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    Im Blickpunkt: Einer sammelt, einer teilt aus

    Diesmal gab es nur ein einziges Foto. Mehr nicht. Mit einer herzlichen und brüderlichen Umarmung habe Franziskus seinen Vorgänger am Eingang zu dem mitten in den Vatikanischen Gärten gelegenen Gebäudes „Mater Ecclesia“ begrüßt, in das Benedikt XVI. am Donnerstag mit seinem Privatsekretär Georg Gänswein und den vier Frauen von der Gemeinschaft der „Memores Domini“ eingezogen ist. So Vatikansprecher Federico Lombardi. Kurz hätten beide in der Kapelle des ehemaligen Klosters gebetet, das nun einen ungewöhnlichen Gast beherbergt: einen emeritierten Papst, während wenige hundert Meter entfernt ein anderer Papst amtiert. Erzbischof Gänswein, der zugleich Präfekt des Päpstlichen Hauses ist und tagsüber die Audienzen von Papst Franziskus zu organisieren hat, dürfte wohl bald in seine „Dienstwohnung“ im Apostolischen Palast ziehen. Dann wird es ganz still um Benedikt XVI., so still, wie bereits seine Wochen in Castel Gandolfo waren. Eine kirchenhistorische Epoche ist beendet – das deutsche Pontifikat Joseph Ratzingers; eine wohl eher kurze, aber ebenfalls kirchenhistorische Epoche beginnt: Zwei Päpste leben hinter den Mauern des Vatikans.

    Diesmal gab es nur ein einziges Foto. Mehr nicht. Mit einer herzlichen und brüderlichen Umarmung habe Franziskus seinen Vorgänger am Eingang zu dem mitten in den Vatikanischen Gärten gelegenen Gebäudes „Mater Ecclesia“ begrüßt, in das Benedikt XVI. am Donnerstag mit seinem Privatsekretär Georg Gänswein und den vier Frauen von der Gemeinschaft der „Memores Domini“ eingezogen ist. So Vatikansprecher Federico Lombardi. Kurz hätten beide in der Kapelle des ehemaligen Klosters gebetet, das nun einen ungewöhnlichen Gast beherbergt: einen emeritierten Papst, während wenige hundert Meter entfernt ein anderer Papst amtiert. Erzbischof Gänswein, der zugleich Präfekt des Päpstlichen Hauses ist und tagsüber die Audienzen von Papst Franziskus zu organisieren hat, dürfte wohl bald in seine „Dienstwohnung“ im Apostolischen Palast ziehen. Dann wird es ganz still um Benedikt XVI., so still, wie bereits seine Wochen in Castel Gandolfo waren. Eine kirchenhistorische Epoche ist beendet – das deutsche Pontifikat Joseph Ratzingers; eine wohl eher kurze, aber ebenfalls kirchenhistorische Epoche beginnt: Zwei Päpste leben hinter den Mauern des Vatikans.

    Nicht nur in Rom gibt es die Stimmung, die Aufmerksamkeit nun ganz auf Papst Franziskus zu richten und in ihm eine Art Eisbrecher zu sehen, der das Kirchenschiff wieder flott gemacht hat. So richtig es ist, dass für die Gläubigen wie für alle Menschen, ob katholisch oder nicht, nur Jorge Mario Bergoglio der Papst sein kann, der den Dienst des Oberhaupts der katholischen Kirche versieht, so falsch wäre es, die Papstjahre von Joseph Ratzinger in die Abstellkammer der Kirchengeschichte wegzusperren. Es war ein reiches Pontifikat. Mit einer sehr dichten und konzentrierten Verkündigung. Papst Franziskus kann jetzt austeilen, weil Papst Benedikt viel gesammelt hat. Das war immer so in der Kirchengeschichte. Es gab Heilige und Kirchenlehrer, die haben gesammelt, geklärt und auf den Punkt gebracht. So wie der heilige Ordensgründer Benedikt. Und es gab Heilige und Lehrer des Glaubens, die haben ausgeteilt. So wie Franz von Assisi. Das Pontifikat von Benedikt XVI. ist zudem überschaubar, seine Verkündigung ist noch zu durchdringen, während das lange Pontifikat von Johannes Paul II. an Dokumenten, Predigten und Ansprachen fast schon ein wenig ausgeufert ist. Man kann nur dazu aufrufen, die Lehre Papst Benedikts nicht in die Vitrine zu stellen, sondern seine gedankliche Konzentration auf das Wesentliche des Christlichen aufzuarbeiten.