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    Im Blickpunkt: Den 26.12. rot anstreichen

    Eine dunkle Weihnacht steht den Christen in Syrien bevor. Der syrisch-orthodoxe Erzbischof Mar Gregorios Yohanna Ibrahim hat seine Heimat in diesen Tagen als „Gefängnis“ bezeichnet. Übertrieben hat er nicht. Aleppo etwa war einst eine christliche Hochburg. Zwei Drittel der Christen hat der Bürgerkrieg aus der Stadt vertrieben. Das Weihnachtsgeschenk aus Deutschland kommt also zur rechten Zeit: Die Katholiken in Deutschland begehen künftig den Gedenktag des heiligen Stephanus– 26. Dezember – in ihren Pfarreien als „Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen“. Damit knüpfen sie an den „Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen“ an, der bis 1994 in Deutschland begangen wurde. Die Erinnerung an den friedlichen Fall des Eisernen Vorhangs ist gerade für die Gläubigen hierzulande eine Verpflichtung, die Macht des Gebetes nicht zu vergessen. 1989 waren sich die Beter ihrer Sache sicher. Die Wende wäre allein auf politischem Weg nicht denkbar gewesen. 2012 sind es die Gläubigen im Nahen Osten, die dringend auf das Gebet angewiesen sind, weil die Politiker mit ihrem Latein am Ende zu sein scheinen.

    Eine dunkle Weihnacht steht den Christen in Syrien bevor. Der syrisch-orthodoxe Erzbischof Mar Gregorios Yohanna Ibrahim hat seine Heimat in diesen Tagen als „Gefängnis“ bezeichnet. Übertrieben hat er nicht. Aleppo etwa war einst eine christliche Hochburg. Zwei Drittel der Christen hat der Bürgerkrieg aus der Stadt vertrieben. Das Weihnachtsgeschenk aus Deutschland kommt also zur rechten Zeit: Die Katholiken in Deutschland begehen künftig den Gedenktag des heiligen Stephanus– 26. Dezember – in ihren Pfarreien als „Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen“. Damit knüpfen sie an den „Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen“ an, der bis 1994 in Deutschland begangen wurde. Die Erinnerung an den friedlichen Fall des Eisernen Vorhangs ist gerade für die Gläubigen hierzulande eine Verpflichtung, die Macht des Gebetes nicht zu vergessen. 1989 waren sich die Beter ihrer Sache sicher. Die Wende wäre allein auf politischem Weg nicht denkbar gewesen. 2012 sind es die Gläubigen im Nahen Osten, die dringend auf das Gebet angewiesen sind, weil die Politiker mit ihrem Latein am Ende zu sein scheinen.

    Gescheiterte Waffenruhen pflegen europäische Regierungen mit mehr oder minder großzügigen Aufnahmeprogrammen für Flüchtlinge zu beantworten – durchaus zum Leidwesen der Gläubigen im Nahen Osten. Der chaldäische Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako, hat kürzlich an den Unterschied zwischen gut gemeinten und wirksamen Hilfsangeboten erinnert. Mehr Kulanz bei der Visavergabe bedeutet für die ausgedünnten Gemeinden: noch weniger Gläubige.

    Alles zu unterlassen, was die Abwanderung der Christen im Nahen Osten fördert, mag angesichts der Bilder aus den Bürgerkriegsregionen hart anmuten.

    Dennoch ist auch diese Krise ein Chance. Wenn die Kirchen und christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten jetzt nicht zusammenrücken, wann sonst? Darum hat der Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation, Kardinal Leonardo Sandri, während seines Irakbesuchs am Dienstag zur Einheit aufgerufen: Die unierten Kirchen der verschiedenen Riten – chaldäisch, syrisch, armenisch, lateinisch – sollten noch stärker aufeinanderzugehen. Die Linien lassen sich nach Deutschland ausziehen. Sich auf einen gemeinsamen Termin zu verständigen wäre ein ökumenischer Fortschritt. Das evangelische Pendant zum katholischen Gebetstag am 26. Dezember ist der zweite Sonntag der Passionszeit. Hier ist noch Spielraum für ein starkes ökumenisches Zeichen.