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    Glosse: Rumhängen mit Rekord

    Versuche nicht, ein erfolgreicher Mensch, sondern lieber ein wertvoller Mensch zu werden! Diesen Rat gab Albert Einstein an die junge Generation weiter. Auch im Alten Testament findet man eine gewisse Skepsis gegenüber dem Götzen Erfolg. So warnt das Buch Jesus Sirach: Mancher Erfolg wird dem Menschen zum Schaden, mancher Gewinn wird zum Verlust.

    Versuche nicht, ein erfolgreicher Mensch, sondern lieber ein wertvoller Mensch zu werden! Diesen Rat gab Albert Einstein an die junge Generation weiter. Auch im Alten Testament findet man eine gewisse Skepsis gegenüber dem Götzen Erfolg. So warnt das Buch Jesus Sirach: Mancher Erfolg wird dem Menschen zum Schaden, mancher Gewinn wird zum Verlust.

    Nun ist nicht anzunehmen, dass Einstein und Jesus ben Eleazar ben Sira ahnten, dass Sportler einmal Epo-, Kortison-, Testosteron- und Blutdoping betreiben würden, um den Siegeskranz zu ergattern, völlig abweichend von der menschlichen Natur ist ein solches Verhalten, wie es der siebenfache Tour-de-France-Gewinner Lance Armstrong systematisch betrieben hat, allerdings nicht. Schon bei den antiken Olympischen Spielen versuchten Athleten ihre Leistung gelegentlich mit Stierblut und Alraunwurzeln zu steigern. Im 19. Jahrhundert ging es weiter. Genützt hat es den Sündern von damals so wenig wie Armstrong heute: Irgendwann kam der Betrug ans Licht. Name und Prestige waren ruiniert. Jedenfalls so lange, wie vonseiten der Beschuldigten kein Zeichen von Reue erfolgte. Das fehlt bislang bei Armstrong. Auf die lebenslange Sperre und die Aberkennung all seiner Titel, reagierte der 41-jährige mit einem Twitter-Tweet. „Was ich heute Abend tue? Rumhängen mit meiner Familie, ungerührt.“ Das schmerzt.

    Es sieht so aus, als wolle sich das gefallene Radidol jetzt auf seinem neuen Rekord ausruhen: Der größte Doping-Sünder aller Zeiten zu sein.