• aktualisiert:

    Hintergrund

    Mali – das ist ein Riesen-Areal im Herzen Westafrikas, nur schwer kontrollierbar und gerade deshalb ideales Rückzugsgebiet für extremistische Gruppierungen. In diesem Punkt ist es durchaus mit dem Irak oder Afghanistan vergleichbar, wo es nie gelungen ist, die Terrornester in entlegenen Landesteilen unschädlich zu machen. Mali, dreieinhalb Mal so groß wie Deutschland, ist nur im Süden landwirtschaftlich nutzbar. Dort siedeln schwarzafrikanische Stämme und betreiben Ackerbau, teils für den Eigenbedarf, teils für den Handel mit den Nomadenvölkern aus dem Norden. Aber auch die Landwirtschaft in diesen grenznahen Gebieten zum Senegal, zu Guinea, zur Elfenbeinküste und zu Burkina Faso ist starken Schwankungen unterworfen. Wenn die Regenzeit mager ausfällt, reichen die Erträge kaum aus, um die lokale Bevölkerung zu versorgen. Für die Nomadenvölker des Nordens, die sich im Süden üblicherweise mit Lebensmittelvorräten im Tausch gegen Vieh und Salz eindecken, bleibt dann kaum noch etwas übrig. Das friedliche Zusammenleben der Völker Malis wird so ständig auf die Probe gestellt. „Wie jedes Jahr haben wir am Ende der Trockenzeit gepflanzt“, erinnert sich ein Dorfältester an die letzte große Dürre zu Beginn dieses Jahres, „aber dann blieb der Regen einfach aus und die Pflanzen verdorrten auf den Feldern. Wir konnten nichts ernten, und die Tiere hatten keine Weideflächen.“ Weiter nördlich, jenseits des Niger, beginnt die Sahara. Fast zwei Drittel der Fläche Malis nimmt sie ein. Es sind diese ganz und gar unwirtlichen Landstriche, die den Lebensraum der Tuareg bilden, einer Volksgruppe, die sich in Mali chronisch benachteiligt fühlt.

    Mali – das ist ein Riesen-Areal im Herzen Westafrikas, nur schwer kontrollierbar und gerade deshalb ideales Rückzugsgebiet für extremistische Gruppierungen. In diesem Punkt ist es durchaus mit dem Irak oder Afghanistan vergleichbar, wo es nie gelungen ist, die Terrornester in entlegenen Landesteilen unschädlich zu machen. Mali, dreieinhalb Mal so groß wie Deutschland, ist nur im Süden landwirtschaftlich nutzbar. Dort siedeln schwarzafrikanische Stämme und betreiben Ackerbau, teils für den Eigenbedarf, teils für den Handel mit den Nomadenvölkern aus dem Norden. Aber auch die Landwirtschaft in diesen grenznahen Gebieten zum Senegal, zu Guinea, zur Elfenbeinküste und zu Burkina Faso ist starken Schwankungen unterworfen. Wenn die Regenzeit mager ausfällt, reichen die Erträge kaum aus, um die lokale Bevölkerung zu versorgen. Für die Nomadenvölker des Nordens, die sich im Süden üblicherweise mit Lebensmittelvorräten im Tausch gegen Vieh und Salz eindecken, bleibt dann kaum noch etwas übrig. Das friedliche Zusammenleben der Völker Malis wird so ständig auf die Probe gestellt. „Wie jedes Jahr haben wir am Ende der Trockenzeit gepflanzt“, erinnert sich ein Dorfältester an die letzte große Dürre zu Beginn dieses Jahres, „aber dann blieb der Regen einfach aus und die Pflanzen verdorrten auf den Feldern. Wir konnten nichts ernten, und die Tiere hatten keine Weideflächen.“ Weiter nördlich, jenseits des Niger, beginnt die Sahara. Fast zwei Drittel der Fläche Malis nimmt sie ein. Es sind diese ganz und gar unwirtlichen Landstriche, die den Lebensraum der Tuareg bilden, einer Volksgruppe, die sich in Mali chronisch benachteiligt fühlt.

    Der drohende Abstieg Malis zu einem „failed state“ ist umso tragischer, da sich das Land vor dem Putsch 2012 durchaus positiv entwickelt hatte und dabei war, Armut und Perspektivlosigkeit ein Stück weit abzuschütteln. Insgesamt gute Ernten, hohe Preise für Gold – eine kostbare Ressource im Boden Malis – ließen die Wirtschaft blühen. Über viele Jahre erzielte Mali ein Wachstum von rund fünf Prozent. Die für eine wirksame Armutsreduzierung erforderlichen sieben Prozent lagen in greifbarer Nähe.

    Überdies stimmten die Strukturen. So ist Mali zunehmend marktwirtschaftlich orientiert. Die Privatisierung von Staatsunternehmen ist in den vergangenen Jahren vorangeschritten. Mali ist Mitglied in allen wichtigen Wirtschaftsorganisationen wie Weltbank, ECOWAS (Economic Community of West African States). Und auch das große Interesse des Westens, das Land nicht zu einer neuen Hochburg Al Kaidas heranreifen zulassen, ist ein Hinweis darauf, dass die Chancen auf internationale Unterstützung eher wachsen als sinken. mg