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    Im Blickpunkt: Alles dreht sich um die Beichte

    Das war schon beachtlich, was Franziskus beim Einkehrtag für Tausende von Priestern am Donnerstag in Rom vorgelegt hat: Drei inhaltlich dichte Meditationen, gehalten ganz im Geist der ignatianischen Exerzitien, alle um das Thema der Barmherzigkeit kreisend. Der Papst in seinem Element, bei dem, was er am liebsten tut: Pfarrer zu sein „für seine Leute“, in diesem Fall für Priester aus aller Welt. Noch bei keiner Gelegenheit hat sich der Jesuiten-Papst so ausführlich mit dem großen Leitthema des laufenden Heiligen Jahrs befasst: der Barmherzigkeit. Sozusagen zur „Halbzeit“ des Gnadenjahrs. Denn bald beginnt in Rom die Sommerpause, und was von September bis November noch auf dem Programm des Heiligen Jahres steht, macht dann nur noch den kleineren Teil dieser Zeit der Heiligen Pforten aus.

    Das war schon beachtlich, was Franziskus beim Einkehrtag für Tausende von Priestern am Donnerstag in Rom vorgelegt hat: Drei inhaltlich dichte Meditationen, gehalten ganz im Geist der ignatianischen Exerzitien, alle um das Thema der Barmherzigkeit kreisend. Der Papst in seinem Element, bei dem, was er am liebsten tut: Pfarrer zu sein „für seine Leute“, in diesem Fall für Priester aus aller Welt. Noch bei keiner Gelegenheit hat sich der Jesuiten-Papst so ausführlich mit dem großen Leitthema des laufenden Heiligen Jahrs befasst: der Barmherzigkeit. Sozusagen zur „Halbzeit“ des Gnadenjahrs. Denn bald beginnt in Rom die Sommerpause, und was von September bis November noch auf dem Programm des Heiligen Jahres steht, macht dann nur noch den kleineren Teil dieser Zeit der Heiligen Pforten aus.

    Es ist nicht möglich, die Meditationen des Papstes vom vergangenen Donnerstag auf engem Raum zusammenzufassen. Aber es war klar, dass Franziskus wieder auf die Beichte zu sprechen kommen würde – sie steht für ihn im Zentrum des Heiligen Jahres, sie ist der konkreteste Ausdruck dessen, was der Christ Barmherzigkeit nennt: Wo der Priester zum Werkzeug wird, damit der Gute Hirte die Wunden der verlorenen Schafe behandeln kann. Wenn der Papst von der Beichte spricht, spürt man überdeutlich, dass Jorge Mario Bergoglio viele Stunden im Beichtstuhl verbracht hat. Dort empfing er selber als Junge seine Berufung, später hat er auf der anderen Seite des Gitters Tausenden die Absolution erteilt. Franziskus spricht oft so, als wolle er gar nicht zur Kenntnis nehmen, dass es weite Regionen in der Kirche gibt, vor allem in Europa und auch in Deutschland, wo die Beichte nur noch eine spärliche oder kaum geübte Praxis ist. Vieles, wenn nicht sogar die entscheidenden Dinge, drehen sich bei den pastoralen Visionen des Papstes um das Sakrament der Versöhnung. Nur dort kann geschehen, was laut Papst Franziskus in einer Kirche zu passieren hat, die sich selbst als „Feldlazarett“ versteht. Viele verlangen von der Kirche mehr Barmherzigkeit, ohne den Weg der Umkehr und Versöhnung mit Gott gehen zu wollen. Für Franziskus ist das ein unmögliches Ding. Er geht davon aus, dass jeder Mensch ein Sünder ist, und nennt sich selbst direkt als erster. Doch gerade erst in der Beschämung über die eigene Unwürde, so sagte er vor den Priestern, wachsen die Würde und die Fähigkeit, die Barmherzigkeit des Herrn zu erlangen und zu erspüren. Mit dem heute üblichen Ton, von der Kirche immer nur zu fordern, hat das nichts zu tun.