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    Glosse: Wanderer, komm mal nach Sparta...

    Dass es unter den je möglichen Wegen auch Irrwege, Abwege und Umwege gibt, weiß jeder Wanderer. Etwa der Wandersmann Gregor Gysi, der der deutschen Regierung vorwirft, im griechischen Drama auf dem Holzweg zu sein. Nun ist der Holzweg kein Königsweg, und Gysi weder König noch Philosoph. Deshalb weiß er auch nicht, was wahre Philosophenkönige wissen: dass der Weg das Ziel ist. Angela Merkel ist Platons Philosophenkönig-Status schon näher. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, meint sie zum griechischen Drama. Auch Seit an Seite mit dem britischen Problembär David Cameron setzte sie auf diese Philosophie. Kein Zweifel, dass die Kanzlerphilosophin da auf das Werk des Philosophen Arthur Schopenhauer „Die Welt als Wille und Vorstellung“ (1819) anspielt. Wenn sich Cameron und Tsipras nun ein paar Wochen mit Schopenhauers Werk zurückziehen, werden sie zu den „Wurzeln des Satzes vom zureichenden Grund“ vorstoßen – indes die Euro-Zone nach Merkels Wille und Vorstellung neu erblühen kann.

    Dass es unter den je möglichen Wegen auch Irrwege, Abwege und Umwege gibt, weiß jeder Wanderer. Etwa der Wandersmann Gregor Gysi, der der deutschen Regierung vorwirft, im griechischen Drama auf dem Holzweg zu sein. Nun ist der Holzweg kein Königsweg, und Gysi weder König noch Philosoph. Deshalb weiß er auch nicht, was wahre Philosophenkönige wissen: dass der Weg das Ziel ist. Angela Merkel ist Platons Philosophenkönig-Status schon näher. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, meint sie zum griechischen Drama. Auch Seit an Seite mit dem britischen Problembär David Cameron setzte sie auf diese Philosophie. Kein Zweifel, dass die Kanzlerphilosophin da auf das Werk des Philosophen Arthur Schopenhauer „Die Welt als Wille und Vorstellung“ (1819) anspielt. Wenn sich Cameron und Tsipras nun ein paar Wochen mit Schopenhauers Werk zurückziehen, werden sie zu den „Wurzeln des Satzes vom zureichenden Grund“ vorstoßen – indes die Euro-Zone nach Merkels Wille und Vorstellung neu erblühen kann.

    Noch tiefgründiger setzt da nur der Weltenwanderer Werner Faymann aus dem lieblichen Wien an. Er besuchte am Mittwoch Athen, um den griechischen Freunden seine philosophische Einsicht mit auf die Reise zu geben: „Es führt kein Weg an einer Lösung vorbei.“ Damit ist nicht nur Gysis Holzweg-These widerlegt, sondern auch Merkels Willens-Philosophie. Wenn kein Weg an einer Lösung vorbei führt, führt jeder zur Lösung. Jeder Weg ist das Ziel! Heureka! Aufatmen in Athen und Brüssel. Aber wehe Wanderer, du kommst nach Sparta!