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    Glosse: Sankt Unbekannt

    500 Jahre Reformation? Naja. 1 700 Jahre Martin von Tours – das ist mal ein Grund zum Feiern! Doch statt den großen Heiligen der tätigen Nächstenliebe am 11. November gebührend zu würdigen, ringen wir lieber um ein Ende aller christlichen Bezüge des Martins... äh... Lichterfestes. Dieses endet dann in weltanschaulich neutralen „Sonne-Mond-und-Sterne-Umzügen“, mit denen die Mainstream-Kita gegen das hartnäckige Gerücht vorgeht, Laternentragen und Liedersingen habe irgendetwas mit einem gewissen „Sanktmartin“ zu tun. Säkularität, bewahre! Das wäre ja auch noch schöner! Denn Martin war eine höchst zweifelhafte Gestalt. Erst das Ding mit der Sachbeschädigung. Zerschneidet einfach so ein absolut intaktes Kleidungsstück! Dann: Der Leichtsinn mit dem Schwert. Er hätte sich bei der Aktion erhebliche Schnittverletzungen zuziehen können. Alles in allem ist er kein Vorbild für Kinder, dieser Martin. Und überhaupt: Warum nicht Martina? Oder Matrix? Muss das denn sein: Die Kleinen so ganz nebenbei mit traditionellen Rollenmustern zu indoktrinieren? Ohne jede Chance auf Entfaltung einer eigenen Geschlechtsidentität? Und dann diese Lieder! Ich gehe mit meiner Laterne. Die in Aussicht gestellte Autonomie („Ich“) und die scheinbare Freizügigkeit („gehe“) wird doch durch die Auflage („mit meiner Laterne“) völlig konterkariert. Am Ende „geht“ das „Ich“, weil es ohne „Laterne“ keinen Sinn mehr sieht. Derart seines Lebensmuts beraubt, bekommt der zerknirschte Mensch nun ständig Hausbesuche missionierender Horden („rabimmel“), denen er vor lauter Angst („rabammel“) die Tür vor der Nase zuschlägt („rabumm“). Frage: Muss man kleine Kinder mit diesem religiösen Fundamentalismus behelligen? Ausgerechnet am Festtag dieses... wie hieß er noch gleich? Josef Bordat

    500 Jahre Reformation? Naja. 1 700 Jahre Martin von Tours – das ist mal ein Grund zum Feiern! Doch statt den großen Heiligen der tätigen Nächstenliebe am 11. November gebührend zu würdigen, ringen wir lieber um ein Ende aller christlichen Bezüge des Martins... äh... Lichterfestes. Dieses endet dann in weltanschaulich neutralen „Sonne-Mond-und-Sterne-Umzügen“, mit denen die Mainstream-Kita gegen das hartnäckige Gerücht vorgeht, Laternentragen und Liedersingen habe irgendetwas mit einem gewissen „Sanktmartin“ zu tun. Säkularität, bewahre! Das wäre ja auch noch schöner! Denn Martin war eine höchst zweifelhafte Gestalt. Erst das Ding mit der Sachbeschädigung. Zerschneidet einfach so ein absolut intaktes Kleidungsstück! Dann: Der Leichtsinn mit dem Schwert. Er hätte sich bei der Aktion erhebliche Schnittverletzungen zuziehen können. Alles in allem ist er kein Vorbild für Kinder, dieser Martin. Und überhaupt: Warum nicht Martina? Oder Matrix? Muss das denn sein: Die Kleinen so ganz nebenbei mit traditionellen Rollenmustern zu indoktrinieren? Ohne jede Chance auf Entfaltung einer eigenen Geschlechtsidentität? Und dann diese Lieder! Ich gehe mit meiner Laterne. Die in Aussicht gestellte Autonomie („Ich“) und die scheinbare Freizügigkeit („gehe“) wird doch durch die Auflage („mit meiner Laterne“) völlig konterkariert. Am Ende „geht“ das „Ich“, weil es ohne „Laterne“ keinen Sinn mehr sieht. Derart seines Lebensmuts beraubt, bekommt der zerknirschte Mensch nun ständig Hausbesuche missionierender Horden („rabimmel“), denen er vor lauter Angst („rabammel“) die Tür vor der Nase zuschlägt („rabumm“). Frage: Muss man kleine Kinder mit diesem religiösen Fundamentalismus behelligen? Ausgerechnet am Festtag dieses... wie hieß er noch gleich? Josef Bordat