinnerte daran, dass Bilderstürmerei immer nur ein zeitlich begrenztes Phänomen sein kann: Weder Kunst noch Liturgiewissenschaft kommen auf Dauer daran vorbei, dass Gott seinen Geschöpfen sein Gesicht zuwendet, keine abstrakte Zeichen.

    Zum Fest der göttlichen Barmherzigkeit erhält die Würzburger Innenstadtkirche St. Peter und Paul ein von Michael Triegel gemaltes Bild des barmherzigen Jesus. Die Entscheidung ist couragiert und richtig. Dass der in Erfurt geborene Maler, der sich 2014 katholisch taufen ließ, vorab erklärte, in diesem Fall hoffe er, „zu einem Werkzeug für diese Sache werden zu können“, spricht für einen nicht alltäglichen künstlerischen und geistlichen Entwicklungsprozess. Auch für einen wachen Blick für die Zeit. Es geht um mehr als ein Zugeständnis an vermeintlich bildungsferne Schichten, denen das Andachtsbild nun einmal nicht abzugewöhnen ist. Vielmehr stellt das Bild des barmherzigen Jesus heute eine zeitgemäße Antwort auf die anonyme Bilderflut dar, mit der die Menschen medial pausenlos überschüttet werden. Das Antlitz des Herrn suchen fällt mit einer modernen Christusikone vor Augen leichter.

    Von Regina Einig