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    Im Blickpunkt: Der Glaube ist eine Beziehung

    Alle Fragen, die Eugenio Scalfari in längeren Leitartikeln vom 7. Juli und 7. August in seiner Zeitung über zentrale Fragen des christlichen Glaubens formuliert hat, hätte er sich anhand der Dokumente des Zweiten Vatikanums oder anhand der reichen Verkündigung von Benedikt XVI. und vor allem mit dessen dreibändigem Werk über Jesus von Nazareth selber beantworten können. Aber so ist zurzeit die Stimmung, so liegen die Dinge, zumindest in Rom: Franziskus fordert heraus und treibt auch die Intellektuellen um, die die Kirche abgeschrieben haben. Scalfari, Gründer der links-liberalen Tageszeitung „La Repubblica“, ist in Italien der wohl prominenteste Vertreter des antiklerikalen Laizismus, der von sich schreibt, er entstamme einer „illuministischen Kultur“ und würde Gott nicht suchen. Nun, selber alt geworden, treiben ihn doch die Fragen nach den letzten Dingen und nach den letzten Wahrheiten um. Zu dem ersten Editorial vom Juli inspirierten ihn „Lumen fidei“ und die Tatsache, dass diese „Enzyklika der vier Hände“ quasi von zwei Päpsten erarbeitet wurde. Anlass für das zweite Editorial war Franziskus selber, bei dem auch Ungläubige, wie Scalfari schreibt, Tag für Tag beobachten, was er sagt und was er tut. Also stellte er ihm jetzt via „La Repubblica“ einige Fragen – und Franziskus hat geantwortet. Das Blatt überschlug sich vor Stolz und zwei Tage lang schmückte der Papst-Brief (siehe Seiten 13 und 14) die Titelseiten. „La Repubblica“ wäre nicht das in Kirchensachen immer leicht zur Bösartigkeit neigende Laizisten-Blatt, wenn es nicht beim Abdruck des Briefs von Franziskus ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat als Überschrift gewählt hätte: „Die Wahrheit ist niemals absolut – Von Papst Franziskus“. Aber die Sache ist wichtig. Denn tatsächlich schreibt Franziskus, dass Wahrheit kein erratischer Block ist, den man sich ins Regal stellen und blankputzen kann, sondern nach dem christlichen Glauben eine Beziehung zu Jesus Christus ist, die man leben muss. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, sagt der Herr. Ohne Gott in seinem Sohn zu erkennen, geht man an der vollen Wahrheit vorbei. Sich als „aufgeklärt“ bezeichnende Ungläubige wie Scalfari können noch so viele Fragen an den Papst stellen und Franziskus mag sie geduldig einzeln beantworten, wie er das in seinem Brief an „La Repubblica“ getan hat – wenn sie sich nicht auf eine persönliche Beziehung zu Gott, das heißt zu Jesus Christus einlassen, kommen sie nicht weiter. Der christliche Glaube ist eben keine Ideologie, die man erlernen kann, sondern eine Beziehung.

    Guido Horst. Foto: Archiv

    Alle Fragen, die Eugenio Scalfari in längeren Leitartikeln vom 7. Juli und 7. August in seiner Zeitung über zentrale Fragen des christlichen Glaubens formuliert hat, hätte er sich anhand der Dokumente des Zweiten Vatikanums oder anhand der reichen Verkündigung von Benedikt XVI. und vor allem mit dessen dreibändigem Werk über Jesus von Nazareth selber beantworten können. Aber so ist zurzeit die Stimmung, so liegen die Dinge, zumindest in Rom: Franziskus fordert heraus und treibt auch die Intellektuellen um, die die Kirche abgeschrieben haben. Scalfari, Gründer der links-liberalen Tageszeitung „La Repubblica“, ist in Italien der wohl prominenteste Vertreter des antiklerikalen Laizismus, der von sich schreibt, er entstamme einer „illuministischen Kultur“ und würde Gott nicht suchen. Nun, selber alt geworden, treiben ihn doch die Fragen nach den letzten Dingen und nach den letzten Wahrheiten um. Zu dem ersten Editorial vom Juli inspirierten ihn „Lumen fidei“ und die Tatsache, dass diese „Enzyklika der vier Hände“ quasi von zwei Päpsten erarbeitet wurde. Anlass für das zweite Editorial war Franziskus selber, bei dem auch Ungläubige, wie Scalfari schreibt, Tag für Tag beobachten, was er sagt und was er tut. Also stellte er ihm jetzt via „La Repubblica“ einige Fragen – und Franziskus hat geantwortet. Das Blatt überschlug sich vor Stolz und zwei Tage lang schmückte der Papst-Brief (siehe Seiten 13 und 14) die Titelseiten. „La Repubblica“ wäre nicht das in Kirchensachen immer leicht zur Bösartigkeit neigende Laizisten-Blatt, wenn es nicht beim Abdruck des Briefs von Franziskus ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat als Überschrift gewählt hätte: „Die Wahrheit ist niemals absolut – Von Papst Franziskus“. Aber die Sache ist wichtig. Denn tatsächlich schreibt Franziskus, dass Wahrheit kein erratischer Block ist, den man sich ins Regal stellen und blankputzen kann, sondern nach dem christlichen Glauben eine Beziehung zu Jesus Christus ist, die man leben muss. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, sagt der Herr. Ohne Gott in seinem Sohn zu erkennen, geht man an der vollen Wahrheit vorbei. Sich als „aufgeklärt“ bezeichnende Ungläubige wie Scalfari können noch so viele Fragen an den Papst stellen und Franziskus mag sie geduldig einzeln beantworten, wie er das in seinem Brief an „La Repubblica“ getan hat – wenn sie sich nicht auf eine persönliche Beziehung zu Gott, das heißt zu Jesus Christus einlassen, kommen sie nicht weiter. Der christliche Glaube ist eben keine Ideologie, die man erlernen kann, sondern eine Beziehung.