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    Glosse: Wir sind nicht mehr Papst

    Wir sind nicht mehr Papst. Für manchen C-Politiker ist mit dem Ende der Sedisvakanz eine furchtbare Zeit angebrochen. Vorbei sind die Gelegenheiten, bei denen man hierzulande die Herzen katholischer Wähler noch mit einem Pressefoto erwärmen konnte, dass einen zusammen mit Benedikt XVI. und tapferen bayerischen Gebirgsschützen zeigte. Jetzt besteht die einzig verbliebene Alternative darin, echte christliche Politik zu machen. „Pfui, Teufel!“, wird sich da wohl so mancher Christsozialer und so manche Christdemokratin denken, und sich bei „Bambi“, Familienministerin Kristina Schröder, sicherheitshalber nach dem politisch korrekten Geschlecht Satans erkundigen.

    Wir sind nicht mehr Papst. Für manchen C-Politiker ist mit dem Ende der Sedisvakanz eine furchtbare Zeit angebrochen. Vorbei sind die Gelegenheiten, bei denen man hierzulande die Herzen katholischer Wähler noch mit einem Pressefoto erwärmen konnte, dass einen zusammen mit Benedikt XVI. und tapferen bayerischen Gebirgsschützen zeigte. Jetzt besteht die einzig verbliebene Alternative darin, echte christliche Politik zu machen. „Pfui, Teufel!“, wird sich da wohl so mancher Christsozialer und so manche Christdemokratin denken, und sich bei „Bambi“, Familienministerin Kristina Schröder, sicherheitshalber nach dem politisch korrekten Geschlecht Satans erkundigen.

    Dabei sind die Umstände für eine Revitalisierung christlich orientierter Politik eigentlich günstig. Nicht bloß, weil die von Angela Merkel bislang verfolgte Strategie der „asymetrischen Demobilisierung“, die statt die eigenen Stammwähler zufriedenzustellen, sich damit begnügt, möglichst viele andere Wähler von den Urnen fernzuhalten, spätestens seit der Niedersachsen-Wahl als gescheitert gilt. Denn viel schlimmer als die „Leihstimmen“, die taktisch denkende Unionswähler den Liberalen gaben, war für die CDU, dass sie rund 60 000 Wähler an das Lager der Nichtwähler verlor. Die werden sich auch nicht alle wieder mit einem Bild, das die Kanzlerin mit Papst Franziskus bei der Audienz nach seiner Amtseinführung zeigt, versöhnen lassen. Günstig sind die Zeiten für eine Revitalisierung christlicher Politik vor allem, weil immer mehr Menschen die Folgen der Entchristianisierung der Gesellschaft längst am eigenen Leib spüren: am Arbeitsplatz, an der Universität, in der Schule, beim Arzt, ja selbst in der Familie und im Freundeskreis. Was auch nicht anders sein kann, bedingt doch das Gottesbild auch das Menschenbild.