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    Im Blickpunkt: Die Unlogik des Westens

    Wer sich gefragt hat, warum Papst Franziskus nach dem Schreiben Lumen fidei, dessen Entwurf er noch von Benedikt XVI. übernommen hat, und nach der Apostolischen Ermahnung Evangelii gaudium seine erste, vollständig in eigener Regie verfasste Enzyklika dem Thema der Umwelt gewidmet hat, erhält bereits erste Antworten. Zum einen hat Franziskus jetzt selber vor Bürgermeistern aus aller Welt in Rom gesagt, dass Laudato si? keine Umwelt-, sondern eine Sozialenzyklika sei. Tatsächlich geht der umfassende Ansatz des Papstes, der immer auch den Menschen mit in den Blick nimmt und vom biblischen Schöpfungsgedanken ausgeht, weit über eine „grüne“ Haltung hinaus, die sich auf ausgespülte Joghurtbecher und den Schutz wandernder Kröten konzentriert. Zum anderen hat sich in dieser Woche gezeigt, dass das Verhältnis zur Natur ein Thema ist, bei dem die Kirche noch auf offene Ohren der Menschen stößt. Zwar hielt bleierne Hitze Rom fest im Griff. Aber immerhin, es kamen sechzig Bürgermeister und zahlreiche Kommunalpolitiker in den Vatikan, um über den Klimawandel, aber auch die Enzyklika Laudato si? zu sprechen und mit dem Papst zusammenzutreffen. Der dann die Gelegenheit nutze, um das Grundanliegen seines jüngsten Lehrschreibens nochmals darzustellen. Vor ihm saßen nicht nur eingefleischte Katholiken. Ganz im Gegenteil. Aber durchweg Leute, die für sich akzeptierten, dass ihnen der Papst etwas zu sagen hat.

    Guido Horst. Foto: DT

    Wer sich gefragt hat, warum Papst Franziskus nach dem Schreiben Lumen fidei, dessen Entwurf er noch von Benedikt XVI. übernommen hat, und nach der Apostolischen Ermahnung Evangelii gaudium seine erste, vollständig in eigener Regie verfasste Enzyklika dem Thema der Umwelt gewidmet hat, erhält bereits erste Antworten. Zum einen hat Franziskus jetzt selber vor Bürgermeistern aus aller Welt in Rom gesagt, dass Laudato si? keine Umwelt-, sondern eine Sozialenzyklika sei. Tatsächlich geht der umfassende Ansatz des Papstes, der immer auch den Menschen mit in den Blick nimmt und vom biblischen Schöpfungsgedanken ausgeht, weit über eine „grüne“ Haltung hinaus, die sich auf ausgespülte Joghurtbecher und den Schutz wandernder Kröten konzentriert. Zum anderen hat sich in dieser Woche gezeigt, dass das Verhältnis zur Natur ein Thema ist, bei dem die Kirche noch auf offene Ohren der Menschen stößt. Zwar hielt bleierne Hitze Rom fest im Griff. Aber immerhin, es kamen sechzig Bürgermeister und zahlreiche Kommunalpolitiker in den Vatikan, um über den Klimawandel, aber auch die Enzyklika Laudato si? zu sprechen und mit dem Papst zusammenzutreffen. Der dann die Gelegenheit nutze, um das Grundanliegen seines jüngsten Lehrschreibens nochmals darzustellen. Vor ihm saßen nicht nur eingefleischte Katholiken. Ganz im Gegenteil. Aber durchweg Leute, die für sich akzeptierten, dass ihnen der Papst etwas zu sagen hat.

    Für die fürchterliche Unlogik des Westens, beim Schutz der Robbenbabys oder bei der Klimaerwärmung in hysterische Schnappatmung zu fallen, aber gleichgültig mit der Schulter zu zucken, wenn es um die Schwächsten, die Ungeborenen und todkranken Alten geht, ist Laudato si? ein Stachel im Fleisch. Hätte Franziskus eine Enzyklika über das Naturrecht geschrieben, hätte „die Welt“ nur müde gelächelt. Das tat sie jetzt offensichtlich nicht. Das ist vielleicht das Geniale an dem Schreiben des Papstes: Auf dem Weg über eine Umwelt-Enzyklika schrieb Franziskus genau gegen jene grüne Ideologie an, die die Natur zum Gott erhebt und sich dabei das Unnatürlichste auf die Fahnen schreibt, was es überhaupt gibt: Dass der Mensch sein Geschlecht selber bestimmen könne. Dass der Unterschied zwischen Mann und Frau keine Rolle spielt. Gerade auf dem Gebiet von Umwelt und Natur kann die Kirche dem vorherrschenden Relativismus im Westen sagen, dass in seiner (Wirtschafts-) Welt etwas nicht stimmt. Franziskus hat das getan – und man hat ihm zugehört. Auch heute noch ist die Kirche in der Lage, ihre prophetische und mahnende Stimme in einer verrückten Welt zu erheben.

    Guido Horst