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    Würzburg

    Grün, aber nicht links

    Die Naturschutzbewegung hat auch konservative Ursprünge. Wie sind sie einzuschätzen und wie relevant sind noch heute?

    Klima-Demonstration Fridays for Future
    Grün aber nicht links Foto: in (dpa)

    Melonen-Partei: Außen grün, innen rot. Das sagte Franz Josef Strauß über die Grünen. Zu einem Zeitpunkt als die Partei schon klar von linken Gruppen dominiert und so zur politischen Speerspitze der neuen Linken geworden war. Feminismus, eine Politik, die gegen die klassische Familie gerichtet ist, für die sogenannte „Ehe für alle“ eintritt, die Geschlechter auflösen will und das Recht auf Abtreibung propagiert, diese Punkte gehören zwar alle zur Programmatik der grünen Partei, spezifisch grün in dem Sinne, dass sie irgendetwas mit Naturschutz zu tun hätten, sind sie nicht. Aber gilt das Melonen-Bild für die Naturschutzbewegung insgesamt? Kann man nicht grün sein, ohne rot zu werden? Es gibt auch Ideenstränge innerhalb der Ökologie-Bewegung, die nicht links sind. Ja, viele von ihnen sind sogar explizit konservativ. Doch welche Rolle spielen diese Ansätze heute noch, sind sie für die Grüne-Partei von heute relevant? Schließlich gibt sich diese ja mittlerweile gerne bürgerlich.

    Heimatschutz, die Ursprünge der Umwelt- und Naturschutzbewegung, liegen im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Die industrielle Revolution hat Deutschland verändert. Die Menschen ziehen weg vom Land, dorthin wo es Arbeit gibt: In die Städte, wo die Schornsteine rauchen. Die Kulturlandschaft verändert sich. Aber wurzelt eben in ihr nicht die deutsche Kultur? Bedarf diese daher nicht eines besonderen Schutzes? Es entstehen überall im Land sogenannte Heimatschutz-Vereine, die sich genau diese Aufgabe auf die Fahne schreiben. Es ist ihr Ziel, kulturelle Eigentümlichkeiten zu erhalten, dazu gehören Brauchtumspflege und Denkmalschutz. Vor allem aber auch die landschaftliche Vielfalt soll geschützt werden. Diese Vereine sind stark geprägt durch Vorstellungen der Romantik, aber noch relativ unpolitisch. Parallel dazu entwickelt sich in der Schlussphase des Kaiserreiches eine grundsätzlichere Zivilisationskritik: Ihr Motor ist die Sehnsucht nach einem idealen Urzustand, in dem das Verhältnis des Menschen zur Natur durch Harmonie geprägt war. Das klare Gegenbild dazu ist für sie die dank technischer Entwicklung allein auf ökonomische Effizienz ausgerichtete industrielle Arbeitswelt der Gegenwart. Die Entfremdung des Menschen von seinem natürlichen Lebensumfeld führt zum Verlust seiner Persönlichkeit, er wird zum Rädchen in der Maschinerie des technisch-industriellen Komplexes. Allerdings gibt es hier zwei Ausprägungen, die jeweils dem Menschen eine unterschiedliche Rolle zubilligen. Die ursprüngliche Sorge der Naturschützer galt ja dem Ziel, den Menschen ihr natürliches Lebensumfeld zu erhalten. Es ging ihnen also in erster Linie um den Menschen selbst. Bei einigen Vertretern ändert sich nun die Gewichtung.

    Der Mensch mit seinen Bedürfnissen wird nicht mehr in den Mittelpunkt gestellt, eine solche Auffassung gilt nun als anthropozentrische und damit verengte Weltsicht. Der Mensch, der sich gemäß dem biblischen Auftrag „die Welt untertan“ machen möchte, erscheint nun vielmehr als die eigentliche Gefahr. Sein Gestaltungswille, sein Gewinnstreben, seine Technik – das sind die Faktoren, die den natürlichen Organismus zerstören. In diesen Organismus war der Mensch ursprünglich eingebunden, nun lehnt er sich gegen die natürliche Ordnung auf. „Mensch und Erde“ heißt eine Schrift, die 1913 beim Treffen der freideutschen Jugendbewegung auf dem Hohen Meißner Furore macht. Die Jugendbewegung verbindet bei allen unterschiedlichen weltanschaulichen Ausprägungen eine Grundausrichtung: die Abgrenzung gegenüber dem wilhelminischen Bürger, dem Philister, der saturiert seinen Geschäften nachgeht, aber auch jede Sensibilität für die eigentlichen Sinnfragen verloren hat. In ihrer Rigorosität sind die Jugendlichen von damals ihren Ururenkeln, die heute jeden Freitag auf die Straße gehen, durchaus ähnlich. Und sie treibt ebenfalls die Frage um, wie der Mensch in Einklang mit der Natur leben könnte.

    Genau darauf geht der Schriftsteller Ludwig Klages in „Mensch und Erde“ ein. Er deutet die Erde als ein ökologisch vernetztes Ganzes, als eine „Arche“. Und diese Arche darf nicht untergehen. Seine Schrift ist als eine Anklage formuliert, in ihrer Schärfe auch durchaus der Kritik der Jugendlichen von heute vergleichbar: Damals lag das Problem natürlich nicht darin, dass die Menschen zu viel fliegen – aber der Jugendbewegung ging es auch darum, den Lebensstil des bürgerlichen Establishments zu kritisieren, ja zu verwerfen, und ein eigenes Lebenskonzept, ein natürliches Leben entgegenzusetzen. Dazu gehörte nicht nur, auf „Fahrt“ zu gehen und dabei den natürlichen Lebensraum kennenzulernen, sondern auch der bewusste Verzicht auf vermeintlich moderne Luxusgüter – Vegetarier wurden auch viele. Allerdings liegen hier auch Gefahren:

    Wer die Entzauberung und Entgöttlichung der Erde beklagt, neigt dazu, dass er im Gegenzug die Erde verzaubert und vergöttlicht.

    Die Folge: Die Verhältnisse stimmen nicht mehr. Der Mensch wird zum Störfaktor, im schlimmsten Fall zum Parasiten, der der Erde ihre Lebenskraft nimmt.

    Dieses Grundproblem der Naturschutzbewegung, die unklare Rolle des Menschen – ist er die Krönung der Schöpfung oder ihr Vernichter? –, zeigt sich auch in der Nachkriegszeit. In der „Wirtschaftswunderzeit“, in gewisser Weise der wilhelminischen Gründerzeit durchaus vergleichbar, sehen die konservativen Naturschützer wiederum in der Ökonomisierung aller Lebensbereiche und der Dominanz des wirtschaftlich-technischen Komplexes die größte Bedrohung. Niemand hat die totalitäre Gefahr dieser Entwicklung besser herausgestellt als Ernst Jünger in seinem schon in der Zwischenkriegszeit veröffentlichten Essay „Der Arbeiter“. In der Nachkriegszeit gehören er und sein Bruder Friederich Georg Jünger, der ebenfalls schriftstellerisch tätig ist, zu den Wortführern, die für diese Form der Modernekritik eine Öffentlichkeit schaffen wollen.

    Im konservativen Establishment allerdings, und das ist in der Nachkriegszeit mehr oder weniger mit den Unionsparteien gleichzusetzen, gibt es kaum Widerhall. Im Gegenteil: Das „Wirtschaftswunder“ ist ihr Wahl-Schlager und als Basis für diesen Erfolg gilt eben die auf stetiges Wachstum ausgerichtete Volkswirtschaft. Doch es gibt eine Ausnahme: „Das (…) Verhängnis ist, dass die Menschheit im Osten wie im Westen inzwischen von der totalitärsten Ideologie beherrscht wird, die sie bisher hervorgebracht hat: der Lehre vom so genannten ,ständigen wirtschaftlichen Wachstum‘. Diese fordert nicht nur die Unterwerfung des Denkens wie frühere Ideologien, sondern auch des Verhaltens im Alltag: beim Arbeiten, Kaufen, Konsumieren und Wegwerfen. Diese totale Einbindung aller Kräfte in ein System ist nur mit dem Einsatz der Menschen in einem Krieg vergleichbar; denn damals wurden auch alle für den Sieg mobilisiert.“ Diese Sätze hat Herbert Gruhl (1921–1993) geschrieben. Sie stehen in seinem Buch „Ein Planet wird geplündert“, 1978 ein Bestseller. Da ist Gruhl schon seit neun Jahren CDU-Bundestagsabgeordneter, in seiner Partei gilt der Öko-Querdenker aber vor allem als Querulant. Er gehört zu den Gründern der Grünen, zieht sich aber zurück, als er feststellen muss, dass die Partei links unterwandert wird. Einen zweiten Versuch startet er mit der ÖDP. Zum Schluss ist er politisch vereinsamt und sein Blick auf die Zukunft nimmt zunehmend apokalyptische Züge an. „Himmelfahrt ins Nichts“, heißt bezeichnenderweise sein letztes Buch aus dem Jahr 1992: „Die Vereinheitlichung der Welt ist ein Meilenstein zu ihrem Ende. (…) So wie die technische Zivilisation absolut einmalig in der Geschichte des Menschen ist, so einzigartig wird auch ihr Ende sein. Sie wird nicht an kultureller Degeneration zugrunde gehen, sondern an der physischen Ausplünderung der Erde, wobei heute alle Völker einmütig handeln.“ Hier zeigt sich auch ein Problem der romantischen Richtung: So klar ihre Vertreter in der Diagnose sind, ihnen fehlt der politische Sinn. Das Scheitern im politischen Betrieb schlägt dann oft in einen Kulturpessimismus um, wie eben auch bei Gruhl, der zum Schluss auch im christlichen Glauben keinen Trost mehr findet. Auch er sieht letztlich im Anthropozentrismus das stärkste Problem. Angesichts der sogenannten Überbevölkerung schlägt er etwa Lösungen vor, die nicht mit dem christlichen Menschenbild vereinbar wären.

    Wie lassen sich aber die konservativen Impulse der Naturschutzbewegung mit dem christlichen Menschenbild vereinbaren? Wie kann verhindert werden, dass die Kritik an menschlicher Hybris nicht in Menschenfeindlichkeit umschlägt? „Es gibt auch eine Ökologie des Menschen.“ Der zentrale Satz aus der Rede von Papst Benedikt XVI. vor dem Deutschen Bundestag gibt die Richtung vor. Zuvor hat der Pontifex die Anliegen der Umweltschutzbewegung gewürdigt:

    „Jungen Menschen war bewusst geworden, dass irgend etwas in unserem Umgang mit der Natur nicht stimmt."

    Dass Materie nicht nur Material für unser Machen ist, sondern dass die Erde selbst ihre Würde in sich trägt und wir ihrer Weisung folgen müssen.“ Wenn man aber in dieser Weise auf „die Sprache der Natur“ hören wolle, müsse eben gleichzeitig auch die „Ökologie des Menschen“ beachtet werden: „Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muss und die er nicht beliebig manipulieren kann. Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit. Der Mensch macht sich nicht selbst. Er ist Geist und Wille, aber er ist auch Natur, und sein Wille ist dann recht, wenn er auf die Natur hört, sie achtet und sich annimmt als der, der er ist und der sich nicht selbst gemacht hat. Gerade so und nur so vollzieht sich wahre menschliche Freiheit.“ Damals bekam der Papst viel Applaus. Gerade auch von den Abgeordneten der Grünen. Der Beweis allerdings, dass sich die „Ökologie des Menschen“ in ihrem Programm tatsächlich niederschlägt, steht noch aus. Bis dahin steht das Bild von der „Melonen-Partei“ weiterhin im Raum.

     

    Grün, ohne links zu sein?

    Was wir in den letzten Wochen seit der Wahl zum Europäischen Parlament geerbt haben, ist eine ausgewachsene Grünen-Hysterie. Für die deutschen Medien haben die Grünen nicht nur in Deutschland, sondern in Europa die Wahl gewonnen. Dabei beschränkt sich der Zuwachs der EP-Fraktion der Grünen auf den Zugewinn deutscher Sitze. Im Greta-Land Schweden sind die regelrecht abgestraft worden, in den osteuropäischen Ländern kommen sie kaum vor. Unbeeindruckt davon wird eine Propagandaschlacht für einen grünen Bundeskanzler geschlagen. Die Journalisten sorgen sich lediglich, ob Deutschland schon reif dafür sei. Dabei ist der Höhenflug der Grünen keine eigene Leistung, sondern eine Folge der Politik von Angela Merkel, deren Richtlinie in den vergangenen Jahren es war, grüne Forderungen in einer Konsequenz durchzusetzen, zu der die ehemalige Öko-Partei von selbst nicht in der Lage gewesen wäre. Das trifft auf die Abschaffung der Wehrpflicht, auf die Eurorettungspolitik, auf die unkontrollierte Masseneinwanderung seit 2015 und auf die Klimapolitik zu. Was Letztere betrifft, hat Merkel ihre Regierung in eine Sackgasse manövriert, aus der es keinen Ausweg gibt. Wer sich auf Atom- und Kohleausstieg gleichzeitig eingelassen hat, muss sich nicht wundern, wenn die Forderungen immer irrationaler werden. Die Klimapolitik hat bereits in Deutschland Schäden angerichtet, die nicht mehr zu übersehen sind. Windparks zerstören die Kulturlandschaft und machen auch vor jahrhundertealten Wäldern nicht mehr halt. Sie zerschreddern Vögel und Insekten. Monokulturen von „Energiepflanzen“ verursachen Artensterben. Längst sind die Grünen eine Umweltzerstörungs-Partei geworden. Sie stehen für die größte Umverteilung von unten nach oben, die es in Deutschland gegeben hat. Mit bestem Gewissen, denn ihr Profit wird von der „Energiewende“ generiert. Die Grünen sind links, aber nicht mehr grün. Die Sorge um die Umwelt treibt jene um, die den Grünen widersprechen und statt Hysterie für wirkliche Lösungen mit Augenmaß plädieren.

    Vera Lengfeld, Bürgerrechtlerin in der DDR und dort aktiv in der Umweltbewegung, war von 1990 bis 1996 Bundestagsabgeordnete für die Grünen, 1996 bis 2005 CDU-Bundestagsabgeordente. Sie ist heute Publizistin
     

    Ideen sind politisch farbenblind

    Ideen sind politisch farbenblind. Sie unterscheiden auch nicht zwischen rechts und links oder gut und böse – nur zwischen klug und blöde, zwischen Rückschritt, Stillstand und Fortschritt. Um das Klima zu schützen brauchen wir kluge und fortschrittliche Ideen; jeder Versuch, sie rechts oder links einzuordnen muss scheitern. Der Menschheit geht es immer besser – gut so! Dass es der Umwelt dadurch aber nicht immer schlechter geht, ist ohne Innovationen nicht möglich. Ökologie und Ökonomie sind also ein echtes Traumpaar. Das ist die Erkenntnis einer Haltung, die nicht unter der politisch bipolaren Störung leidet: dem Liberalismus, der jenseits von rechts und links nach den besten Ideen sucht. Romantischer Ökologismus hingegen mag im Zeitgeist apokalyptischer Horrorszenarien ein gutes Image haben; die besseren Ideen jedoch entstehen aus Zuversicht – und daran zu glauben haben wir angesichts des Fortschritts, die der menschliche Erfindergeist bereits hervorgebracht hat, guten Grund.

    Lukas Köhler ist klimapolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion
     
     

    Ökologie ist weder links noch rechts

    Der Ökologisch-Demokratischen Partei ÖDP bin ich 1983, also kurz nach ihrer Gründung, beigetreten. Als Christ fühle ich mich den christlich-humanistischen Werten verbunden, bei denen die Bewahrung der Schöpfung einen hohen Stellenwert hat. Papst Franziskus hat sich mehrfach für deutlich verstärkte Anstrengungen im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes ausgesprochen und fordert nicht weniger als eine „grüne Theologie“.

    Ökologie ist weder links noch rechts. Entscheidend ist, dass künftige Generationen in den Blick genommen werden, ebenso wie andere Länder oder Kontinente. Dazu ist eine konsequente Klimaschutzpolitik genauso vonnöten wie die Abkehr vom ständigen ressourcengestützten Wirtschaftswachstum.Mich erstaunt es immer wieder, wie im Europaparlament Politiker aus Parteien, die sich „Konservativ“ nennen oder sogar das „C“ für Christlich im Namen führen, eine Politik vorantreiben, die auf Kosten unserer Kinder und Enkel geht, die mit Freihandelsabkommen die Länder des globalen Südens knebelt oder sich gegen das Wohl der Tiere, die ja auch Gottes Geschöpfe sind, richtet. Diesen Konservatismus-Begriff lehne ich ab.

    Klaus Buchner sitzt für die ödp im Europaparlament
     

    Konservativ heißt: Bewahren, was uns bewahrt

    Für mich sind Konservative Menschen, die bewahren wollen, was sie bewahrt: gute Luft, gesundes Wasser, fruchtbare Böden. Aber auch die Liebe, der Geist und das Gewissen. Deshalb ist die progressive Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus gerade in unserer Zeit so wertvoll und so kostbar, vielleicht das wertvollste und wichtigste konservative Dokument in unserer Zeit Es geht um nichts weniger als um die Bewahrung der Schöpfung und um eine gerechtere Welt, so wie sie Jesus in seiner Bergpredigt vorausgedacht hat. Es geht um eine ökosoziale Marktwirtschaft jenseits der einseitigen Ideologien von Sozialismus und Kapitalismus. Deshalb sagt auch ein anderer moderne Konservativer wie der Dalai Lama: „Buddha wäre heute ein Grüner und ich würde die Grünen wählen, wenn ich in Europa leben würde.“ Was heute konservativ ist, habe ich mit großer Begeisterung und Zustimmung in der katholischen Soziallehre und in der evangelischen Sozialethik gefunden. Konservative orientieren sich an Maß und Mitte und sind nicht für den Brutal-Kapitalismus anfällig (Papst Franziskus: „Diese Wirtschaft tötet.“) oder sind nicht für sozialistische Massenmörder zu begeistern wie Mao-Tse-tung oder Ho Chi Min. So wie mancher Verirrte der 68er-Generation.

    Maß und Mitte sind seit Sokrates, Aristoteles und Platon die Wesensmerkmale des Konservativen. Aber wo bleiben sie, wenn wir unsere Lebensgrundlagen zerstören? Ach wären die „Konservativen“ doch konservativ! Gerade heute! Konservative sagen gerne, dass sie ihre Kinder lieben. Das ist reine Heuchelei, wenn sie gleichzeitig die Zukunft ihrer Kinder verbrennen.

    Wir verbrennen heute an einem Tag über Kohle, Gas, Benzin und Öl, was die Natur in einer Million Tagen angesammelt hat. Und damit die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Darf dieses verbrecherische Verhalten noch konservativ, also bewahrend, genannt werden?

    Konservative engagieren sich – wie Angela Merkel nach Fukushima – für den Ausstieg aus der Atomkraft. weil sie wissen, dass jedes AKW ein Restrisiko hat und uns damit jeden Tag „den Rest“ geben kann. Sie arbeiten stattdessen an der solaren Energiewende, an einer ökologischen Verkehrs- und Bauwende sowie an einer biologischen Landwirtschaft. Konservative wissen, dass die Ökologie die modernere und intelligentere Ökonomie ist, weil sie die Folgekosten mit bedenkt. Wirkliche Konservative sind Werkonservative und nicht Strukturkonservative, denen Institutionen und deren Strukturen wichtiger sind als Werte. Diese wesentliche Unterscheidung stammt vom wertkonservativen Christen und Sozialdemokraten Erhard Eppler.

    Franz Alt ist Publizist und Weggefährte Herbert Gruhls. 1986 verließ er aus Protest gegen die Atompolitik der Regierung Kohl die CDU.

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