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    Großes Interesse an Papstmessen

    Berlin/Erfurt (DT/KNA) Rund 40 000 Menschen haben sich bereits für den Gottesdienst mit Papst Benedikt XVI. am 22. September in Berlin angemeldet. Online seien bereits 26 000 Anmeldungen eingegangen, rund 14 000 Menschen hätten über Gruppen aus ganz Deutschland, Polen und Österreich ihr Interesse bekundet, in die Hauptstadt zu reisen, teilte das Erzbistum Berlin am Dienstag mit. Noch nicht enthalten sei dabei ein Großteil der Anmeldungen, die über die Pfarrgemeinden erfasst würden.

    Auch der dritte Besuch des Papstes in seiner Heimat verspricht – wie hier 2005 beim Weltjugendtag in Köln – ein Fest des... Foto: dpa

    Berlin/Erfurt (DT/KNA) Rund 40 000 Menschen haben sich bereits für den Gottesdienst mit Papst Benedikt XVI. am 22. September in Berlin angemeldet. Online seien bereits 26 000 Anmeldungen eingegangen, rund 14 000 Menschen hätten über Gruppen aus ganz Deutschland, Polen und Österreich ihr Interesse bekundet, in die Hauptstadt zu reisen, teilte das Erzbistum Berlin am Dienstag mit. Noch nicht enthalten sei dabei ein Großteil der Anmeldungen, die über die Pfarrgemeinden erfasst würden.

    Der Berliner Bistumsverweser und Weihbischof Matthias Heinrich erklärte dazu, er freue sich sehr über das große Interesse an dem Gottesdienst mit dem Heiligen Vater. Zugleich betonte er, die vorliegenden Zahlen seien für das Erzbistum eine wichtige Grundlage für die weiteren Planungen. Über das Anmeldeverfahren sei das Erzbistum noch einmal auf verschiedene Probleme mit dem Veranstaltungsort vor dem Schloss Charlottenburg hingewiesen worden. „Wir werden dies bei der weiteren Planung berücksichtigen“, so Heinrich. Allen solle eine Teilnahme am Gottesdienst ermöglicht werden. Bislang ist die Messfeier auf dem Vorplatz des Charlottenburger Schlosses geplant. Dort gibt es aber voraussichtlich nur wenige Sitzplätze für die Besucher. Nach bisheriger Schätzung könnten etwa 40 000 Gläubige vor dem Schloss platziert werden, weitere 30 000 in den angrenzenden Straßen.

    Groß ist das Interesse auch an den Papstliturgien in Thüringen. Allein für die beiden Gottesdienste am 23. und 24. September in Thüringen gebe es bislang insgesamt 74 000 Anmeldungen, gab der Erfurter Generalvikar Raimund Beck am Dienstag vor Journalisten in der Landeshauptstadt bekannt. Weitere Gottesdienste mit Benedikt XVI. sind am 24. und 25. September in Freiburg geplant. Insgesamt sind nach Becks Angaben bei der Deutschen Bischofskonferenz bisher deutlich über 120 000 Kartenanfragen eingegangen. Die Anmeldefrist dauert bis Mitte Juni.

    Besonders groß ist das Interesse an der Papstmesse am 24. September auf dem Erfurter Domplatz. Dafür gingen schon über 42 000 Anfragen ein, wie der leitende Koordinator des Bistums Erfurt für den Papstbesuch, Kurt Herzberg, erklärte. Aus Sicherheitsgründen gebe es aber nur für 27 900 Besucher Platz. Für die Papstandacht am Vortag bei der Wallfahrtskapelle Etzelsbach im Eichsfeld seien bis jetzt 32 000 Anmeldungen erfolgt. Insgesamt rechne das Bistum mit 50 000 Pilgern dorthin und stelle sich organisatorisch auf die doppelte Anzahl ein. Wer keine Karte für Erfurt erhalte, habe sehr gute Chancen für Etzelsbach. Beck betonte, bei der Zuteilung der Karten spiele keine Rolle, wann das Interesse innerhalb der Frist bekundet worden sei. Da der Papst in Thüringen vor allem die ostdeutschen Katholiken besuche, würden diese aber „ein wenig bevorzugt“. So gebe es für alle Ostbistümer Kartenkontingente, auch Mitglieder anderer Kirchen würden jedoch berücksichtigt, unterstrich der Generalvikar.

    Unterdessen hofft die Landesvorsitzende der Berliner Grünen, Bettina Jarasch, dass sich der Papst bei seinem Deutschlandbesuch auch zu strittigen Fragen äußert. Das Thema Homosexualität sei gesetzt, schließlich werde sich der Papst in das Goldene Buch Berlins eintragen, das ihm ein „schwuler katholischer Bürgermeister überreicht“, sagte Jarasch in einem Interview der „Berliner Zeitung“ (Mittwoch). Die Politikerin ist auch Pfarrgemeinderatsvorsitzende einer katholischen Kreuzberger Gemeinde. Jarasch erklärte weiter, Homosexuelle warteten sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirche dringend auf ein Wort des Papstes, das die Diskriminierung beende. Zudem liege die Frage des kirchlichen Umgangs mit wiederverheirateten Geschiedenen nahe, weil der Papst den geschiedenen und wiederverheirateten Bundespräsidenten Christian Wulff treffe. Auch wäre ein Besuch im Canisius-Kolleg eine Chance zu zeigen, dass sich die Kirche offensiv mit dem Thema Missbrauch auseinandersetze.

    Jarasch gehört mit dem Jesuitenpater Klaus Mertes und dem Berliner Diözesanratsvorsitzenden Wolfgang Klose zu den Initiatoren eines Blogs zum Papstbesuch. Das Internettagebuch mit dem Titel „Nackte Sohlen“ will einen breiten Dialog zur Deutschlandreise von Benedikt XVI. anstoßen.