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    Glosse: WLAN für die kurze Strecke

    Kriegsähnliche Konflikte in der Ukraine, Hunger in Afrika, doch was ist das alles schon im Vergleich zu den Zuständen in deutschen S-Bahnen und Regionalzügen. Die haben nämlich, sehr zum Ärger von CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt, immer noch kein kostenloses WLAN. Und so droht es zu bleiben! Lediglich in den Fernzügen hat die Bahn zum Entsetzen des Ministers das schnelle Internet im Visier. Aber auf der kleinen Strecke: Fehlanzeige! Zu schlecht sei dort die „Mobilfunk-Infrastruktur“, entschuldigt man sich, außerdem falle das alles sowieso in den jeweiligen Zuständigkeitsbereich der Bundesländer und so weiter. Doch so schnell lässt sich Dobrindt mit seiner „Modernisierungsoffensive“ für die Bahn, welche „DAS Verkehrsmittel des digitalen Zeitalters“ werden soll, nicht stoppen. Bei Facebook postete die CSU jetzt eine Empörungs-Anzeige, die eine junge Frau mit Notebook in einer Bahn zeigt. Dazu liest man die kraftstrotzende Forderung „Wir brauchen: Freies WLAN in allen Zügen“ und den empathischen Wut-Text zum Wachrütteln: „Seid ihr auch genervt, wenn morgens auf dem Weg in die Arbeit im Zug oder in der S-Bahn sich eure E-Mails wieder nicht laden lassen und sich die Nachrichtenseiten nicht aufbauen?“ Ehrlich gesagt: eigentlich nicht! Es gibt nämlich immer noch Zeitungen und Bücher zum Anfassen und Umblättern, die man praktischerweise unterwegs lesen kann, und wenn schon „genervt“, dann mehr über das lückenhafte Breitbandangebot auf dem Land. Von pünktlichen Zügen wollen wir nicht reden. Stefan Meetschen

    Kriegsähnliche Konflikte in der Ukraine, Hunger in Afrika, doch was ist das alles schon im Vergleich zu den Zuständen in deutschen S-Bahnen und Regionalzügen. Die haben nämlich, sehr zum Ärger von CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt, immer noch kein kostenloses WLAN. Und so droht es zu bleiben! Lediglich in den Fernzügen hat die Bahn zum Entsetzen des Ministers das schnelle Internet im Visier. Aber auf der kleinen Strecke: Fehlanzeige! Zu schlecht sei dort die „Mobilfunk-Infrastruktur“, entschuldigt man sich, außerdem falle das alles sowieso in den jeweiligen Zuständigkeitsbereich der Bundesländer und so weiter. Doch so schnell lässt sich Dobrindt mit seiner „Modernisierungsoffensive“ für die Bahn, welche „DAS Verkehrsmittel des digitalen Zeitalters“ werden soll, nicht stoppen. Bei Facebook postete die CSU jetzt eine Empörungs-Anzeige, die eine junge Frau mit Notebook in einer Bahn zeigt. Dazu liest man die kraftstrotzende Forderung „Wir brauchen: Freies WLAN in allen Zügen“ und den empathischen Wut-Text zum Wachrütteln: „Seid ihr auch genervt, wenn morgens auf dem Weg in die Arbeit im Zug oder in der S-Bahn sich eure E-Mails wieder nicht laden lassen und sich die Nachrichtenseiten nicht aufbauen?“ Ehrlich gesagt: eigentlich nicht! Es gibt nämlich immer noch Zeitungen und Bücher zum Anfassen und Umblättern, die man praktischerweise unterwegs lesen kann, und wenn schon „genervt“, dann mehr über das lückenhafte Breitbandangebot auf dem Land. Von pünktlichen Zügen wollen wir nicht reden. Stefan Meetschen