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    Glosse: Punkt, Punkt, Komma, Strich

    Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Mondgesicht. Das wurde einem im Kindergarten beigebracht und das konnte man, die Zunge konzentriert zwischen die Milchzähne geklemmt, auch einigermaßen hinbekommen, selbst wenn im späteren Leben kein begnadeter Zeichner aus einem werden sollte. Damals hätte man mit dem Begriff „Logo“ – ein grafisches Zeichen, das eine Firma, ein Produkt oder auch eine Stadt repräsentiert – noch nicht viel anfangen können. Aber etwas wie das neue Logo zu malen, das für die Stadt Köln steht, ein roter Strich, der wie ein „M“ aussieht und symbolisch nicht etwa Aktienkurse, sondern die Domspitzen darstellen soll, und ein blauer Strich, der als Rhein etwas ungelenk durch dieses „M“ fließt, das hätte man sich durchaus zugetraut.

    Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Mondgesicht. Das wurde einem im Kindergarten beigebracht und das konnte man, die Zunge konzentriert zwischen die Milchzähne geklemmt, auch einigermaßen hinbekommen, selbst wenn im späteren Leben kein begnadeter Zeichner aus einem werden sollte. Damals hätte man mit dem Begriff „Logo“ – ein grafisches Zeichen, das eine Firma, ein Produkt oder auch eine Stadt repräsentiert – noch nicht viel anfangen können. Aber etwas wie das neue Logo zu malen, das für die Stadt Köln steht, ein roter Strich, der wie ein „M“ aussieht und symbolisch nicht etwa Aktienkurse, sondern die Domspitzen darstellen soll, und ein blauer Strich, der als Rhein etwas ungelenk durch dieses „M“ fließt, das hätte man sich durchaus zugetraut.

    Dass dafür eine Agentur jetzt lange gearbeitet hat und vierzigtausend Euro bekommt, hätte man wiederum nicht verstanden, konnte man doch gerade mal bis zehn zählen, und der Euro sollte auch erst später kommen. Verständlich jedenfalls, dass die Kölner über das neue, teure Logo ihrer Stadt nicht so recht glücklich sind und sich nicht einmal damit trösten lassen, dass ihr Erzfeind Düsseldorf für das Logo, Punkt, Punkt, „D“, ein lächelndes „D“ (:D) also, noch viel tiefer in die Tasche greifen musste – und das, obwohl es auch für „Dänemark“ steht.

    Nun ist ein gutes, simples Logo durchaus Gold wert – man denke an den angebissenen Apfel von „Apple“ oder die Muschel von „Shell“. Doch sie haben einen Vorteil: Sie sind eindeutig und nicht nur kinderleicht zu malen, sondern auch kinderleicht zu verstehen.

    Claudia Reimüller